ISO Astronomische Gegenstände vermischten Inhalts.
über ist uns jedoch bis jetzt nichts weiter bekennt geworden;wir wissen auch nicht, ob ßessel’s Verfahren seitdem bei ir-gend einer Marine in wirkliche Anwendung gekommen ist, be-merken jedoch, dass in neuester Zeit Grunert zwei Methodenfür die Reduotion der Monddistanzen, so wie auch neue For-meln zur Bestimmung der Länge durch correspondirende Höhendes Mondes 1 ), so wie durch Azimuthe dieses Gestirns 2 ), letz-teres auch Clausen 3 ), gegeben hat.
Die Meinungen über den ersten Erfinder der Längenbe-stimmungen durch Monddistanzen waren lange gctheilt, und derStreit wurde erst durch Canovai’s Schrift: Elogio di Ame-rigo Yespttcci entschieden. Aus einem in dieser Schrift beige-brachten Briefe von Amerigo Vespucci erhellet, dass die-ser erste Beschreiber der neuen Welt den Meridian seinesSchiffes zum ersten Male durch den beobachteten Abstand desPlaneten Mars vom Monde bestimmt hat.
Da hier die Rede von der Bestimmung der Meridianunter-schiede gewesen ist, so kann noch erwähnt werden, dass inneuerer Zeit ein Seecapitain, Namens Wilcke, einen allgemeinenKalendermeridian vorgeschlagen hat. Olb er s hat aber, nach-dem er diesen Vorschlag sorgfältig geprüft, und in der Idee aller-dings recht schön befunden, ihn deshalb nicht für annehmbargehalten 4 ), weil 1) der Vorschlag im Wesentlichen nicht neusei, 2) die allgemeine Einführung und Anerkennung des W i 1 ke'-schen Kalendermeridians in jedem Falle grosse Schwierigkeitenhaben würde, und dies um so mehr, da 3) die Einführung nurgeringe Vortheile gewähren könnte, und diese 4) bei ganzconscquenter Durchführung dieses Vorschlags von den Nach-theilen gar sehr überwogen werden dürften.
Wir besehliessen die Geschichte dieses wichtigen Gegen-standes mit der Bemerkung, dass im Naut. Alman. f. 1832Brinkley’s praktische Methode, die Länge zur See aus zweiobservirten Höhen und der Zwischenzeit zu finden, enthalten ist.
1. Astron. Nadir. No. 429 S. 343.
2. Aslron. Näder. No. 431 u. 432.
3. Astron. Nadir. No. 417 S. 239.
4. Astron. Nadir. No. J77 S. 163 u. f-