120 Astronomische Gegenstände vermischten Inhalts.
nisse pflegen zwar noch beobachtet zu werden, allein zu Län-genbestiminungen hat man sie, wenigstens für Orte in Europa,seit 50 Jahren nicht mehr benutzt, weil erstlich die Resultatekeine grosse Genauigkeit gewähren, und weil zweitens bes-sere Mittel Iichufs der Längenbest immungen zu Gebote stehen.Bios die Resultate beobachteter Sonnenfinsternisse wurden bis-her noch am meisten berücksichtigt, sobald nur stark vergiös-serte Fernrohre gebraucht worden waren. Für die Schifffahrtaber werden (nach unserer Meinung mit Recht) die Verfinster-ungen der Jupiterstrabanten in den Schiffskalendern, im Kauti-on I Almnnac, in der Conn. d. Temps u. s. w. im Voraus be-rechnet angegeben. Denn der Seemann, dem man nicht zu vielFertigkeit und Zeit zum Berechnen astronomischer Beobachtungenzumuthen darf, braucht nur eine einfache Sublraction vorzu-nehmen, um aus beobachteten tautoehronen Erscheinungen, wiedie der Mondfinsternisse und Verfinsterungen der Jupitersatelli-ten sind, sofort die geographische Länge seines Schilfes bestim-men zu können.
L ä ng- enbe s tim m u ng mittels St e r n e im Pa r-allel des Mondes (Mo ndsc u lm in a -t io nen.)
Im Jahre 1821 vereinigten sich mehrere Astronomen, diemit guten Mittagsfernröhren versehen waren, bei jeder Lunationan verabredeten Tagen den Mond mit bestimmten Sternen inltectascension zu vergleichen, um daraus die geographischenLängeuunterschiede der Reobachtungsplätze abzuleiten. Dieselängst bekannte Methode war, wie Nicolai Iiemerklich machte,bisher wohl besonders darum wenig in Anwendung gebrachtworden, weil man fand, dass die Resultate derselben zu wenigunter sich und mit den auf andern Wegen erhaltenen harmonir-ten. Der Grund dieser Disharmonie liegt eines Theils in demWesen der Methode selbst, andern Theils darin, dass man gewöhn-lich die beobachteten absoluten Rectasecnsionen des Mondesang'ab. Nicolai hat dies nicht nur l ) umständlicher nachgewie-
1. Aslron. Nadir. I. S. 7 u. 8.