98 Astronomische Gegenstände vermischten Inhalts.
Len, wo nämlich der Einfluss gezeigt ist, den die verschiedenenRefractionen auf die Bestimmungen derPolhöhe von Mitau haben. *)
Endlicii muss noch die ausgezeichnet, von Bes sei be-lobte, Abhandlung, welche Barfuss in Weimar 1837 bekanntmachte 1 2 ), hier erwähnt werden, da diese Abhandlung einentrefflichen Beitrag zur Theorie der astronomischen Strahlen-brechung liefert.
Wenn wir die Bcssel’sche Refractionstafel in seinenTab. Regiomont. gegen die, am Anfänge des gegenwärtigenJahrhunderts vorhandenen, Tafeln der astronomischen Strahlen-brechung halten, so wird sieb wohl ohne Widerrede behauptenlassen, dass in diesem Theile der praktischen Astronomie, wel-cher so schwierig war, eine vor 40 Jahren niemals gehofftHöhe von Ausbildung und Genauigkeit, verbunden mit einerbequemen Anwendung, nunmehr erreicht worden ist. Uebri-gens muss jede Refractionstheorie die Atmosphäre in ruhigemZustande voraussetzen, so dass die Dichtigkeit derselben injeder gegebenen Höbe dieselbe ist. Ohne diese VoraussetzungHesse sich nichts sicher berechnen. Auf jeden Fall aber än-dern Winde, Feuchtigkeit, aufsteigende Dünste die Rcfractionbeständig. Wie sehr sich also auch in Zukunft Instrumenteund Beobachtungskunst vervollkommnen werden, diese Hinder-nisse werden wohl nie gänzlich überwunden werden. DerAstronom kann sich mithin blos durch Vervielfältigung derBeobachtungen unter verschiedenen Verhältnissen von jenenoptischen Täuschungen möglichst unabhängig machen. Dassdie wahre Refraction in sehr kleinen Höben wohl niemalswird sicher ausgemittelt werden können, bat in der exactenAstronomie aber nichts zu bedeuten, da bekanntlich auf Beob-achtungen in Höhen unter 5 Graden stets kein grosser Werthgelegt wird.
Was nun die irdische Strahlenbrechung betrifft, so bot zurBestimmung derselben die neue französische Gradmessung eineMasse von Materialien dar. D ela mb re hat die terrestrischeRefraction für den Sommer zu 0,079 und für den Winter zu
1. Aslron. Nadir. No. 162, No. 1C5 S, 412 lis 411.
2. Aslron. Nadir. No. 344 Beilage.