26
Länge, geographische,
Len ein ungünstiges Unheil 1 und schlug den möglichen Fehlerdieser Längenbestimmung im Maximum auf 35 Grade an, eineallerdings sehr übertriebene Griifse, die er jedoch auf Voraus-setzungen gründete, welche zu seiner Zeit gar wohl statt findenkonnten. Er nahm hierbei 2 Minuten Fehler in der berechnetenAbweichung des Mondes, 4 Minuten in der angenommenenBr eite und 4 Minuten in der beobachteten Mondhöhe an undwenn sich auch heutzutage der Gesanunteinilufs dieser Annah-men um etwa 100 mal 2 geringer setzen läfst, so bleibt dochnoch eine Unsicherheit von 4 Grad in der Länge übrig, die nichtmehr unter die zulässigen Dinge gehört. Wirklich ist auch die-ser Vorschlag in keine Ausübung gekommen und er verdientauch jetzt, der eben erwähnten Mängel wegen, keine Berück-sichti"una 3 . Weit besser läfst sich die Länge zur See durch diefolgende Methode erreichen, die durch den Fleifs der Astrono-men und die Verbesserung der Instrumente zu einer solchen Ge-nauigkeit und Brauchbarkeit erhoben worden ist, dafs sie dasEigenthum und die beständige Zuflucht jedes unterrichteten See-fahrers ausmacht,
Lä n g e 11 b e s t i m in u n g durch M o n d cl i s t a n z e n.
Wenn man mit einem Winkelmesser den scheinbaren Ab-stand des Mondes von der Sonne , einem Fixsterne oder einemPlaneten mifst, so läfst sich hieraus der wahre Bogenabstandzwischen Gestirn und Mond, so wie er vom Centrum der Erdeaus erscheinen würde, berechnen und demnach die Länge desMondes in der Ekliptik bestimmen, welche, mit der Angabeeiner astronomischen Ephemeride verglichen , durch Zuziehungder wahren Zeit der Beobachtung die Meridiandilferenz erkennen
1 Mdmoires de l’Acad. 1759.
2 Ich schlage den Fehler der berechneten Abweichung wegenunsicherer Meridiandilferenz auf 15 Secunden, denjenigen der Breiteuns der Schitfsreclinung auf 2 Minuten, den der gemessenen Höhe zurSee auf 20 Secunden an, der iiberdem durch die llediictionselemente,Mondparallaxe und besonders durch die veränderliche Hefraction desSeehorizontes beträchtlich vergrößert werden kann.
3 S. über die Längonhestimuiung durch Mondhöhen einen lehr-reichen Aufsatz von y. Likdkkau in d. monatl. Corresp. des 13. vonZach. Bd. XII. S, 541.
>r ;