Druckschrift 
6,1 (1831) L
Entstehung
Seite
9
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Messung durch Finsternisse.

die hellen Bergspitzen u. s. w. gewährten eine willkommene Ver-vielfältigung der Beobachtungen. Allein der Umstand , dafs dasSonnenlicht nicht aus einem einzigen Functe, sondern aus einerbreiten Scheibe herstrahlt, läfst nicht eine plötzliche, sondernnur eine langsam zunehmende , allmälige Verdunkelung der be-schatteten Stellen zu, so dafs eine momentane Bestimmung die-ser Erscheinung ganz unmöglich wird. Diese Ungewifsheitkönnte jedoch durch die Menge der Beobachtungen etwas ersetztwerden; allein derNachtheil, dafs stark vergrößernde und licht-starke Fernröhre die Momente des Anfangs und des Maximumsder Beschattung anders angeben, als schwächere, wirft eine con-stante Ungleichheit auf alle Resultate einer Station, so dafs dieseje nach Beschaffenheit der gebrauchten Fernröhre, selbst beieiner schönen Uebereinstimmnng unter sich, doch leicht um 10,20 und 30 Zeitsecunden im Ganzen fehlerhaft seyn können. Fiirden Flauptzweck der Längenbestimmung , nämlich die Längezur See, ist diese Methode vollends ungenügend. Erstlich we-gen der Seltenheit der Mondfinsternisse; zweitens wegen derSchwierigkeit, auf dem schwankenden Schilfe mit Fernrohreneine Beobachtung zu machen ; drittens, weil man das Resultatder Vergleichung mit andern Stationen erst durch spätere Mit-theilung , nicht auf der Stelle erhält (wobei man freilich , we-nigstens fiir den Anfang und das Ende der Verfinsterung, sichan die Vorhersagung der Ephemeriden halten kann], und vier-tens , weil eine solche einzelne Längenbestimmung mitten imOceane, entfernt von Küsten oder merkwürdigen Puncten, fürden Seefahrer von geringem Nutzen ist und ihm höchstens dazudienen kann , den oft beträchtlichen Fehler seiner Schiffsrech-nung zu verbessern. Etwas passender sind fiir diesen Zweckdi z Verfinsterungen dir Jupiterstrabanten. Diese sind allerdingshäufiger und die Eintauchung in den Schatten ihres Planetenund das Hervortreten aus demselben geschieht wegen ihrer grö-Isern Bahngeschwindigkeit schneller. Allein ihrer grofsen Ent-fernung wegen kann nicht Anfang und Ende der Verfinsterung,sondern nur das Maximum und Minimi^n derselben, das völligeVerschwinden und Sichtbarwerden oder, wie man es nennt, derEintritt und Austritt der Trabanten wahrgenommen werden.Auch diese Phänomene sind also nicht momentan und wie beiden Mondfinsternissen bringt die ungleiche Lichtstärke und Ver-gröfserung der Fernröhre und die Schärfe des Gesichts eine be-