Druckschrift 
5,1 (1829) H
Entstehung
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2 Hängebrücken.

Agave Americana verfertigt, waren j- Fuls dick 1 . \on der-selben Art mufs auch die Brücke gewesen sevn, welche der vier-te Yncas, Mayta Cafak., ein weiser Regent und grolser Feld-herr zur Erweiterung seiner Eroberungen über den Flufs Apu-rimak spannte. . Sie bestand aus fünf mannsdicken Tauen vonBindweiden, von denen drei den Boden der Brücke ausmachten,während die beiden Andern als Seitenlehnen dienten. Sie wa-ren an einem System von Querbalken befestigt, welche gegenzwei aus dem Felsen gehauene oder auch gemauerte groisePfei-ler seiest wurden. Seile von der Dicke eines Armes machten

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den Querverband, aus, und nahmen die Bretter des Fufsbodensauf, die dann noch mit Schilf oder Reisig bestreut wurden. Die-se Brücke war zweihundert Schritte lang und zwei Varas (7 Fuls)breit 2 .

Auch in der alten Welt wird die Erfindung derFIängebrük-ken einem Krieger zugeschrieben, und wohl dürfte hierin denAsiaten die Priorität zukommen. In der chinesischen ProvinzSetschuen befinden sich drei Brücken, die von dicken Seilen ge-tragen werden. Berühmter jedoch ist die eiserne Kettenbrückeüber den Panho in der Provinz Quei-tschu. Auf den beidenUfern des zwar nicht breiten , aber sehr tiefen Flusses wurdenzwei massive steinerne Pfeiler von 0 bis 7 Fufs Breite un d 17bis 18 Fufs Höhe erbaut, welche (übereinstimmend mit der so-liden Construction der heutigen Engländer), zusammen ein Thorbilden. An jedem Pfeiler hängen vier Ketten an ungeheuergrofsen Ringen, und diese sind durch kleinere Ivetten dergestaltmit einander verbunden, dafs das Ganze einem Netz mit grofsenMaschen ähnlich sieht. Die Brücke ist mit starken Bohlen be-legt, die wohl mit einander Zusammenhängen , und von denPforten aus führt eine feste, auf vorspringenden Balken liegendeBrücke zum Niveau der Ketten hin: zu beiden Seiten ist ein ein-faches hölzernes Geländer angebracht 3 . Aehnliche Brücken be-finden sich in dem benachbarten Thibef. Unweit der Stadt

1 Humboldt Vues des Cordillcres et Monumens des pcnples indigrnes de lAmdrique.

2 Allgem. Historie d. Reisen. T. XV. S. 392. u. 583. Die Er-richtung dieser Brücke durfte auf das Ende des. zwölften Jahrhun-derts fallen.

3 Allgem. Hist. d. Reisen. T. VI. S. 199. ("nach Du Halde).