Druckschrift 
5 (1862)
Entstehung
Seite
68
Einzelbild herunterladen
 

68

Contart-Phänomen eines syenitartigcn Granits, der den Kalksteinder Jura-Formation bei Predazzo bei der Cascade von Canza-coli in salinischen Mariner verwandelt. Tie Auflagerungdeö Syenits und Granites bei Weinböhla und Hohnstein aufPläner und Quader-Sandstein in Sachsen ist nach Naumannund Cotta jedenfalls durch eine Ueberschiebung des star-ren Granites über die Schichten der Kreide-Formation ent-standen; und dürste daher nicht sowohl für eine neue Bildungdeö GranitS als vielmehr kür daö Ereigniß einer groß-artigen Dislocation nach der Kreide zeugen. Dagegen sprechendie Erscheinungen im Voigtlande und bei Strehla entschiedenfür eine jüngere Bildung der dortigen Granite in Vergleich zuden angrenzenden Schiefern: gerade wie in Schottland, amHarze und am Jrtysch. Die scheinbaren Einschlüsse vonPläner im Granit von Zscheila bei Meißen sind von Gum-precht für späte Ausfüllungen von Klüften und Höhlungen dcSweit älteren Granites erkannt worden.

Die Abwesenheit fossiler organischer Einschlüsse in eruptivenendogenen Gcbirgsmassen (plutonischcn wie vulkanischen)berechtigt keineSwegcs zu dem Schlüsse, daß ihre Ausbrüche,d. h. ihre Erscheinung an der Erdoberfläche, einer Zeit ange-hören müssen, in welcher das organische Leben: der Meer-und Landpflanzen, der Wasser- und Luftthiere^, nochnicht erwacht war. Die Abwesenheit solcher Einschlüsse istFolge der endogenen Bildung in den heißen Tiefen der Erde:sei der Ausbruch, die Erhebung auch neuer als alle Kreide-thiere.Allerdings muß", wie ein geistreicher, vielumfassenderGeologe sagt 2",mit Recht die ganze Reihe der sedimentärenFormationen doch zuletzt von etwas getragen werden; die ältestenaller eruptiven Bildungen müssen eine Unterlage gefunden haben,