Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
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493
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Von den, durch Kepler nach seinen Rudolphinischen Tafelnzuerst verkündigten Durchgängen der zwei unteren Pla-neten ist der der Venus, wegen Bestimmung der Sonnen-Para klare und daraus hergeleiteter Entfernung der Erde vonder Sonne, von der größten Wichtigkeit für die Theorie desganzen Planetensystems. Nach Encke's erschöpfender Unter-suchung des Venus-Durchganges von 1769 ist die Parallareder Sonne 8",57116 (Berliner Jahrbuch für 1852S. 323). Eine neue Arbeit über die Sonnen-Parallare istauf den Vorschlag eines ausgezeichneten Mathematikers, desProf. Gerling zu Marburg, auf Befehl der Regierung derVereinigten Staaten von Nordamerika seit 1849 unternommenworden. Es soll die Parallare durch Beobachtungen der Venusin der Nähe des östlichen und westlichen Stillstandes, wiedurch Micromcter-Messungen der Differenzen in Rectascen-sion und Declination von wohlbestimmtcn Firstcrncn, in be-deutenden Längen- und Breiten-Unterschieden, er-langt werden (Schum. Astr. Nachr. No. 599 S. 363und No. 613 S. 193). Die astronomische Erpedition unterBefehl des kenntnißvollen Lieutenants Gilliß hat sich nachSantiago de Chile begeben.

Die Rotation der Venus ist lange vielen Zweifelnunterworfen gewesen. Dominique Cassini 1669 und JacqueSCassini 1732 fanden sie 23St 29', während Bianchini" inRom 1726 die langsame Rotation von 24 i/g Tagen annahm.Genauere Beobachtungen von de Vico in den Jahren 1849bis 1842 geben durch eine große Anzahl von Vcnuöfleckenim Mittel 23St 21' 21",93.

Diese Flecken, an der Grenze der Scheidung zwischenLicht und Schatten in der sichelförmigen Venus, erscheinen