450
3 t/z Grad oscilliren. In der Stellung der Rotations-Achsengegen die eigene Bahn ist es Jupiter, welcher sich dem Ex-treme der Perpendicularität am meisten nähert. Im Uranusdagegen fällt, nach der Neigung der Trabanten-Bahnen zuschließen, die Rotations-Achse fast mit der Ebene der Bahndes Planeten zusammen.
Da von der Größe der Neigung der Erdachse gegen dieEbene ihrer Bahn, also von der Schiefe der Ekliptik (d. h.von dem Winkel, welchen die scheinbare Sonnenbahn in ihremDurchschnittspunkte mit dem Acquator macht), die Vcrthei-lung und Dauer der Jahreszeiten, die Sonnenhöhen unterverschiedenen Breiten und die Länge des Tages abhangen;so ist dieses Element von der äußersten Wichtigkeit für dieastronomischen Klimate, d. h. für die Temperatur derErde, in so fern dieselbe Function der erreichten Mittags-höhen der Sonne und der Dauer ihres Verweilens über demHorizonte ist. Bei einer großen Schiefe der Ekliptik, oderwenn gar der Erd-Aeguator auf der Erdbahn senkrecht stände,würde jeder Ort einmal im Jahr, selbst unter den Polen, dieSonne inl Zcnith, und längere oder kürzere Zeit nicht auf-gehen sehen. Die Unterschiede von Sommer und Winterwürden unter jeder Breite (wie die Tagesdauer) daö Marimumdes Gegensatzes erreichen. Die Klimate würden in jederGegend der Erde im höchsten Grade zu denen gehören, welcheman extreme nennt und die eine unabsehbar verwickelteReihe schnell wechselnder Luftströmungen nur wenig zumäßigen vermöchte. Wäre im umgekehrten Fall die Schiefeder Ekliptik null, fiele der Erd-Aequator mit der Ekliptikzusammen; so hörten an jedem Orte die Unterschiede derJahreszeiten und Tageölängen auf, weil die Sonne sich