Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
277
Einzelbild herunterladen
 

277

unmittelbare Verbindung, in welcher unsere noch so schwacheKenntniß der Parallaren mit der Kenntniß der ganzenGestaltung des Weltbaues steht, giebt den Betrachtungen,welche sich auf die Entfernung der Firsterne beziehen, eineneigenen Reiz.

Der menschliche Scharfsinn hat zu dieser Elaste vonUntersuchungen Hülfsmittel erdacht, welche von den ge-wöhnlichen ganz verschieden und, aus die Geschwindig-keit de S Lichts gegründet, hier eine kurze Erwähnungverdienen. Der den Physikalischen Wissenschaften so frühentrissene Savary hat gezeigt, wie die Aberration des Lichtsbei Doppelstcrnen zur Bestimmung der Parallare benutztwerden könne. Wenn nämlich die Ebene der Bahn, welcheder Nebenstern um den Centralkörper beschreibt, nicht aufder Gesichtslinie von der Erde zu dem Dvppelstern senk-recht steht, sondern nahe in diese Gesichtslinie selbst fällt;so wird der Nebenstern in seinem Laufe ebenfalls naheeine gerade Linie zu beschreiben scheinen, und die Punkteder der Erde zugekehrten Hälfte seiner Bahn werden alledem Beobachter näher liegen als die entsprechenden Punkteder zweiten, von der Erde abgcwandten Hälfte. Einesolche Theilung in zwei Hälften bringt nur für den Be-obachter (nicht in der Wirklichkeit) eine ungleiche Geschwin-digkeit hervor, in welcher der Nebenstern in seiner Bahnsich von ihm entfernt oder sich ihm nähert. Ist nun derHalbmesser jener Bahn so groß, daß das Licht mehrereTage oder Wochen gebraucht, um ihn zu durchlaufen; sowird die Zeit der halben Revolution in der abgcwandten,entfernteren Seite größer ausfallen als die Zeit in derdem Beobachter zugekehrten Seite. Die Summe beider un-