Die Dauer des Leuchteus neuer Sterne ist die kürzestegewesen in den Jahren 339, 827 und 1912. In demersten der genannten Jahre war sie 3 Wochen; in demzweiten 4, in dem dritten 3 Monate. Dagegen hat desTycho Stern in der Cassiopea 17 Monate lang geleuchtet,Kepler's Stern im Schwan (1690) volle 21 Jahre bis zuseinem Verschwinden. Er erschien wieder 1655: und zwar,wie beim ersten Auflodern, in 3ter Größe; um bis zu 6terzu schwinden, ohne nach Argelander's Beobachtungen in dieElaste periodisch veränderlicher Sterne zu treten.
Verschwundene Sterne. — Die Beach-tung und Aufzählung der sogenannten verschwundenen Sterneist von Wichtigkeit für das Aufsuchen der großen Zahlkleiner Planeten, die wahrscheinlicherweise zu unserem Son-nensystem gehören; aber trotz der Genauigkeit der neuenPositions-Verzeichnisse telescopischer Fixsterne und der neuenSternkarten ist die Ueberzeugung der Gewißheit, daß einStern an dem Himmel wirklich seit einer bestimmten Epocheverschwunden ist, doch nur bei großer Sorgfalt zu erlangen.Beobachtungs-, Reductions- und Druckfehler? entstellen oftdie besten Cataloge. Das Verschwinden der Weltkörperan den Orten, wo man sie ehemals bestimmt gesehen, kannso gut die Folge eigener Bewegung als eine solche Schwä-chung des Lichtproccsses auf der Oberfläche oder in derPhotosphäre sein, daß die Lichtwellen unser Sehorgan nichtmehr hinlänglich anregen. Was wir nicht mehr sehen, istdarum nicht untergegangen. Die Idee der Zerstö-rung, des Auöbrennens von unsichtbar werdendenSternen gehört der Tychonischen Zeit an. Auch Pliniusfragt in der schönen Stelle über Hipparch: »Stellas an