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Das Sehen der Sterne bei Tage mit bloßem Augein den Schächten der Bergwerke und auf sehr hohenGebirgen ist seit früher Jugend ein Gegenstand meinerNachforschung gewesen. Es war mir nicht unbekannt, daßschon Aristoteles M behaupte, Sterne werden bisweilen ausErdgewölben und Cisternen wie durch Röhren gesehen.Auch Plinius erwähnt dieser Sage, und erinnert dabei andie Sterne, die man bei Sonnenfinsternissen deutlichst amHimmelsgewölbe erkenne. Ich habe in Folge meines Berufsals praktischer Bergmann mehrere Jahre lang einen großenTheil des Tages in den Gruben zugebracht und durch tiefeSchächte das Himmelsgewölbe im Zenith betrachtet, abernie einen Stern gesehen; auch in mericanischen, peruani-schen und sibirischen Bergwerken nie ein Individuum aus-gefunden, daö vom Sternsehen bei Tage hätte reden hören:obgleich unter so verschiedenen Breitengraden, unter denenich in beiden Hemisphären unter der Erde war, sich dochZenithal-Sterne genug hätten vortheilhaft dem Auge dar-bieten können. Bei diesen ganz negativen Erfahrungen istmir um so auffallender das sehr glaubwürdige Zeugnißeines berühmten Optikers gewesen, der in früher JugendSterne bei Hellem Tage durch einen Rauchfang erblickte. 21Erscheinungen, deren Sichtbarkeit von dem zufälligen Zu-sammentreffen begünstigender Umstände abhängt, müssen nichtdarum geläugnct werden, weil sie so selten sind.
Dieser Grundsatz findet, glaube ich, seine Anwen-dung auch auf daö von dem immer so gründlichen Saussurebehauptete Sehen der Sterne mit bloßen Augen bei HellemTage am Abfall des Montblanc, auf der Höhe von11979 Fuß. »Duelguos-uns ckos guickes m'ont sssurä«,