Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
Seite
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Linien bei den schönen Versuchen mit Stickstoff-Oryd aufmehr als 2669. Man hatte bemerkt, daß zu gewissen Jah-reszeiten bestimmte Linien im Farbcnbilde fehlten; aberBrewster hat gezeigt, daß die Erscheinung Folge der ver-schiedenen Sonnenhöhe und der verschiedenen Absorption derLichtstrahlen beim Durchgang durch die Atmosphäre ist. Inden Farbenbildern, welche das zurückgeworfene Lichtdes Mondes, der Venus, des Mars und der Wolken giebt,erkennt man, wie wohl zu vermuthen stand, alle Eigen-thümlichkeiten des Sonnenspectrums. Dagegen sind diedunkeln Linien des Spcctrums des Sirius von denen desKastor oder anderer Firsterne verschieden. Kastor zeigt selbstandere Linien als Pollur und Proepon. Amici hat diese,schon von Fraunhofer angedeuteten Unterschiede bestätigt,und scharfsinnig darauf aufmerksam gemacht, daß bei Fix-sternen von jetzt gleichem, völlig weißen Lichte die dunk-len Linien nicht dieselben sind. Es bleibt hier noch einweites und wichtiges Feld künftigen Untersuchungen geöff-net 7, um das sicher Aufgefundene von dem mehr Zufälligen,von der absorbirenden Wirkung der Luftschichten, zu trennen.

Einer anderen Erscheinung ist hier zu erwähnen, inwelcher die specifische Eigcnthümlichkeit der Lichtquelle einenmächtigen Einfluß äußert. Das Licht glühender fester Kör-per und das Licht des electrischen Funkens zeigen großeMannigfaltigkeit in der Zahl und Lage der dunkeln Wollaston'-schen Linien. Nach den merkwürdigen Versuchen von Wheat-stone mit Drehspiegeln soll auch daö Licht der Reibungs-Electricität eine mindestens im Verhältniß von 3 zu 2(das ist um volle 26986 geographische Meilen in Einer Zeit-secunde) größere Geschwindigkeit haben als daö Sonnenlicht.