Druckschrift 
3 (1850)
Entstehung
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Sprachenbildung in welchem zugleich ursprüngliche körper-liche Anlagen und Eindrücke der umgebenden Natur alsmächtige mitbestimmende Elemente auftreten. Die Mensch-heit verarbeitet in sich den Stoff, welchen die Sinne ihrdarbieten. Die Erzeugnisse einer solchen Geistesarbeit ge-hören eben so wesentlich zum Bereich des Kosmos als dieErscheinungen, die sich im Inneren abspiegeln.

Da ein rcflectirteS Naturbild unter dem Einfluß auf-geregter schöpferischer Einbildungskraft sich nicht rein undtreu erhalten kann; so entsteht neben dem, was wir diewirkliche oder äußere Welt nennen, eine ideale undinnere Welt, voll phantastischer, zum Thcil symbolischerMythen, belebt durch fabelhafte Thiergcstaltcn, deren ein-zelne Glieder den Organismen der jetzigen Schöpfung odergar den erhaltenen Resten untergegangener Geschlechter ^entlehnt sind. Auch Wunderblumen und Wunderbäumeentsprießen dem mythischen Boden: wie nach den Edda-Liedern die riesige Esche, der Weltbaum Nggdrasil, dessenAcste über den Himmel emporstreben, während eine seinerdreifachen Wurzeln bis in dierauschenden Kcsselbrunncn"der Unterwelt reicht So ist das Nebelland physischerMythen, nach Verschiedenheit der Volksstämme und derKlimate, mit anmuthigcn oder mit grauenvollen Gestaltengefüllt. Jahrhunderte lang werden sie durch die Jdcenkreisespäter Generationen vererbt.

Wenn die Arbeit, die ich geliefert, nicht genugsam demTitel entspricht, den ich oft selbst als gewagt und un-vorsichtig gewählt bezeichnet habe; so muß der Tadel derNnvollständigkcit besonders den Thcil dieser Arbeit treffen,welcher das geistige Leben im Koömos, die in die Gedanken-