Druckschrift 
4 (1840)
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

bündig demonstrirt, so sträubt sich doch dagegensein Gefühl; es beschlcicht ihn zuweilen das ge-heime Bcdürfniß, in den Dingen auch etwasUrgcistigeö anzuerkennen; und dieses unklareSehnen und Bedürfen erzeugt jene unklare Em-pfindsamkeit, welche wir Sentimentalität nennen.Sentimentalität ist die Verzweiflung der Materie,die sich selber nicht genügt und nach etwasBesserem, ins unbestimmte Gefühl hinaus-schwärmt. Und in der That, ich habe gefun-den, daß es eben die sentimentalen Autorenwaren, die zu Hanse, oder wenn ihnen der Weindie Zunge gelöst hatte, in den derbsten Zotenihren Materialismus auskramten. Der sentimen-tale Ton, besonders wenn er mit patriotischen,sittlich religiösen Bcttelgcdanken verbrämt ist, giltaber bei dem großen Publikum als das Kenn-zeichen einer schönen Seele!

14»