2«
Wuth. Als aber der Rabbi plötzlich das silberneWaschbecken ihr aus der Hand riß und es schot-ternd hinabwarf in den Rhein: da konnte siedas gransenhaste Angstgefühl nicht länger ertra-gen, und mit dem Ausrufe „SchadaivollerGcnade!"stürzte sie zu den Füßen des Mannes und be-schwor ihn das dunkle Räthsel endlich zu enthüllen.
Der Rabbi, des Sprechens ohnmächtig, be-wegte mehrmals lautlos die Lippen, und endlichrief er: „Siehst du den Engel des Todes? Dortunten schwebt er über Bacherach! Wir aber sindseinem Schwerdtc entronnen. Gelobt sep derHerr!" Und mit einer Stimme, die noch vor «inne-rem Entsetzen bebte, erzählte er: wie er wohlgcmnthdie Agadc hinsingend und angelehnt saß, und zu-fällig unter den Tisch schaute, habe er dort, znseinen Füßen, den blutigen Leichnahm eines Kin-des erblickt. „Da merkte sich" — setzte der Rabbihinzu — „ daß nnsre zwey späte Gäste nicht von