Heidenthums, jene schönen Tempel undStatuen, ein schauerliches Mitleid anwandelte;denn sie gehörten nicht mehr der Religion, dieschon lange, lange vor Christi Geburt todt war,sondern sie gehörten der Kunst, die da ewig lebt.Es trat mir einst feucht in die Augen, als ichzufällig auf der Bibliothek „die Schutzrede fürdie Tempel" las, worin der alte Grieche Liba-nius die frommen Barbaren auf's Schmerzlichstebeschwor, jene theuren Meisterwerke zu schonen,womit der bildende Geist der Helenen die Weltverziert hatte. Aber vergebens! Jene Denkmälereiner Frühlingsperiode der Menschheit, die niewiederkehren wird und die nur einmal hervor-blühen konnte, gingen unwiederbringlich zu Grundedurch den schwarzen Zerstörungseifer der Chri-sten
Nein, fuhr der Magister fort in seiner Rede,ich will nicht nachträglich, durch Herausgabe die-ses Buches, Theil nehmen an solchem Frevel,