Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
Seite
211
Einzelbild herunterladen
 

211

Volk wallfahrtet, und wo es gläubig seine Ge-sundheit schöpft, bis auf heutigen Tag. Die hei-ligen Eichen, die den frommen Aextcn wider-standen, wurden verleumdet; unter diesen Bäu-men, hieß es jetzt, trieben die Teufel ihren nächt-lichen Spul und die Hexen ihre höllische Unzucht.Aber die Eiche blieb dennoch der Lieblingsbaumdes deutschen Volkes, die Eiche ist noch heut zuTage das Symbol der deutschen Nationalitätselber: es ist der größte und stärkste Baum desWaldeS; seine Wurzel dringt bis in die Grund-tiefe der Erde; sein Wipfel, wie ein grünesBanner, flattert stolz in den Lüften; die Elfender Poesie wohnen in seinem Stamme; die Mistelder heiligsten Weisheit rankt an seinen Aesten;nur seine Früchte sind kleinlich und ungenießbarfür Menschen.

In den altdeutschen Gesetzen giebt's jedochnoch viele Verbote: daß man bei den Flüssen,den Bäumen und Steinen nicht seine Andacht

14*