Druckschrift 
3 (1857)
Entstehung
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benssucht, eine Begier nach süßer Betäubung, einLechzen nach Trunkenheit, wodurch sie fast grauen-haft verschönert werden und einen Reiz gewinnen,der unsere Seele zugleich entzückt und erschüttert.Dieser Durst das Leben zu genießen, als wennin der nächsten Stunde der Tod sie schon ab-riefe von der sprudelnden Quelle des Genusses,oder als wenn diese Quelle in der nächstenStunde schon versiegt sein würde, diese Hast,diese Wuth, dieser Wahnsinn der Pariserinnen,wie er sich besonders auf Bällen zeigt, mahntmich immer an die Sage von den todten Tän-zerinnen, die man bei uns die Willis nennt.Diese sind nämlich junge Bräute, die vor demHochzcittage gestorben sind, aber die unbefriedigteTanzlust so gewaltig im Herzen bewahrt haben,daß sie nächtlich aus ihren Gräbern hervorsteigen,sich schaarenweis an den Landstraßen versammeln,und sich dort, während der Mitternachtsstundc,den wildesten Tänzen überlassen. Geschmückt