hatte ich sie noch nie weinen sehen. Sie um-armte mich mit hastiger Zärtlichkeit und bat michum Verzeihung, daß ich, durch Johann's Nach-lässigkeit, kein ordentliches Bett bekommen werde.„Die alte Marthe", sagte sie, „ist schwer krankund kann dir, liebes Kind, ihr Bett nicht abtre-ten. Johann soll dir aber die Kissen aus demWagen so zurecht legen, daß du darauf schlafenkannst, und er mag dir auch seinen Mantel zurDecke geben. Ich selber schlafe hier auf Stroh;es ist das Schlafzimmer meines seligen Vaters;es sah sonst hier viel besser aus. Laß michallein!" Und die Thräueu schössen ihr noch hef-tiger aus den Augen.
War es nun das ungewohnte Lager, oder dasaufgeregte Herz, es ließ mich nicht schlafen. DerMondschein drang so unmittelbar durch die ge-brochenen Fensterscheiben, und es war mir alswolle er mich hinauslocken in die helle Sommer-nacht. Ich mochte mich rechts oder links wen-