I
G22 Elektromagnetismus.
gen eine bedeutende Unterstützung hat. Jeder Querschnitt deselektrischen Leiters bildet sonach eine Fläche, in Welcher umden Mittelpunct des elektrischen Stromes die entgegengesetztenmagnetischen Pole liegen, deren Zahl von den Anhängern die-ser Ansicht sehr verschieden angegeben wird. Alle diese man-niMaltm modificirten Theorieen haben mit Oeested und Fa-
o o
BADAr den Vorzug gemein, dafs sie von dem ersten Funda-mentalversuche bei ihren Erklärungen ausgehen, und sie lassensich bei allen Abweichungen von einander zur leichterenUeber-sicht doch deswegen füglich zusammennehmen, weil sie minde-stens in einem wesentlichen Puncte mit einander Übereinkom-men. Ueber das eigentliche Wesen der Elektricität und desMagnetismus und die Erzeugung des letzteren durch erstere er-klären sie sich nicht weiter, als dafs sie beide für verschiedenePotenzen halten, und die dargebotenen Erscheinungen selbstals gegebene Thatsachen ansehen. G. G. Schmidt nufsertsich hierüber am bestimmtesten, indem er sagt 1 : „dafs der elek-trische Strom immer transversalmagnetisch erregend wirkt, undzwar in Beziehung auf seine Richtung nach derselben Seite im-mer dieselbe Polarität erzeugend, das kann nicht weiter erklärtwerden, wie so vieles andere in der Physik. Es ist Thatsache.“Etwas über die Sache selbst entscheidend drückt sich Seebecic 2aus, wenn er annimmt, dafs nicht die EleHtricität an sich , nichtdas Heraustreten derselben aus ihrem Indifferenzzustande oderdie Trennung des + und — den Magnetismus hervorrufe, son-dern die hierdurch bewirkte Veränderung im Innem der Kör-per. Könnte durch die blofse Ausgleichung von -(- und — E.Magnetismus erregt werden, so würden auch diejenigen Leiterderselben sich magnetisch zeigen, durch welche sie still hin-strömt, welches nicht der Fall ist, und es kann daher dieseWirkung nur dann statt finden, wenn die Metalle auf eine solcheWeise verändert werden, dafs sich Erwärmung, Schmelzungu. dgl. offenbaren. Dafs in den Metallen, wenn die Reibungs-Elektricität auch in geraumer Zeitdauer und bedeutender Stärkedurch Spitzen in sie ein - und ausströmt, kein Magnetismus er-regt wird, spricht allerdings sehr für diese Ansicht; wenn man
aber berücksichtigt, dafs selbst die langsamen und schwachen
i
A
1 G. LXXIY. 265.
2 Berlin. Denksch. a. a. 0. S. 334.