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Ebbe und Flutli.
Setzung, clafs ihre Wirkungen sich hei den Syz)'gien in eineSumme vereinigen, statt dafs dieFluthen hei den Quadraturenuns ihre Differenz angeben.
Newtons Theorie wurde 1 weiter ausgeführt von Dan.Bernoulli, Maclaurin und L. Euler, welche alle die Fragezu beantworten suchten, welche Gestalt die mit Wasser be-deckte Erde annehmen würde, wenn das Wasser unter derEinwirkung anziehender Gestirne zum Gleichgewicht käme.
Bernoulli geht bei diesen Rechnungen sehr ins Einzel-ne, indem er die Flutbzeit und die Fluthhöhe für die verschie-denen Stellungen des Mondes und der Sonne berechnet; ersucht das Verhältnifs der anziehenden Kräfte beider W eltkör-per aus den ungleichen Zwischenzeiten der zwei einander fol-genden Fluthen, die sich nämlich bei den Syzygien schnellerals bei den Quadraturen des Blondes folgen.
Maclauhin’s Entwickelung der Theorie der Ebbe undFluth zeichnet sich durch eine elegante synthetische Darstel-lung aus.
Euler , obgleich er mit einiger Härte die attractio cjuo-rundam Anglorum als eine qualitas occulta verachtet, und lie-ber Wirbel annehmen will, berechnet doch die Wirkung dervirium solis et lunae ad mare movendum ganz genau nach New-ton’s Grundsätzen. Euler findet für die Flöhen der Fluth,wie sie der Stärke der Anziehungskraft gemäfs seyn sollten,andre Resultate als Newton und tadelt dessenMethode als irrig,aber Laplace zeigt 2 den Grund dieser Verscliiedenheit, undbemerkt, dafs Euler vielmehr den in Newton's Methode lie-genden Scharfsinn nicht recht erkannt habe, indem dieser zu-gleich auf die gegenseitige Attraction der Wassertheilchen Rück-sicht nimmt, die Euler ganz unbeachtet läfst. Auch er suchtdie Gestalt, welche das Meer im Zustande des Gleichgewichtsunter der Einwirkung eines anziehenden Körpers annehmenwürde, — eine Untersuchung, deren Ilauptmomente ich nach-her mittheilen werde.
1 In den Pieces, qui ont remportd le prix propose par l’acad.des Sciences pour 1740, wo auch die oben erwähnte Bemerkung Beh-bolli.i’s p. 56. vorkommt. Auch in Nkwtokh Phil. Nat. Princ. math.ed. le Seur und Jacquier. 1750. T. IV.
2 Mu'can. cel. TomeV, 152.