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ist; nachher vermindert sich die Schnelligkeit des Sinkens, undnachdem die Ebbe reichlich 6 Stunden gedauert hat, hört das,nach und nach unmerklich werdende, Sinken des Wassers ganzauf. Unterdefs sind überall die zuerst nicht sehr tief mit Was-ser bedeckten Gegenden ganz vom Wasser entblöfst worden, sodafs, zum Beispiel am deutschen Ufer der Nordsee, Pfäle, diebei hohem Wasser nur wenig aus dem Vf asser hervorragten,nun 12 Puls und darüber oberhalb desselben sichtbar sind ; dafsflache Sande, über welchen man vorhin ansehnliche Schilfe mitvollen Segeln sich fortbewegen sah, nun trocken daliegen, undeinen für Waffen und Fufsganger brauchbaren Raum darbieten.Aber nur wenige Minuten dauert diese tiefste Ebbe; die Fluthkehrt wieder und ihr allmähliff schnelleres und nachher wiederminderes Steigen befolgt ungefähr eben die Gesetze , die wirvorhin heim Sinken bemerkten ; die vom "Wasser entblöfstenGegenstände werden wieder davon überströmt, und nach-einerZeit von etwas mehr als 12 Stunden hat sich der Zustand, denwir zu Anfänge beobachteten, wieder hergestellt, und dem nunwieder eingetretenen höchsten "Wasser folgen dieselben Erschei-nungen in unaufhörlich wechselnder rege'lmäfsiger Folge.
Die Tiefe , bis zu welcher das Wasser, von seinem höch-sten Stande an, fällt, ist nicht an allen Orten, auch nicht anjedem Tage für denselben Ort gleich. An den Nordsee-UfernDeutschlands beträgt der Unterschied der gewöhnlichen Ebbeund Fluth 12 Fufs in andern Gegenden ist er geringer, in an-dern auch gröfser und zum Beispiel am westlichen Ende desCanals beträgt die gesammte Fluthhöhe gegen 40 Fufs, stattdafs sie auf den Südsee-Inseln kaum einiffe Fufse steigt.
% Die J'Kechsel der Fluth und Ebbe kehren täglich zwei-mal regelmäfsig wieder; aber nicht genau zu derselben Stunde,sondern'so, clafs die volle Fluth an jedem folgenden Tage etwaum 50 Minuten später erfolgt, und alle andern Erscheinungensich eben so verspäten ; erst nach 14 Tagen kommt die F'Julhwieder auf dieselbe Tagesstunde zurück, und man bemerkt, dafssehr genau die Zeit der Fluth am Tage des Neumondes und Voll-mondes dieselbe ist, und also die Zeit ihres Eintretens mit derStellung des Mondes zusammenhängt. Diese Bemerkung läfstsich selbst von einem Tage zum andern machen, da auch derDurchgang des Mondes durch den Meridian sich täglich umetwa 50Minuten verspätet, und daher mit dem Erscheinen des