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Religion war eben nur die Gestalt der Götterbestimmt, alles andere, ihr Leben und Treibenwar der Willkür der Poeten zur beliebigenBehandlung überlassen. In der christlichenReligion hingegen giebt es keine so bestimmteGestalten, sondern bestimmte Fakta, bestimmteheilige Ereignisse und Thaten, worin dasdichtende Gemüth des Menschen eine parabolischeBedeutung legen konnte. Man sagt, Homerhabe die griechischen Götter erfunden; das istnicht wahr, sie existirtcn schon vorher inbestimmten Umrissen, aber er erfand ihreGeschichten. Die Künstler des Mittelaltershingegen wagten nimmermehr in dem geschicht-lichen Thcil ihrer Religion das mindeste zuerfinden; der Sündcnfall, die Menschwerdung^die Taufe, die Kreuzigung u. dgl. waren un-antastbare Thatsachcn, woran nicht gemodeltwerden durfte, worin aber das dichtendeGemüth der Menschen eine parabolische Be-deutung legen konnte. In diesem parabolischenGeist wurden nun auch alle Künste im Mittel-