Druckschrift 
2 (1861)
Entstehung
Seite
23
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spazierte, mit ängstlich verschlossenen Sinnen,wie ein abstraktes Gespenst, in der blühendenNatur umher. Dieses Vcrhältuiß des Christenzur Natur werde ich vielleicht in einem späterenBuche weitläufiger erörtern, wenn ich, zum Vcr-ständniß der neuromantischcn Literatur, den deut-schen Volksglauben gründlich besprechen muß.Vorläufig kann ich nur bemerken, daß franzö-sische Schriftsteller, mißleitet durch deutsche Au-toritäten, in großem Jrrthume sind, wenn sieannehmen, der Volksglauben scy während desMittelalters überall in Europa derselbe gewesen.Nur über das gute Prinzip, über das ReichChristi, hegte man in ganz Europa dieselbenAnsichten; dafür sorgte die römische Kirche, undwer hier von der vorgeschriebenen Meinung ab-wich, war ein Ketzer. Aber über das bösePrinzip, über das Reich des Satans, herrschtenverschiedene Ansichten in den verschiedenen Län-dern, und im germanischen Norden hatte manganz andere Vorstellungen davon; wie im roma-nischen Süden. Dieses entstand dadurch, daß