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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
783
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von denen Hertzoglhümern Parma und Piaccnza. 78z

treffen. Zu Salo im Piacentinischen giebtsbrunnen / daraus ein gutes saly zur nothdurfftdes landes gesotten wird. In dem tha! diNura sind auch kupffer - und eisen-bergwer-cke/ und zu Lucignano im Parmesanischenberühmte bader. Die lufft ist durchgehendssehr gesund/ dahero man viel hundertjährigeleute findet. Die einwohner werden ihressubtilen Verstandes halben und daß sie sich sowohl auffdie wissenschafften/ als zur Handlungund zum ackerbau fleißig appliciren/ sonderlichgepriesen. Man lobet an ihnen die vertrag-keit und compIailZnce gegen die fremden/giebtihnen aber darneben schuld/ daß sie eine bestan-dige freundschafft zu unterhalten keine neigunghaben. Das frauenzimmer soll weder wollü-stig ^ noch der herrschafft über ihre männer be-gierig seyn/sonsten aber das manns-volck ger-ne leiden mögen.

Ssuverai, Wir setzen einen Hertzog zu Parma und

Am-ogs. Placenza billig unter die souverainen Für-^ ' stei?. Denn ob er gleich wegen dieser beydenHertzsgthümer vor einen Vasallen des Rö-mischen stuhlszu halten/ auch zur rcccigmtionjährlich 10000 feudi nach Rom liefern muß;nicht minder auch derCron Spanien zur lehns-pflicht wegen gewisser lande und herrschaff-ten verbunden ist : So ist dennoch die lehns-pflicht dem supremat nicht hinderlich/ und dar-neben ausser zweiffel/ daß er wegen vielerwichtigen guter und lande von undencklichenjähren her in policlUone vel guasi der unabhän-gigen souverainität stehet/ die Majestäts-rech-te und Regalien exerciret/ und also vor ei-nen souverainen Fürsten in der welt/ welcherin vielen niemand als GOttunddas schwerdczu obern erkennet/ gehalten wird. Wie erdenn sich gegen der Cron Spanien als Her-tzogs ;u Mayland im vorigen seculo kormirtexrXtsnllones ziemlich verwahret/ auch allen-falls da ihm daran gewaltthatigereingriffundHinderung geschehen solte / sich unter kaveurder Eron Frankreich dabey wohl mainteni-ren wird. Die übrigen Potentaten der welterkennen ihn auch vor souverain zgestalt dennzu des Cardinals Richelieu zeiten am Königli-chen hoffe in Franckreich diesem Hertzog alleehre wiederfahren/ welche einem souverainenHerrn kan äekbriret werden. Und haben des-sen Gesandten nicht nur die ehre der Exeellentz/vorteiltes und obersitzes/ der ersten Visite unddergleichen ceremonieis erhalten/ sondern auchherbracht/ daß sie bey öffentlichen audientzenvor den Königen sich bedecken mögen / wel-ches doch der Churfürsten des Reichs ihrenAbgesandten vormahls nicht nachgelassenworden.

Luccelllvns.' Das recht der erbfolge in diesen hertzog-thümern wollen einige auch auff die weiblichencli-scenäenten erweitert wissen/ weil sie ein geist-lich lehn sind / nach der gemeinen regel: krum-stab sihließt tneinand aus. Allein wiefalsch dieselbe fty/ beweisen die täglichen exem-pel/ und würden demnach die weiblichen nach-kommen/ woftrne ihrer in den belehnungs-briesen nicht sonderlich gedacht worden/sich zurluccelNun in diesen landen schlechte Hoffnungmachen können. Übrigens ist das jus primo-

ßeniturX wie sin andern/also auch in diesemStaat in beständiger ubtervautz.

Der Hertzogliche tirul ist schon oben bey Hertzogl.ti-benennung des ietztregierenden Hertzogs an-gezeiget worden/und nur annoch zu gedencken/daß er sich öffrers bloß der anfangs-buchstabenbedienet und sich schreibet: Hergog von?.und?, weil die bcyden Hertzogthümer wegendes Vorzugs nicht einig sind/ und solcher ge-stalt aller disputat am füglichjten vermiedenwird.

Das Herzogliche stamm - wapen beste- Das Her-het aus einem in drey gleiche lange theile dielänge herab getheilten schilde. Dessen mitt-ler theil im rothm felde / die Päbstlichen sah-nen/ mit einer blauen decke oder Himmel/ güld-nen stange/ und zween schlüsseln/ wodurch diedem Fürstl. Hause erbliche dignität des Kir-chen--Fahndrichö/oder Lionfslouiereebisl^bemercketwird. Der erste pfal odertheil ist überzwerch getheilet/und führet dessenobertheil im güldenen ftlde sechs blaue lilien/z. 2. und i.zu bezeichnung des alten Farnesi-schen stamm-wapens. Unten stehen nebeneinander der Oesterreichische silberweißebalcken im rochen felde / und dabey das alteNurglmdische wapen / zumgedächtniß derHeyrath Octavii Farnese mit Margaretha/KaysersCaroli v tochter. In des dritten pfalsoberm theile oder feldung erscheinen wiederumdie schilder der Oesterreich-und BurgundischeninliZnium. In dem untern felde aber ist dasFarnesische stamm - kleinod zu befinden.

Auffdem mit golde gekrönten offenen turnier-helme entspringet der ober-theil eines silber-weißen einhorns mit umgedrehtem oder hintersich sehendem Haupte/ güldnen mähnen/ barte/hörne und silbernem halebande. Die helm-decken sind blau und gold. Im hertzen desgautzen stamm schlldes ruhet das portu-giesische königliche Hauptschildlein/ wel-ches aus der zwischen Hertzog Alexandern undder Prinzeßin Marien getroffenen alliantz undPl-Xtension herrühret.

Das Linkoinnwn dieses Hertzogs ertrüge Das em-vorzeiten nicht mehr als 100000 gold-kronen/seit dem aber die sürnehmsten lehn-güter von "Graffund herrsch.rffen/nemlich derer?allavi-cini, ibanäi, Lcoti, /^.nguisLioll dem lehnhoffeentzogen / und zur kammer gebracht worden/beträgt es bey die 6 biß 700000 rthl. welcheunter andern auch aus dem starcken Handelmit kästn/ butter und muscateller-wein/ in-gleichen aus obgedachten saltz-brunnen undbergwercken erhoben werden. Es hat derHertzog auch hiebevor das Hertzogthum Ca-stro und Ronciglione als kirchen-lehn besessen/und aus selbigen und einigen unweit Rom ge-legenen schlossern jährlich 60000 ducaten gezo-gen. Im Römgreich ^eapolis gehörenihmeauch einigestadteund herrschaffen/nem-lich das Hertzogthum cll Nonua, die städtetemura, Oltonz und andere mehr zu/ welchedie Prinzeßin Margaretha zum theil/theilsauch Hertz. Alexander von K. Philippen IIgeschenckt bekommen/ und dem Hause zubrachthaben. Ob und was der ietzige Hertzog vorpengones aus dem Hertzogthum Maxlandund Spanien empfinget/ist mir nicht wissend/

dessen