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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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782
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Des Europäischen Herolds vicrdte Haupt-Handlung

Se.ietztre-HierendeFürsil.Nurchl.

5)och fürst!«»verwand- ^re?n.

vonPabstIulio l!i in Parma relkimiret wor-den/auch A.iss6 wieder zur xvW und Nu-tzung desFursienthums placeny und derlandschaffc^ovariX gediehen / gleichwohlaber hat die Cron Spanien das besatzungs-rcchl zu besagtem PLacenza/ wie nicht wenigerdie Prätention auf Parum/ sich ausdrücklichvorbehalten; biß endlich der fürtreffliche aussolcher ehe erzeugte Printz Alexander Ernste,vuca äi Parins dessen heldenthaten nicht nur imNiederlande / sondern in gantz Europa undweiter berühmt sind / die völlige Groß-vaterliche Fürstentümer/ lande/ gerechtsame/und freyheiten bey einer guten occMon, da erncmlich die stadt Antwerpen belagert hielte/von Röntg Philippen/der zwar ungern dar-an gegangen/ endlich wieder erworben / undnach seinem A. 1592 erfolgten tode/ welchenihmc eine bey Caudebee empfangene wundeverursachte/auffseine nachkommen verfallethat. Weil seine Gemahlin/ princeßmMaria aus Portugal!/ Röntg Emanue-lis enckelin/ und Hertzog Eduards zu Guyo-marano Princeßin tochter gewesen/ so habendie Herren Hertzoge dieses Hauses alsdennauch eine xi-Xtenllon auff solche Cron kormi-ret/ als das Reich nach absterben König Hen-richs vacan t worden / wie oben unterm tituldes KönigreichsPortugall schon angezeiget ist.Aus dieser ehe sind entsprossen dessen 8uccellvrin den erblanden/ Hertzog 1, wel-

cher A.is8v auffdie Cron Portugal! petendorete/ und Fürst Odoardus/ der den Cardi-uals-hut erlanget. Des ersthochgemeldtenHertzogs Rainutii l mit Fr. Margarethenaus dem Hause ^ldobrzndini erzeugeter älte-ster Priny Zllexander bliebe taub und stumm/und daherzumregiment untüchtig. Weßhal-ber ftin Herr bruder Ddoardusich dessen an-genommen/ welcher von der Spanischen zurFrantzöischen parthey übcrgieng/ und sein landdadurch in treffliche unruhe/ sich selbst aber ingroße schulden verwickelte. Als er A. 1646verstorben/ hat er von seiner Gemahlin Fr.Margaretha äs ^eckc^Groß-HertzogsCosmiil zu Florentz tochter/hinter sich gelassen vierPrintzen/darvon der älteste Kainutius Ii zur re-gierung kommen/ und anfangs Margare-then Jolanda!?,/ Hertzog Victoris Amadeizu Savoyen Fr.tochter /nachdem sieA. 166ztodes verfahren/eine princeßin von Mode-na/lsabellzm de Ltts,HertzogsFrancisci tochter/und naä) dero A. 1666 ihre schwester Mariaä' Llle, welche A. 1684 mit tode abgieng / zuGemahlinnen gehabt. Sein Nachfolger warA. 1694 dessen aus dritter ehe den 21 May A.1678 gebohrne Printz/nemlich:

Oer Durchlauchtigste Fürst und Herr/Herrpk^.k?<ül8d!U8, Heryog ZU parn?aund piacenza/welcher sich A. 1695 mit seinesA. 169z verstorbenen Halb-bruders OdoardiIii himerlassencr witwe/ und Churfürst Phi-lipp Wilhelms zu Pfaltz tochter/ DorotheaSophia/ nach vorher gegangener Päbstl. dis-penlation vermählete.

Seine leibliche geschrvister styndPrinccßinIsabella/ oder wie sie von andern genennetwird/Theresia/ wclcheA.1665 den 14 Dec.undPrintzAnthon?aryLliu5)welcher den 29N0-

vemb.A.'679 gebohrcnworden. SeinerGe-mahlin in erster ehe erzeugte tochter ist Princes-siniLlisa beth/ geb. den 2s Ott. l 691. So seyndauch von feines Herrn Vaters bruder ^lexandrokainese noch drey natürliche kinder am leben /nemlich Alexander/Catharinaund Marga-zetha/welche beyde letzten, den geistlichen standerwehlet haben.Vor wenigen jähren florirte zuRom noch eine andere Farnesische linie/die von Bartholomäo / obgedachten^inmüiuälterem söhn/ entsprossen / und die Hertzogendi Latere gegeben/ist aber unlängst verloschen.

Die länder des Hertzogs zustimmen ge-nommen/haben zu gräntzen gegen morgendas Modenesifche/gegen mittag den Staatvon Genua und einige von des Groß-Hcrtzogszu Florentz herrschafften/ gegen abend dieGraffschafft Bobbio und das gebiete von Pa-via/ gegen Mitternacht aber den Po/ wel-cher sie von dem Lodischen und Cremonesischengebiete absondert. Man will deren längeauff 16 und die breite auffTernsche weilenvergrößern. Die Haupt - theile diesesGtaats sind (1) das Heryogthum Parma/dessen fürnehmste stadt Parma/welche miteiner trefflichen citadeile verwahret/ auch son-sten wohl befestiget ist und eine Temstche meileim umkreiß haben soll; nach diefir folgen

Lelfoi te, Ler?eto, Ivlome Lbiarugolo, (loloino,poinuovo, Uoilgle, Kocca Rollens, 8.

Luelto, 8. 8Lcundo, Lorggng, l/ofebiara p.occa,u.s. f. (2) Das Hertzogthum piacenza/in welchem ausser der Hauptstadt gleiches nah-mens/ so mit einer starcken citadelle versehen/

/wguZto, Lsorso, 8. Siovanni, dlubianc», Ivlon-tenaro, pecorara, Ponte dlurg,^c>ncbgtz!ig,a!lwl>

ehemahls die Teutschen Kayser/ bevor sie nachRom zur krönung reiseten/ gemeiniglich einenReichs-tag zu halten pflegten / koivero, vi^olzu. a.m. zu bemercken. Hierinnen sind auch dieaNMUthigeN thäler Vgl dl Lbiavenng, Vgl di Nu-ra, V»l di pnno, Vgl di I'idone und V»! di Irebbia

gelegen. (z)Die reunirten lande/begreiffendden 8tato psllgvicino und den 8tato di bandi, de-ren jener Lor^o 8. vonino, Lnibeco 5 doiteßiore,?ioren^nol^ (Zibello, Ivlonticelto, Laste!I^Iuovo dil'er^i^e-pione; dieser aber bardi,bor-A0 di Val di 1arro,LZMj)igno Uramno U. stf. UtN-

schliesset.

Die grösten stttfse sind die!>n?g, par-M3,4l,r-c»^'I'ld0ne)1'i ebbig, die kleinern/ als dieI.grdg,0nAina, Zgßsnia, den Leno u. a. m. unge-rechnet.

An fruchtbarkeit behält dieses stück derLombardei) vor vielen andern in Italien denMiß/müssen es einen Überfluß an getraidc/flachs/wein/öl und allerhand garten - fruch-ten zeuget. Sonderlich siehet man an Hey-den feiten der Vi« Amili-e die schönsten äckerund Weinberge/ die man nur bedencken kan.Von fettem wiesewachs sind die thaler undauen so reichlich begäbet / daß darvon eine un-glaubliche anzahl kühe ernehree/u.dadurch gantzEuropa mit denen delicatestenParmcsan-kästnversorget wird. Das Apenninische gebirge/ sodieses land Mittagwerts berühret/ ist meisten-teils mit eichen und castanienbaumen besetzet/welche treffliche schwein-mastung geben/ wiedenn auch sonsten viol wildpret darinnen anzu-treffen.

Lage undetntl'eilunAdes Palme-säuische»Staats.

Flüsse.

Fruchtbarkeitund g«uden deslandes.

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