764 Des Europäischen Herolds vicrdtc Haupt-Handlung
dlcsi'A.iHy keine andere erbin als ihre encke-stn , des Hertz. VON ^!e6ins
äs lug 'lor-si Gen?ahl:n/hintcrtieß/ weiche sichebenfalls des Hertzogthums Sabionetta an-maßte/gerierh es zwischen ihr undHertzogSci-pio zu Bozzoio bcy'.n Kayseri. Reichs-Hoftathzum prveess/ worinnen dieser A. 1640 den 2May seines rechts verlustig erkläret wurde.Wiewohl nun dieser sein Herr söhn Hertz, '^lo-hn im Hmmy dic suche von neuem pomi-ne/soerfolgte doch kein ander bescheid/ als das der-ftlbe entweder i>OOOOth!r.von den« Hertzogdi S. Pietro für stine pr-rtsnlicin annehmen/oder aber/ falls er das eigemhum von Sabio-netta verlangte / der Cron Spanien 20OOQOthlr.'.^!iop5Hjf)n6''Unkosten entuchten solte.Die-weii ihm aber von diesen bedingungen keineanjläudig war / hat er zur Kayscrl. invsNiturüber das Hcrtzogthum nicht gelangen kön-nen.
Hcrtzogl. rc- Dl' gewöhnliche rcsideny desHeryogs isttzdcntz. ' zuMantna/allwo dessen palnst einer der präch-tigsten und best-meublirtcsten ingantz J-atiengewesen/ ehe selbiger A. wzo bey eroberungdcr stadt von den Kayjerlichen ausgeplündertwurde: Denn dazumahl war der meublcn ei-ne so grosse anzahl/daß alle zimmer siebenmahlverändert werden komm. Unter andern ra-mmen befand sich auch eine orgcl von alaba-ster / und sechs tasseln iede drcy fuß hoch/ derendie eine von schmaragd/ die andere von türckis/die dritte von hyacinth/die vierdte von saphier/die fünffte von agtstein / und die sechste vonjaspis war/ welches alles dein überwinder zuraube wurde. Nichts desto weniger hat da-selbst das augeander raritaten-kammer/demantiquitäten-saal/ dem marstall und vielen an-dern curiosen dingen gegenwärtig noch genugzu sehen. Die Herzoglichen tust - Häusersind Marnmolo / allwo ein schöner gartcn/?a-volita, nebst noch vier biß fünffandern/ alsVirgiiiana/ Gonzaga/ The/u. s s.
Der hoff an sich selber ist iedeSmaht sehrdes^Hertzocisansehnlich und prächtig/auch dermaßen be-vonckammschaffen gewesen/ daß die KaysereFerdma??d -lund ui ihre Gemahlinnen/ beyde Eleouoragenannt/ von dannen geholet. Gestalt denndie Hertzogliche lehn-höfeim Mantuanischcnund Montftrratischen eine grosse anzahl vonMarquesen/ Grafen und Herren haben/wel-che/so offt als cs vonnöthcn/ auffwarten müs-sen. Der ordinar-Hofstaat ist nicht wenigergalant. Die krapße der Hertzogthümerwerden durch Gouverneurs regiret/ und zu de-nen justitz-sachen ist iedem ein vo^orsurts zu-geordnet ; die übrige geringere fachen habenauch ihre richter.und auffseher. Zu Mamua
bestehet der Hof-Rath aus sieben rechts-ge-lehrten hochgradlurten Personen/ deren Präsi-dent in jachen/ da die im lande hin und wie-der verordnete?»tsüä die appeststiones ergehenlassen müssen/ die endurtheile oder letzten be-scheide spricht. Hierüber ist noch der Magi-strat der sieben Herren / oder'daS kammcr-gerichte/darinnen neben einem Präsidenten/zween und Edelleute über den kam-
mer- stichen erkennen/ und Verordnung machen.Ausserhalb der stadt Mantua sind auff dielandschasst sechs auffseher/ deren Verrich-tung darinn bestehet/ daß die victualien in öst-lichem preiß bleiben / und daran kein Mangelfey. Gleichwie in der stadt Mantua ein Nm-viwrs Adelichen geschlechtS dergleichen fachenversorget / deine ein vocior juris und vierkauffleme Emiren; und ingejammt das pro-viand-w/sen beobachten. Der (^puano äsllaeiusttti^ verwaltet die peinliche gmchtbarkcit/sammt einem beysitzcr und ftscal. Der Her-tzog aber hat sich das recht/ die malesitz-perst-nen zu begnadigen / vorbehalten.
Belangende die Verwaltung des regi-menrs von Montferrat/ da hat der Hertzog ^?HerW.-seinenGouverneur zuCasal/welcher grossen re- timms 'spect und fast absolute gewalt zu befehlen hat.
Fällt eine wichtige execunon sür/so pflegt nachHose berichtet/ und sich befehls erholet zuwerden. Die übrige geringere jachen undge-richtbarkeiten im lande sind auch so bestellet/und haben ihre maße: Gestalt sie denn ohnebericht nacher Hose keinen zun? tode oder auffdiegalceren verdaminen können.
Die religisn anlangend/so wird zwar 5^^insgemein nur die Römisch - Catholifche/ zu m-Mirchwwelcher sich das gantze land bekennet/getrie-^^'ben/ iedennoch haben die Jude?? zu Mantuaauch ihre öffentliche synagoge. Der vor-nehmste unter der Geistlichkeit in demMan Manischen Hertzogthum ist der Vischoffzu Mantua/ welcher vormahls unter desPatriarchen von Aguileja jurisäiekion gewe-sen/ aber seit A. 1455 davon befreyet und demPäbstlichen Hofe unmittelbar unterworssenist.^ Indem Montferratischen sind die Bi-schöffe zu Casu! und Zlqvi/ welche den Ertz-Bischoff zu Moyland vor ihr Haupt erken-nen.
ZuMantua hat Hertzog Ferdinand A. i62suniverMeineUniversitatangcleget/und/un? die.Deut-u'-dgeleiMsche Nation dahin zu locken/ derselben sonderst- Sommeil.che freyheiten gegeben. So ist auch daselbsteine gelehrte geftlischafft/ die sich i/lnv-ißlM
nennen/ gleichwie zu Casal ZNstustrati sichzustimmen vereiniget ha-ben.
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