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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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763
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von denen Hertzoglhümern Mantua undMonrferrat.

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zahl zwanyig zu seyn / deren Haupt der Her-zog ist/welcher das Ordens-fest alle jähre inder Dom-kirchen zu Mantua begehet.

Ritter/ 0a- Es ist auch zu Mantua und Modena ein ge-V-Iicri ^--u-^i^r Orden anzutreffen / dessen Ritter (^ava-xiori°s" ge- beri ^laclouna ßloriosz genennet werden/nannt- welcher gestifftct worden / denen ehemahls indenen Jtalianischen stadten eingerissenen Unei-nigkeiten unter den ehe-leuten zu steuren / undvor die wittbcn und wayftn sorge zu tragen.Sie wohnen nicht in klöstern/sondern in ihreneigenen behausungen/ und werden insgemeinkl-Ztl-esg2uclentes genennet. Hiernechst folgensie der regul^.vominictz geloben eheliche keusch-heit und gehorsam gegen ihr Oberhaupt/ unddörffen keine güldene fforen tragen. Ihr Or-dens-zeichen ist ein purpur- farbenes creutz imweissen felde mit vier sternen aufder feite.

Macht und Die macht dieses Fürstlichen Hauses kön-desHaws. te weit grösser und beträchtlicher styn/wanndie' ea6ctten nicht so viel lande und herrschafftenhinweg genommen hätten; Massen denenselbendie Hertzogthümer und 8abionett3, dieFürstenthümer Loi2c)Ic>,LglkiAliOne äella 8tive>re, und 8o!5i,rlN0, die Grasschasst t^ovellgra undandere wichtige stücken mehr überlassen wor-den. Sie gestehen auch dem regierendenHertzog zu Mantua keine äepenäentz / sonderngeben sich vor unmittelbare Vasallen des Kay-sers aus. Dahero solche Potentz nicht so be-schaffen/daß man mit denen benachbarten vielanbinden/und sie oKenckren kan; gleichwieauch ohne fremde hülffe die vorigen kriege nichthaben ausgestanden werden können. Diekriegs-,nacht bestehet aufder land-miliy für-ncmlich. Denn es haben beyde Hertzogthü-mer einen sta rcken Adel/ welcher wohl weißden degen zu führen. Das Mantuanische gibtdie fürtrefflichsten pferde/ deren anzahl man12OOO schätzt/wenn es ein ernst ist aufzusitzen.Die mannschafft zu fuß hat man auch 15000Mimiret/ zu deren ausrüstung die landes-ma-gazinen einen genügsamen vorrath an armumrund geschütz haben. Jedoch dürffte es demHertzog schwerfallen/über 5 biß 6000 mann zufuß und ein regiment zu pferde an reguürtentrouppen aus seinen einkünfften zu unterhalten.Die Hertzogliche garde aber bestehet in 50mann zu fuß und 200 reutern / welche letzteredem Hertzog nicht stets aufwarten/sondern nurzu gewisser zeit pnacle machen. Die gewöhn-liche besatzung aber zu Mantua ist in friedens-zeiten z biß 400 mann. Die vestung Casalhat Heryog Vincencz zur Versicherung widerSpanien im Ttato ck^ülano und denHeryogvon Savoyen / als beyderseits gefährlichenachbarn/zur Versicherung seines Mars erbauet/und selbe dermasien wohl versehen lassen/ daßsie/wie bereits oben gedacht/drey scharffe bela-gerungen ausgestanden, c^netto, oüiano,<DaaeI (Zui5re,(I!MlZ!i»ne U.a.M. sind Nicht bz-ttant eine lange gegenwehr zu thun. Hinge-gen kan die Haupt-stadt Mantua wegen ihrervortheilhafften läge einen feind ziemlich auff-halten. Ivlvntol^mpe bey LNzrlevüle, welcheetwa von dem im Mantuanischen wapen be-findlichen Limier und Olympus. berge den nah--wen hat/ist auch fottiKciret.

Die einkünssce des ^eryogs zu MantuaVtepdpe Haupt-Handüng.

betragen etwa 600000 krönen. 8sgetbusaber zehlet zsOOOO feudi jähr-renken / darzuwerde aus Montferrat 200000 / das übrigeaus dem Mantuanischen eincaßiret. Anderereferiren/daß itzo das gesammte einkommen al-ler lande sich auf 849000 erstrecken solle. Die-se einkünssce werden mehrentheils von denmühlen/zollen/Iudcn-schnyungen u.d. g.kru^ibus jurzsäiAioms genommen. Pöt) ma-

riagenmuß dem Hertzog von dem braut-schätzauch etwas gewisses entrichtet werden.

Vss dieses Herzogs er-Interesse

fordert/ mit denen benachtbarten Pocentzen ^esHertzogs.und Fürsten in guter ruhe und nachbarlichemwohlvernehmen zu stehen/ auch/ so viel an ihme/mit verhüten zu helffen / daß Savoyen nichtgar zu mächtig werde/ und unterm pr-etexr deralten Montferratischen pl-Xtcnlion, den Prin-cipat von Mantua gar übern Haussen werffe.Mit Kayserl. Malest, als seinem ungezweiffel-ten Lehns-herrn/solte er vor allen andern in ge-nauer verstandniß leben / welches aber der itzi-ge Hertzog bißhero sthr schlecht beobachtet hat/indem er Franckreich vormahls eine stetswah-rende garnison in Cafal verstattet/ so dann infolgendem Frantzöischen kriege A.u^l/ wieauch in gegenwärtiger wegen der Spanischensuccelllon entstandener fehde seidiger Croneangehangen/ und dem Kayser und RömischenReich die schuldige lehn-pfiicht versaget.

Seine anspräche bestehen darinnen / daß Ansprüche,er über die andern Fürsten vom Hause Gonza-ga einige souverainität suchet/welche ihm abervon denselben nicht eingeräumet wird. Sowill er auch dem Hause Savoyen das Reichs-Vtcariat in Italien nicht zugestehen / son-dern selbiges vor sich behaupten / worüberin vorigen zeiten schwere streitigkeiten entstan-den/ biß die fache durch die c^pttulLtionen ietzt-regierender Kayserl. und Römisch-König!.Majestäten folgender Massen äecM'et wor-den: So thun wir auch dasjenige/ wasdas Churfürstl. Loikum unterm datoden4Iunii im oerwichenen r<5s8 jähr anihn wegen annuüir-uud auffhebung desdein hauße Savopen zu nachtheü unter-fangenen Japser!, und Reichs-Vicariatsund Generalats in 'Italien geschrieben/hiermit allerdinge einwilligen/ und be-stätigen; dergestalt daß wir ob desselbenbegriffftstjgltch halten/ und die Herzo-gen von Savopen bex ihrer inItalien ha-bender Vicariats - gerichtbarkcit und pri-vileZien gebührend schüyen/ und handha-ben wollen; welches alles iedoch auffdieconäition gestellet wird/ wann sich derHeryog von Savoyen denen Ihrer Aay--serl. Majestät von Reichs wegen pubücir-ten Inblbitoriiz und ^ävocztor'UZ gemäß be-zeigen und verhalten wird. Der Fürstvon Bozzolo/der/ wie oben erwehnet/ ein 5P2N-nzßirter Herr von diesem Hause ist/ hat auffdasHertzogthum Sabionetta einen wohlgegrün-deten anspruch. Denn als Velsiallanus Gonza-ga/ Hertz.vonSabionettazA.1s9l ohne männ-liche'erben verblichen war/ brachte dessen ei-nige tochter Jsabella ihrem Gemahl!^u6ovi-co LaratkT, Hertz. Zu Stigliano/ dieses landals ein Heyrath-gut zu. Nachdem aber auchDdd dd 2 dich