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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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D^s Eüropaiscben Herolds vierdte Haupt-Handlung

^er ^ierdlen ^auph^ündluuA

bebender Maupt-Mheil:

Von

ßantua

Ursprunqder stadtMai»tua.

erhöhungdes ge-schiechtS.

En Ursprung der stadt Man-tua halt man 6zo jähre älter/als der stadt Rom/ und wur-den derselben einwohner voralters Lenomanr gcnennet..Diese stadt und Provintz/nachdem sie zuvor unter den Galliern/ Rö-mern und Gothen gestanden / gehörete A.s68annoch unter das Longobardische Reich/ hißes nach der zeit/ als K. Carl der Grosse dasOccidentalische K'ayserthum wiederum auff-richtete' seidigem einverleibet wurde. Jedochals sich nach dem grossen lmcrreZno yer zu-stand in Italien mercklich änderte / so wurdeA. l Z2.8 der ansang zu dem Hertzogrhum Man-tua und der erhöhung der Gonzagisichen fa-milie gemachet.

Vom m- Diestlbe führet sonsten ihren Ursprung herspruW.undvon einem Jtalianischen sürnehmen Herrn/nahmens Hugo/welchen einige zumNepotenKönigs l.vtkarü, UNd zum l>ronepoteKaysersI>ot^ru machen wollen. Dessen Gemahlinist emegebohrneGonzingin/ LongobardischerNation/ gewesen/und daher der zunähmeGonzaga dein Hause erblich worden. Mas-sen auch H Hugenssohn/Gerhard Gonzin-gi oder Gonzaga/A. 1009 alsein unmittel-barer Vasall des Reichs die lehn erlanget.Von diesem Gerharden stammet im eilfftengrad der niedersteigenden linie^lo^liuz2sZ2, welchen Raffer Carl V bepderA. 1528durch crmordung^in2i6i?uilönm Lvn.^coll! er-haltenen hauptmannschassst m ManrusA. -54? bestätiget und zum Vibrio des Rö-misch. Reichs verordnet hat. In diesemfüruehmeu amte luceeäirte ihme einer seinerHerren sehne / nahmens Quiclo, ein Vater H.Ludwigs/der A. 1362 seinen altern bruderUgolinum/vieler in der familie erregten Un-ruhe halber / aus dem wege räumte / und eingroß-vatcr H. Frankens/ welche ebenfallsdiese KayserlicheHauptmannschasst nach ein-ander verweset / und die tyranncn vertrie-ben. Des letztgenannten Reichs-Haupt-manns söhn/Herr Johann Feany von Gon-zaga/ hat sich bey Aapjer Sigtnunden sowohl verdient gemacht/ daß er ihme A. C.i4zz den 22. Septemb. die würde und titu! ei-nes Marckgrafenszu Mantua/und im-merwährenden Stadthalters des Reichsin Italien conseriret.

Drey lnncll Ihme ist in dieser würde gefolget sein alte-Herr söhn MarckgrsfLudwig/ welcher

drey linien von sich abstammen lassen : Dennvon seinem jüngsten Herrn sohnH.Rudolphcnsind dieFürstcn von Cnsttgltone z von demMittlern H. Johann Fcanyen/die Fürstenvon Vesolo oder Bossolo und Herzoge zuSabionetta entsprossen. Der älteste söhnaber Marckgras Ludwigs/ H. Friedrich/ hatden stamm der Marckgrasen von Maurusfortgepflanger/undA. 1484 von seiner Ge-mahlin sr. Margarethen/ Hertzog Aibrechtsdes Frommen in Bayern tochter/ nach sich ver-lassen H. Franyen l, dessen Herr söhn Marck-gras Friedrich It von Kaystr Carln V A. iszOden 8 Apr. zum Heryog von Manrua ge-macht worden. Ihme folget stin söhn H.

Fcany ll, und weil dieser A. is)v ohneleibcs-erben verstarb/ dessen bruder H. N):l-helm/welcher Kaysers u schwe-

ster Eleonoram zur ehe hatte/und von demsel-ben A.rs7Z zum ersten Heryoge zu Monr-ferrat erkläret wurde. Er hat sich die er-weiteruug seines gebiets sehr angelegen ftynlassen/und hiernechst 12OOOOQ thaler ersparet/welche ftin Herr söhn und Nachfolger H.Vm-centius! auff beftstigung der stadt Casal mei-stemheils verwendet. Derselbe erwarb auchgrossen rühm in demTürcken-kriege inUngarn/und verließ von seiner Gemahlin Fr.^lcono-ra/Francisci Groß-Hertzogs von Florcntztochter/ drei) Printzen/ H. Frany lll, H Ferdi-nand und ^.vincenyen!!. welche einanderin der regierung gefolget. Wie nun mit demletzten A. 1627 den 26 Dec. die Nltlhelmmi-sche linie ausgestorben war / fiel dieluccellionauf den nächsten Agnaten/ Heryog Csrlnlvon Jevers undRhete!/ als dessen varer/H.l.ucic>vicu5(Zvn2-iFa.obgedachten H. Wil-helms leiblicher bruder gewesen Jnmassen auchH.Vmcentz ll ihm solche durch ein öffentlichviplomz beschiedcn und die umerthanen darzuverbunden hatte / so daß es ihm nicht schwerwurde die pollels der verledigten lande zu er-griffen.

Oer Heryog von Saroten aber wolle5ucc<-mons-wegen sttner Geinahlin/frauen Margarc- ^ ^then / des legt-verstorbenen HertzogsMstl häuschwester/das Marekgrafthum Montftr-rat haben. Ferdnmndus/Hertzog zu Gua-voym.stalla / bezohe sich aus die Schwerdmagen-schasst/und prXcenclirte auch auf die alten erb-lande/die er desto eher bey diesergelegenheit zuerlangen vermeinte / weil die nähere Agnatenunter Frantzöischen sahnen wider das Röm.

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