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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung

schwachen undpreßhassrenkrancken/ undzu cmem mitbeschüyer des ^acholischenglaubcus. Der neue Ritter antwortet:Dafür gebe ich mich aus. Nimmt daraufden schwachen mantel mit dem weissen leinenencreutzc und antwortet auf die frage Glaubestdu /daß dieses das zeichen sey des lebendig-machenden creuyes/ an welchem Christusvor unsere und der weit sünde gestorben ?mit ja. Und dieses / fahret der kscipientefort/ ist das zeichen / welches du auf deinerkletdung stets tragen sollst. Gibt ihmdaraus den kuß/ legt ihme den Ordens-man-tel ausgeschulter/und das creuy aufdie lin-cke brust /und gibt ihme den vergüldeten de-gen in die Hand mit folgenden Worten: Nimhin dieses creuy und degcn im nahmen derheiligen Orexeinigkeit/der heiligen Jung-frauen Marsen und des heiligen tauffersJohannis / zur Vermehrung deines glau-ben s / zu beschirmung christlichen nah-mens/ und zum dienste der armen. Dennzu dem ende wird dir / bruder/ das creuyaufs hery geleget/ daß du es von Heryenlieben/ mit der saust verthetdigen/ und un-verrückc behalten sollest. De»:n weim duim streite wider die feinde Christi dascreuy-sahnlein Christi verlassen/ und anseinem so heiligen gefechte fliehen würdest/wird dir/ als einem Übertreter deiner ge,lübde/das heilige creuy und Ordens-zei-chen nach erforderung unserer Ordeus-Statueen abgenommen/und du als ein fau-les gliedmaß aus dem Orden ausgestoßenwerden.

Nachdem dieses geschehen/ wird er mit demOrdens-gürte! umgürtet/ zum zeichen derkeuschheit. Das schwerd wird ihme hier-nechst dreymahl aussdieachsel geschlagen/ daßer sich darbey erinnern soll / wie er um Christiwillen leiden müsse. Darauff nimmt er dasschwerd von dem Ritter an / streicht drey-mahl damit in die luft/ gleich als wolte e: diefeinde des Catholischen glaubens im nahmender heiligen Dreycmigkeitzum fechten herausfordern.Mischet das Schwerdt am arnieab/ steckt es in die scheide / zur bemerckung/daß er Anglich/ gerech:/ tapfer und mäßig inalle seinem thun und lassen erfunden werdenwolle. Bald darauff ziehet ihn der Reci-pient bey der schütter empor/und will ihnzur Wachsamkeit in tugenden und Heldenta-ten darum aussmuntern. Hernach legen ihmzwecne Ritter die güldenen sporen an/ zurlehre/daß er das gold und schätze der weit ge-gen seine Ordens-reguin geringe halten/ undzumahl durchs geld und gut sich nicht zur untreuund verracherey verleiten lassen/ im übrigenauch in seinen Ritterlichen Übungen fleißig undhurtig seyn solle. Die Handschuhe bekommter zu dem ende/ daß gleichwie er diese an die'Hände / also er auch den gehorsam gegen die ge-fitze an fem Hertz ziehen solle. Endlich legter dein neuen Ritter die schleifte oder strickmit quasten um den hals/ und beschließetalso: Nimm an das joch des Herrn/ weiles leicht und süsse ist/ hierunter wirddeine stcle ruhe finden. Darauff umar-mer der Recipiente und nach ihme die anwe-

sende Ritter den neuen Ordens-bruder/ wech-seln die küsse miteinander/zum zeichen brüder-licher treu und liebe/und werden einige ge-bet» gesprochen und mit einer messe beschlos-sen.

Ist aber einer wider die form der Statutenauffgenommen worden/ (es sey denn/daß erentwederdurch ein Pabstl.Breve/oder durchdas General-Capitul des Ordens Mlpeniat-onerhalten) so wird der Ritter ein berv-ente/der Capellan ein krater obcäientiX, und der8ervient ein ttliter- oKoli. Alle diese aber sindso dann zur aämimMMon der Ordens-guterundCommenden ungeschickt.

Diefin unterschied desto besser zu begreif-Dreyme»

fen/ dienet zu wissen/daß der Ordens-brüder arm, derdreyerley gattungen sind/ welche einthei- byi^'lung der Großmeister k^munclus öi pocko A.iizogemachet hat. ^Als Ritter/ welche ed-ler geburt und bewährter Ahnen seyn müssen.

Dann die geringere art/ die man Priesteroder Capellane und Servituten nennet/deren zweyerley sorten sind/ entweder Conven-tusb brüder oderpriester der obsüieny /oder8ervienten/ welche letztere zu Maitha zum dienstdes hospirals / und zu dergleichen knnäk-onen ge-brauchet werden. Diese sind nun Servicntezarmorum bcym convent/ oder LervientesoK-cü ausserhalb des conve?,ts. Von dieserletztern gattung wird keiner zum Servientender waffen und denen chargen / welche diesenconteriret zu werden pflegen / auffgenommen.Die 8crvicmen aber der Waffen sind fast nurdarinnen von denRittern unterschieden/ daß sienicht allemahl von Adlichem herkommen / dasgrosse creutz nicht tragen/ undzu?rior3ten undandern hohen Ordens-chargen nicht gelangenkönnen: Sonst aber haben sie einerlei) Protek-tion, einerlei) Habit/ genuß der commenden-en/ commandeurschaffren auffvestungen undschantzen/ zu welchen allen die Capellane und8ervisntez oKcu nicht alpiriren mögen : DcNNdie Priester warten desGOTTesdienstes/unddie 8srvisnten des amts/ inde;n sie denen Rit-tern in ihren commenden austerhalb ConventsminilkrixeN.

Jeder Candidat desOrdens/ welche l)ik-ersten genennet werden/ muß sein prob -jahrim Convent ausstehen/ damit man seines lc- dcrMttr.bens und wandels/ auch der capacität/ kun-dig werde. ^ Ist darneben schuldig / nicht al-lein die gebühr der spräche/ unter welche er ge-höret/ sondern auch das pastage - recht/nemlichvor den Ritter-Orden 260 feudi an golde / vordie conäition eines Lervieruen aber 2OO zuzahlen. Ist einer an der Verstattung des Pas-sage-geldes saumig/ so verlieret er das recht.der antlgmtä oder des alters/und werden ihmdie jüngere Ritter bey denen commenden vor-gezogen. Denn die eapacitat zu diesenperceptionen fangt von dem tag und stumde dieser Zahlung an. Zu welcher zeit / undnicht eher/ er auch die tabuem in /Ubergiis, oderdie aufnähme in ein National-hauß/da diebrüdermit einander logirenund essen/bekom-met/ und gehet von dar auch die kol6ea odersold aus der Ordens - rentkammer an. Zueiner commenda aber kan keiner gelangen/er habe denn fünffjähre nach der prokeks

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