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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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749
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und ist etwas länger als breit; denn die breitehält zum höchsten i2vc?O/die länge aber wohl2OOOO schritte. Sie liegt zwischen EuropaundAsrica im Mittel-meer an der mittags,feite von Stettten/gegen Trtpoli in Varba-riey über. Ist mit wohlgelegenen sichern Hä-sen begäbet. ' Ihre fürnehmsten vier städtesind i) die Neustadt oderitztgedachtesv^Kr-tz, welches der zeit das Haupt und die resi-dent des Großmeisters; darzu das Cgstel!8. Ll»7io zu rechnen. Sie wird sonsten auchMaltha genennet/und hat das kloster 5. ja-hgnn>5 in dieser stadt 8c>OOO reichsthalerein-kommen. Diese stadt hat z theile/deren jedeseine besondere grosse stadt machet/welche durcheinen arm des meeres solchergestalt voneinan-der abgesondert sind/daß sie alle drey aus beson-dern Halb-Insuln liegen / und dieses sind ausden: meer aufsteigende hohe felsen/allwo dastel-be sthr sichere und so weite Häfen hat/ daß sie fä-hig sind/ gantze krieges-flotten in sich zu fasten.Wann man nach Maltha gelanget/ flehet manzwey solcher see-häfen/ welche durch eine sehr ho-he erd zunge oder schmalen strich landes unter-schieden werden/und auf diese erd - zunge ist dieNeustadt nebst dem castell 8. Limo gebauet.Unter diesen beyden Hafen wird der zur rechtenHand Kj2rl3mo>.!Lbet genannt/ und dienet nurdenjenigen schiffen/welche nach Malthakom-men/ sich daselbst zu erfrischen. Der andereist der grosse Hafen / wo alle schiffe insgemeineinlauffen/und welcher so wohl von dem castell8. Limo, als auch von dervestung Llorre cieilakocca genannt/ auf der andern feite aber vottdem ealtelio äl 8. Angela beschützet wird. Die-ses castell ist so feste/ daß Solymann alle mühvergebens anwendete selbiges zu erobern. Dieübrigen stadte sindDVlttoriol'a,ingemein 'löur-

sogenannt/darinnen das castel!ci.8.^nZelo;ferner z) 52NAlea oder die Insul S.Michaels.4rionanz oder die neue stadt. Hiernechst istdas alte Maltha civitsz ncitabilis , item K4s-<tma oder Lutg Veccbia genannt/welche stadt fastmitten in der Insul liegt. So sind auch Noch8 kleine städte oder pfarren/und über 6o fleckenund dörffer. toasten hat der Groß-Meisteraufdem berge Ver6-i!a in Maltha ein lusthaußmit dieser überschrifft : kwnti Vei-a^lX ^os äL?iuvl2 OL. LXXVl. Lsäant curX loco« EsAruchtw- recommandiret sich die Insul sehr vonfrucht-km. barkeit und gesunder luffc und waster/undhat den Vorzug /daß zu ihr/ als einem schau-plag der tapsterkeit / der kern des Adelsaus ganylLuropa zusammen kommet. Dwerde/ felsichte gewächse/ undstelne dieserInsul haben besondere lügenden / und findetman keine oder doch wenige und unschädlicheschlangen und gtffnge thiere darauf. Die-_ ses schreibet man dem Apostel Paulo zu/welcherdie gifftigen thiere verbannet haben soll/ als ernach erlittenem schiffdruche Hieselbst von einervtter war verletzet worden. Wiewohl anderedavor halten/esseye dieser schiffbruch bey derauf dem Adriatischen meer gelegenen InsulMaltha geschehen. An korn und wem istmangel /7s biß ZOOoo Personen / die auf Mal-tha leben/zu unterhalten / indem die viele felsettden ackerbau verhindern: Daher die noch-durfft aus Sickte« zu erholen. Dargegen

wachsen die baumwolle/haftr/und allerbanddelicare bäum - und garten - fruchte Hieselbstin Überfluß. Die natürlichen einwohner die-ser Insul sind Africaner/ dahero sie auch dieArabische spräche reden. Ein theil derselbenhalten sich mir ihren famitien/gesinde und viel)beständig in uNterirrdilchen holen auf/ss daß sieauch nicht darzu zu bereden / nur eine nach? inder stadt zu bleiben»

Nicht weniger gehöret zu dieser Insul dasDasEtwdkleine Etland Paulos oder Gozv/^ welches sie-AUUden meilen in umkreiß und von Hafen gute be- G^o unsquemligkeithat. Und sind sonderlichl-mätzLöla OuL^ra, wie auch ^adtzUndi! b'or-nc> bekandt. Sie wird durch einen Gouver-natorn des Ordens von Jerusalem/oder ober-sten Hauptmann/ cr»mmanäiret. Allhie wer-den vortreffliche stoßssalcken gefangen. Des-gleichen die Insul Comino/samt der A. i6igerbauten stattlichen v estung. Auff dem steiN-felsen korfola liegt auch ein 5ort: Daher mandie jungen Rittet/welche erst in den Orden ge-treten/und doch von grossen grumpen schwa-tzen wollen/ schertzweise nennet Lrencsst c!i 5ok-sola, oder barüzl-z. So rechnet man auch diekleinen JnsulN Luminot und Limolz darzu.

Hierüber gehören dem Ritter-Orden inSpanien/ Frauckreich/ Ober- und Lieder-Teutschland und denen Kayserlichcn erbiäwdern verschiedene Jürstenthümer/ lande/-leyen und Commenden zu ; deren aber auchviel in fremden Händen/ und dem Orden vor-enthalten werden. > ,Das Oberhaupt dieses^ohaNNiter-Or-^M^dens tst der Groß - Meister/ oder Magnus vasordetts-

Oräinl^^ohanniticlleu UelitenUk. We!-^^'

cher/ krafft der von Aaxser Ferdinanden tldem Groß-Meister -^ciol^ko äe VLAnacourtA»tsa^ertheilten conoeilion^ den NtUl Setemstlmiund das prseäicat Lminentz führet/und vor ei-nen souverainenJürsten nicht nur wegenGozs/davon et sich jedoch prenLijZe schreibet/sondernwegen des hochgeachteten GroßMeisterchuMs/und sonderlich in ansehn der hiebevvr bcseKneNsehr wichtigen lande/ auch noch ietzo innhaben-den mächtigen Insul und Provintzien / soWohl auch wegen der auffso verschiedene wich-tige lande habenden pt-Xtenlionen / erkennet.wird» Denn ob er zwar die Insul Maithavont Königreich Sicitien und von Ray- N-Oll/'dochsertlcher Majestät/von andern poten-^ersouve-yen über seine übrige lande zu lehn em-pfahen muß / so hindert ihm doch solches anseiner Hoheit in poüticiz nichts. Und thun diejenigen nicht eben so gat unrecht/welche ihn al-len Patriarchen/ CardinäleNund Geistlichen/ja auch weltlichen nicht souveralnen Fürstenvorziehen und den rang geben- Er -wird er-wehlet von dem Ordens-Capitul/ welches Wahl emesvacsnte lecle alle zum Großmeisterthum gehö-N'^'rige fachen durch den Luvgotenente expeäiret;Und geschiehet die wähl mit folgenden ceremo-Nien. Des zur eleöUon bestimmten tags ver-sammlen sich der Sradthalter und anwesen-de Ordens - brüder in der haupt-kirche undschreiten nach gehaltener messe zur wähl. Zu-vörderst eröffnet der Stadthalter denen hohenNaths-gliedern/ LailNsenj?rwren und LKiiZ-lendie Ursache der Versammlung. DarauffBbb bb 3 treten