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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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728
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ßMgisttDes Groß?Hertzog-ßhuW'

Des Europäischen Herolds vkrdte Haupt -Handlung

von dem oommillario der Pabstlichen ihre bel-siunden halten/ und den Refsrmir»

kammer alle jähre in der vesper S. Peters ein ten ist ein gewisser ort vergönnet/ wo sie ihre

solenner anspruch gemacher / und dieser ort todten begraben können/und wolte vor einigen

dem Kirchen - Staat zugeeignet wird/ ohne jähren verlauten/ daß die Englische Nation

zwar daß der Pabst sich bemühet/selbigen wie- gar die gewißens-sreyheitund einen Prediger

der zu bekommen. zu halten erlangen Dürffte.

Gestalt nun der Groß-Hertzog sorgfaltig Den Rirchen - Staat anlangende/ so be-

Hör erhaltung der ruhe in Italien bemühet stehet derselbe vornehmlich auff dm drepSt<m.

Lst/ weiter im kriege viel zu vertieren hat; Ery-Vlschoffcn/ztt^lsreny/ptfaundSi-

Älsosucheter zu verhüten/ daß die Cron ena/sammt 17 Vischöffen/welche also ein-

Franckreich nicht weiter in Italien einrücke; getheilet/ daß dem Ery-Vischchfzu Florenz

weßhalber denn gantz Italien gleiche furcht die Bischöfe Zu Lorgo 8an 8epulcro^ oi!e>

suhlet/ und hat absonderlich der itzige Groß- ^mpoltz pielole, pittojz, prato und lviiniz-

Hertzog mehr sveriion vor dem König in to; dein zu Sie/m die zu LKiull, OollLtto^Frankreich/ seinem schwager/ als er sich äüset- ^lont /Ucmo und s^ona ;> dem zu Pisi?

äich mercken lassen darff. aber die Bischöffe in der Insul cortice zugc-

Mit der Cron Spanien/ deren Vasall er rechnet werden. Hingegen stehen die Bist-

ÄUch wegen Siena und der Insul Elva ist/ thümer Zu Ortona, ^ome pukis-

hat er desto mehr itziger zeit gute fteundschafft r>o, pien^ und Volten 2 unmittelbar unter des

zu pflegen/ und so viel an ihm zu verhüten/ daß Pabstlichen stuhls gehören.

I

werde. Sonst scheinet wohl sehr vorträglich/ sa / welche A. iW gestiftet / und hernach von

wenn man die Spanier auß Porto l.or>Aone, I.2urentio äe ^leclice; erneuret worden; und die

kiombino, Orbitello, Porto lllercole und^elz- zu Siena/ derer Stifter der Rath daselbst

enone mit Manier schaffen/ und der belagerung/ A .IZ87 gewesen/ und welche Pabst Pius u sehr

welä)e diese garnisonen dem Staat von To- verbessert.

scana geben / loß werden könte. Mit dem Hiernechst giebt es auch in Toskana viele so maden-w,SLry-hauß Oesterreich hat das hauß lle ivle- genannte Acadenueu oder gesellschafften der«Zice5 sich jederzeit gerne alliiret. Von denen gelehrten/ und seynv zu Florentz ^callemiz schttfftMFürsten in Italien hat er sich nichts zu besor- kiorentma, die A. 1540 zu erst entstanden/ undgen/ weil sein credit über alles gehet. An der diesen nahmen mehrern Nachdrucks und vor-Mpublique zu Venedig hat der Groß-Her- zugs halber bekommen; gestalt sie auch derHog einen guten freund/ und wird ihme oder Groß-Hertzoglichen Proteen vor andern ge-seilten Gesandten mehr ehre und ceremome meßet/ und einen Onlulem zum oberhaupteangethan/ als andern Fürsten in Italien/ auch hat/ der zugleich über die Universität zu Flo«dessm parthie zu Rom/ und anderswo mehr/ rentz gesetzet ist. 2) i pereArmi, z) S'

Durch die Venetianischen Gesandten gehalten, ckulu, (4) welche der Cardmal

Won weltabgelegenen Potentzen hat der Groß- Mrurmez durolus voll ivleäices gestifftet / und

Hertzog die Lron Engelland und den Staat ein theatrum auffcrbauen lassen/welches zu

der vereinigten Niederlande/ so viel die Vorstellung der opern gebrauchet wird / 5)

Handlung betrifft/ in sonderbahre obacht zu i kinov^tt, 6) /atei-2t:,7) gp inkecati, Z)i

ziehen/ und nicht zu verstatten/ daß die kauf- ruckurZrii oder llelia Oukca, welches die de-.

leute von selbigen Nationen durch ungewöhn- rühmteste unter allen ist; inmaßen sich denn

Uche zolle sich von Livorno hinweg zu wenden auch Cardinäle und Fürsten darein begeben/

Zenölhiger werden; maßen so wohl stine unter- und ist dieselbe beschäftiget / die Toscanssche

lhanen/ als er selbst/an seinen intraden großen spräche zur Vollkommenheit zu bringen / 9)

schaden leiden mögten. Dahero wie vor welche ^eapoläuzllsfle»

Awey jähren ein neuer impost von s pro cento llicsz gestiftet / ro) I.' ^.cLllsmia clslla pttturs.

von denen einkoznmenden wahren gefordert Hierbei) ist zu mercken/ daß alle die jenigen/ wel-

wurde/da man sonst nur ein halb pro cemo che einige wistenschafften/absonderlich aber

gezahlet/ veranlaßete solches die Engel-und die mahlerey/ musicoder daukunst in Florentz

Holländer sich nach dem Genuesischen meer- treiben wollen/ verbunden seynd/ zu gewissen

Hafen umzusehen; wie denn dieser Staat ?or- stunden öffentlich und ohne entgelt zu inlormi-

ro Venere bereits zu einen freyen Hafen erklä-- reu. Zu Siena sind folgende ^cgclemjen: l)

ret/ und mit dem 6e la 5pe^2 ein Seiches vor- gl' ma-or^ti, welche gelehrte Locictät sechs Edel-

harte : allein weil der Groß-Hertzog zu auff- leute A. 1525 angefangen/ um die rede - und

Hebung des beschwerlichen zolls bey zeiten rs- dicht-kunst in Lateinischer / Griechischer und

lolvirte/ ließen sich jene wieder besänftigen» Jtaliänischer spräche auszuüben. Hierauf

Daß dieCatholische religton in desGroß- wurde ein Präses, welchen sie ^rc^ntronZtuM

Hertzogs landen allein im schwänge gehe/ wird nenneccn/ nebst einem Cantzlar/ zwey Rächen

niemand unbewusk seyn; doch ist man so eiferig und einem Online, welcher die mündlich oder

nicht/ daß nicht Juden und andere secten all- schrifftlich begangenen fehler conixiren muste/

da tolerim werden/ iedoch ohne religions- erwehlet. Diest ^csllemiLk haben zu ihrem

Übung/ außer was die Juden anlanger / wel- sinnbilde einen ausgehöleten kürbis/ darinnen

che ihre ^n^ogen zu Florentz und Livorno die bauren ihr sattz zu verwahren pflegen/ nebst

haben. An diesem letztbenanmen orte dörffen der überschrifft : ^ellors l .t-nt; 2) j iiava-

izuch yje Tstxckeg m der so gmqlimen Pagna , welches Edelleute ftynd/ und sich zum

sitim

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