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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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706
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7^6 Des Europäischen Herolds vierdte Haupt-Handlung

puz» Printz von PLemont/gebohrenden 6 May be man ihr die versprochenen iubllcken-geldevA. 1699- . nicht gebührend und zu rechter zeit gczahlet/s priny Carl Emanuel/ Hertzog von die ruhe von Italien durch allerhand militari-Ka> gebohren den 22 April A. 1701. sche excslle gestöret/ und den sitz des kricgesNachdem Se. Königl. Hoheit ihr regiment oder dessen theatrum in dero Provintzien Nsbi-und Staat eingerichtet/ dampffien sie zu erst üren wollen. So mangele es auch nicht andurch den l)on L.vrie! lii 8abaucli3 der Mon- exenipeln derjenigen/ welche aus diesen und an-taltier aufruhr / und ließen sich A. 1686 durch dern Ursachen von alliantzen abgetreten: dennden König in Franckrcich zu verjag - und aus- es hätten die General-Staaten bey dein Ni-trcibung der Waldenser verleiten/ die man zu megischen frieden sich aus weit geringeren ur-eigener mißvergnügung in den Lucerner - tha- sirchen / und weil die stadc Amsterdam keinelern erbärmlich mißgehandelt. Als die Cron kriegö-geld- mittel herschießcn wollen/ e neuFrankreich hierauff das heil. Rom. Reich parciculier-frieden zu erst mit der Cron Franck-Teutscher Nation friedbrüchig angefallen/und reich geschloffen / und die hohen Mitten da-diestn tapfern jungen Helden als einen Königii- hinten gelassen. Allein gleichwie ihrer Kö-chen pagenzu tramren mine machte/ dahero nigl. Hoheit ineention gewesen/ großen prositzur Versicherung der anfangs bewilligten neu- aus dieser alliantz zu ziehen/ und ihre kästen da-tralität etliche looc. mann Savoyischer troup- mit anzufüllen : also wisten sie am besten/ waspen/ und darneben die citadelie zu Turin/ wie vor ungemein große summen der boräauch die festung Vercelli eingerauMet haben ^27 zu Genua zahlen lassen / die sie grossenwolte/wujteer diese unbilligen nicht theils selbst erheben und zur schamlle bringenzu erdulden / sondern erklärete sich aus recht lassen. Nicht zc? rechnen / was der Lomes aegenereusem eyfer gegen die pnnLiptt der Fran- damahliger Gouverneur zu May-tzöischen llniversal - Monarchie/so wohl auch land/wegen des Catholischen Königs Überschi-zu seines eigenen Etats sicherheit A. 1689 die cket. Und daferns gleich mit dem gantzmgute partic der hohen Herren Mitten zu er- rest nicht so fort innen gehalten werden kön-greiffen/ und Franckrcich den krieg anzu- nen/so hätte sichs doch am ende gefunden/undkündigen/ welches den König sehr verdros- würde zur Vergeltung genug gewesen ftyn/daßse/und Se. König!, hkheit einer undanck- sie das Frantzöischejoch durch hülffe der großenbarkcit beschuldigte. Sie waren aber un- Wirten/ die mit so schweren anstauen undglücklich/ und müssen in der ersten OmpaZne aufwand der besten militz und dero Genera-82lu220) Lusz, Lliamber^ und andere platze von ten und Oss'.cirer blutS und gutS die freycheitgeringerer importantz des feindeS anAetio^ von Savoyen beschütze:/von sich abgeworffenüberlasten. Diesen folgeten A. 1691 hätten. Zu gesihweigen der vortheile/welche/Vilttkranca und ^ontmslian. Ob nun wohl da alles geld im lande verzehret/ und alles dop-der Hertzog im folgenden jähre einen einsall in pelt und dreyfach theuer von dem fremden sol-Dauphine that / und sich Lmbrunund Lap be- daten bezahlet werden müssen/ der kammer zu-mächtigte: so war doch solches von so schlech- gegangen.

tem Nachdruck/ daß sich die Savoyischen troup- Der andere fürwand ist auch so ungegrün-

pen bald wiederum rennten müssen. Nicht det/ als hcrgegen ausgemacht / daß durch die

weniger lief auch die A.169z unternommene militz der hohen Allanen der ruhestand in Jta-

belagerung der festung Pignerol durch den lien nicht gekräncketworden.Um weniger üder-

Frantzöischen entsatz / unerachtet man sich be- fahrung willen der so hart gehaltenen srem-

reitS des fort S. Brigida bemächtiget hatte/ den trouppen/ der man durch, schärffere disci-

sruchtloß ab/ worauff noä) das unglückliche plin/ am allermeisten aber durch bezeigung

treffen bey ^rla^lia erfolgte. So dann ruff- bessern willens und vertrauterer commune

te der Hertzog Ä. 1694 die vertriebenen Wal- tton der Generalität leichtsirm hätte begegnen

denser nebst ercheilung ihrer vorigen religions- können/ ist kein kriegs-heer und 'Wirter be-

freyheit wiederum zurücke/welche denn auch un- rechtiget / die so theuer verbundene pacta und

gemeine proben der treue und tapfcrkeit erwie- alliantzen zu brechen. So ist auch die ruhe

sen/woraufim folgendem jähre die festung Ca- und sicherheit von Italien durch diesen unzei-

sal von den gejammtcnAlliirten erobert/rasirett tigen frieden so wenig befördert worden/daß

u. ihrem vorigen eigenthums-Herrn/ dem Her- man vielmehr bereits in der that empfunden/

tzog von Mantua/wieder eingeraumet wurde, was diese ibporatlon vor schaden nach sich Ze-

Daß aber Se. König!. Hoheit die im Haag zogen/ und wie hingegen der Cron Frankreich

vor weniger zeit mit beliebte große alliantz so ehrsüchtiges bestem hierdurch unterstützet wer-

bald Verlusten/ darüber hat sich iederman ver- den.

wundert^ und die allürte parthey billige om- Was war aber vor furcht mit bestände zubrage geschöpffet. Sie waren krafft der al- schöpfen/ daß der krieg völlig in Savoyen undliance schuldig/ so lange als der krieg mit Piemont gespielet werdenmögte ? DieFran-Franckreich wahrete/ bey denen grossen Alliir- tzösische formidable macht gienge ziemlich zumten zu stehen/ und bey zukünfftigem frieden ende/ und wurde derselben in den Spanischenalles vertraulich und aufrichtig zu communis. Niederlanden und am Rheinftron: noch zuren/ auch ohne der al!iirten Potentaten vorbe- Haffen genug gemacht z dahero in den Sa-wust und willen sich in keinen pamculier-frie- voyifchen landen kein mehrerer überlast zu be-ben oder stillstand der waffen einzulassen. Sie fahren.Hergegen war der friede naher/und kon-haben sich aber daran wenig gekehret/ und ver- te der krieg so viel jähre nicht mehr dauren/ alsmeinet / ihr eigen interesie seye der gemeinen er gewähret hatte. So viel beßer es nun undWohlfahrt nicht nachzusetzen: Uber dieses ha- rühmlicher / auch gegen die gantze nachweit

ver-