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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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623
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höchsten gewalt der weltlichenObrigkeit theLl zu dern um des Staats willen / und sich im Kay-

nehmen. stnhum wider ^aximiannm und it^axentiumzu

h d-> Es wird dem geneigten leser nicht unange- mainteniren/der christlichen lehre beygepflichtet/

^..örgan^nehm seyn/zu erfahren/was es in denen erstern und in die kirche hohen stand/ehre/weltlichen

,'delt erstell ^--^^7 seLuliz mit dem Päbstlichen Primat, wel- Pracht / Wollust / geitz und andere dergleichen

^ cher auf die Würdigkeit der stadt Rom gesetzet fleischliche dinge tingeführet : Daher kerna

werden wollen / vor eigentliche bewandniß ge- malorum und ein unüberwindliches Verderb-

tvribu8, sowohl auch aus dem exempel eypriam hoher Herfür gethan / und hat sonderlich Dt-

undkirl-nillzni, die doch dem Pabst Stephans stPofffsui,u8 m denen wider den hochoerühin-Vischyss^n,

widerstand geleistet / und seine autoritär ver- ten Nifchoffzn Alexandrien/ des

achtet haben ; Lngleichen durch das exempe! /^rrü halber angesponnenen Kaystulichen ver-

Visuell! ^Isx3u6riui,und mit anderen dcrglei- solgungen stch des richterlichen aznrs an-""'

chen theils sehr weit hergesuchten / theils un- gemastet/und seinen stuhl über die stuhle

Müßigen und abgeschmackten gründen darzu- der übrigen Dischösse erhaben/ nicht zwar

thun / es habe sich der Römische Bischoff gar in krafft des pnm^s St. Peters / noch eines

zeitlich zum primae empor geschwungen; ^und spruchs aus GOTTes worte / oder denen

M vr< stye von Rayser eonlwumo dein GroA'n/ nooen/ auch nicht aus der nachfolge gemeld-

??wu.welcher vom Pabst sMettro > der jage nach / ten Apostels/ dessen succellorn er sich zwar nann-

«M- im ehristenthum insormirer/ und kurtz vor sei- te/ dergleichen aber auch der Bifchoff zu An-

W». absterben gemufft seyn so!!/ itzternanntem tiochia that/ sondern wegen der cliZnität und

Pabst solcher Primat nicht nur zugestanden / prsro^uv der stade ^om / als einer schule der

sondern ihme auch 6ivim bonores äecermret / Apostel/ und daher entstehenden Pl-Xemmentz

und selbst das einer creatur unanständige prX. seines stuhls. Ja bevorab/ da die Kaystr und

clicat DLu 8 beygeleget worden. Welches andere Gross' dem Bischoffe allzugross und ocrn tttcht

das stattliche fundament/worauf nachgehends fast abgöttische ehre erwiesen. welchem ^

der stuhl zu Rom nicht nur den prlmamm or- hochmuth die Orientalischen Dsschösfe

6imz, sondern auch potettatt8> und die gantze gleichwol zeitig widersprochen. Jnmass't!

mzcbins der Päbstlichen Monarchie erbauet auch auf dein / des und seiner fache

habe. Allem gleichwie Bischoff Sylvester/ halber zu Sarclica gehaltenen (^oncMo nicht

welcher doch/nach des Cardinals öaronii rech- Pabsts sslü Deputirre/ ^.rckiclamus und LbNox«.

nung/zwey und zwantzig jähre lang das- nu§, sondern der Bischoff zu em-cluba in PL--

mische Bistthum verwaltet/ und zu einer sol- ssamen pl-^Uiret / und die Römische Legaten

chen zeit gelebet / da es um die christliche kirche diesem nachgesessen sind. Jnmassn auch das

äußerlich sehr glückselig gestanden / indem sich bald hernach A.z81 zu Conftantinopel geHalle-

zu ausbreit-und erhöhung des christlichen glau- ne eoncilmm, welches das zweyte allgemeine

bens so viel fürtreffliche fachen begeben/ und so ist/ und den zustand der alten kirchen / wie auch

Merch viel herrliche kirchen-ordnungen gemach: wor- des Römischen stuhls damahliges vermögen

^ den/ein unberühmter mann/und niemahls bey oder Unvermögen fürtrefflich zu tage leget/nicht

einiger fürnehmen kirchen - Handlung gewesen/ von Damals. der zeit Bischoffe zu Rom/sondern

noch darzu gezogen worden; also ist es gantz vom Kaystr 'lAesäslis csnvvciret wordem

unwahrhassig/ daß er den Kayser getaufft ha- Ja es ist Damasus auch nichr einmahl weder in

den solle. Und hat man vom ansang der person/noch durch Legaten erschienen/ sondern

christlichen kirchen biß auf das vierdte lccu- hat nach Rom ein besonder eoucilmm ver--

tum nicht den geringsten fußstapfen oder an- sammlet/ und jenes dadurch hindern wollen;

zeige einiger Päbstlichen Monarchie; noch man hat aber diese privat-versammlnng gegen

daß einige appeüatwu von andern kirchen/ die das Constantinopolitanische (.oucilium von kei-

ausserhalb des Römischen Bistthums gewesen/ ner gültigkeit gehalten.

an den Bischoff hiestlbst beschehen wäre / zu In diesem haupt-c^ncilis hat man die ord- Ordi-unft

befinden. Keine vom Pabst der allgemeinen nung der Patriarchen/ ohne bewlliigung Da che»

kirchen gegebene Ordnungen oder cansues sind mass verändert/und. den Bischoff zu Constan-^ägwt.

vorhanden / noch daß jemand aus Orient oder tinopel dem Bischoffe zu Rom imm^iare nach-

auch aus Astica vorm Päbstlichen stuhl ge- gesetzt / und zwar nach anleüung des rangs

richtlich erschienen wäre/ allda recht zu geben und der politischen ordnung/ wie die Kaystr!:-,

und zu nehmen. Keine esmmumcatmn oder che residenten/ Rom und Conftantinopel/ joder

eorrLÜZvuöentz des Römischen Bisthoffs mit dann die übrige gross Reichs-städte / allwo die der" ywstk

denen kirchen/ so ausserhalb des Römischen Prälaten des Reichs ihre c-zt!aeclra!-kirchen und

Reichs gewesen/ keine von ihm beschchene com residenten hatten / einander folgten. Dieser

vocatmu einiger allgemeinen Oncilien noch dem Römischen Bischoff geordnete rang und

?5Xt1äentz darinnen. Der christlichen kirchen oberste stelle/ oder pr^ro^ativa Kanons aber hat

aber / welche unter den Verfolgungen der ty- den pnmamm poielDns und gerichtbatkeit über

rannem ' " " '' .

war/

und grossen Lehrer/zum ex

Bischoff zu Anriochia / Paulus Lamoiatenus, zu NahmeNskleNarius, den poLnitentia, mm oder ge-

viel hinaus genommen/und daß KDonttammus Heimen Beicht-Priester/ ohne einwilligung des

^aZnu^ nicht aus liebe zur reinen religion/stn- Pabsts/ in gantz Orient bey denen kirchen ab-

geschaffcl,