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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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618
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

er Dritten Naupt -Wandlung

!ter Waupt-Dheil:

Von

Wohl dieser Staat derklein'an geringste ist/ welcher in

'U^l/groß der Welt gefunden werden

Ii kan/und daher von denen

Jtaliänischen verkleine-rungs - weise kepubücNet- genennet wird. Nachdem aber nicht diegrosse der länder und leute/der reichthum undgewalt einen fteyen Staat machen / sonderndie souverainite und freyheit demselben daswesen geben muß/ denn sonst waren die Can-tons in den ländern der Schweitz vor keine sou-verainen örter zu achten / noch der alte RönigLmatbion in ?)trlcedonien/ dessen Staat in we-nig Hütten bestünde/ und die gemahlin selberdie haußkost zurichten müssen/ kein Konig ge-wesen ; als ist dieser kleine Staat nicht un-billig mit anherzusetzen/ inmaßen er an frey-heit so hoch gehet/ daß er auch dieRe-publigue zu Venedig cariNimmn iororem nen-net.

Die stadt S. Marino hat ihre benennungMMansvon dem heiligen Marino/ welcher unter derregierung des Kaysers l)iocleti2ni auf diesemberge als ein Einsiedler gewohnet hat/ und liegtsie im Hertzogthum Urbino auff einem hohenberg gegen mittag/ das schloß aber gegenNorden/und kan vor ziemlich feste paßiren/zu-mahl da etliche darbey gelegene kleine schlösset'den zugang etwas schwer machen.Dieses ist ein

Vie stadt

gesunder ort/ allwo die einwohner den rühmhaben / daß sie sich gegen iederman wohl znbezeigen wissen: Dahero es auch/ wie derscharfsinnige Scipio eiuramomius urtheilet/kommen ist/ daß sie unter ihren machtigen undregiersuchtigen nachbarn ihre freyheit nun indie izOO/ oder/wie andere wollen/ in die noojähre behauptet haben. Sie hat einige lehn-stücke/ welche sie von dem Römischen Kayseezu empfangen pfleget/ ob schon der letztverstor-bene Pabstinnoeentius Xii in dem Edict/wel-ches er wider die kloMcacion des KayserlichenGesimdten ^.1697 der Kayserlichen Jtaliäni-schen lehn halber ausgehen lassen/ behauptenwollen/ der Kayser habe im Kirchen - Staatkeine Vasallen: Woraus man absehenkan/ daß die palNoneszum öfftern das gedacht-ms verstören/ und in die fache nach der Wahr-heit und gerechtigkeit nicht recht einsehen laßsen.

Dieregierungs-form ist ^rNkoc^isch/ und^Awerden alle halbe jähre zwey Hauptleute er-wehlet/welche das regiment führen. Diegantze Republique hat nur sieben kleine örterunter ihrer botmaßigkeit/^unddie zahl der un-terthanen bestehet ungefähr in 6000 seelen-Jtztgedachte örter sind: Die schlösset' ?enna°

rvlka, (üaloll), 5eirav2!Ie,k'aetZnc),

gräino, kiorentlnv, und der fleckenPlagge.