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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

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Lacieunbjustund derstadt R«g»fa-

Aescr kleinen Republique ge-biete liegt in Dal-nntien/

Verlange nach an der Vene-tianischen fee-küstc/fast an dengräntzen von Albanien. Diejtadt Ragusa/ voll denen Tür-cken t^biovicba , von den Slavoniern aberOukronicli genannt / so mn Lolso 6i Veneria inDalmatien liegt/und einen fürtrefflichen Ha-fen hat / ist aus denen alten maurwercken derzerstörten uhraltcn stadt Lpiclaurus erbauet/unddurch die Handlung/welche sie gegen das Tür-kische gebiete/ mit dem sie landwcrts allenthal-ben umgeben ist/treibet/zu einer sürnchmenstadt und Republique worden. Wiewol an-dere vorgeben/ob habe Lpiclauruz an dem ortegestanden/ welcher anitzo Ksgull vccckio ge-nennet wird. Sonsten lieget Nagusa von ei-nem festen umschlossen/ welcher auf der einenfeiten so hoch und so pel-penäicular gehauen/daßsie daselbst vor allem Überfall versichert ist.Auf der anderen feite ziehet sie sich langst einerkleinenerd-zunge hin/ allwo sie von dem meerbefeuchtet wird. Nahe an der stadt bey demHafen ist das toi-e s.^aurenm, und ist sie so wohlwegen der handelschafft / als auch wegen dermenge volckes/ die berühmteste stadt in gantzDalmatien. A. 1667 den 27 Martii betraf sieein erschreckliches erdbeben / welches die bestenHause/ ruiniret/und mehr als 6000 menschenbeschädiget und hinweggenommen hat/derglei-chen auch zuvor A. 1634 geschehen. Unter 5,-veur der (!>tto»nannlschen Pforte / in derenxroteNlon sie stehet / hat sie einen kleinen be-zirckvom lande erobert/darinnen die stadte 8m-Zno, 8. Ooce, allwo der beste see-hafen ihres ge-biets/ VelicUiOzi iVlelecla, d^renca, (lranota, q/nbi-Kno^Zlanw, und einige kleine herum liegendeJnsulen/samt denen daraufbefindlichen örtern;welche aber eben nicht conliclerabel stynd / auchdie landfchafft herum gür unfruchtbar/ vollerstein - festen / und wegen Mangel des erdreichs/welches erst aus den angelegenen orten dahingeführet werden muß / uugebauet ist. Dahermuß die nothdurfft der brauchbaren fachen ausdenen benachbarten Provintzicn dahin gebracht

Nrt und s.Vver^en»

ten der itttt- Die EdelZeute zu Ragustt / welche/ wiewvhlter. zu Venedig und anderswo / den Staat zuöömmjlbireu haben/messen jungftauen hey-rathen / wann ihre kindcr des Ragusischenstadt - rechts und pammisls genießen sollen.Und welches wns sonderbares ist / so pflegtman des menschen alter allhier nicht von derZeit m der gcburt/ sondern von zeit der e?n-pfangmß an zu rechnen. Die innwohner

derhäüpbstadt unddarzugehörigen landes/be-fleißigen sich viclerhand schöner manufacturen/weiche nicht nur in Türckey/ sondern auch in denEuropaischen christlichen Reichen angenehm/ja gar in Frankreich verführe/ worden sind»Wie denn verschiedeneEuropaische Nationender commercien halber ihre conlules und com-ptoiren allda haben.

Der Pabst und die ZiZnoria zu Venedig wol-len diesen Staat nicht vor eine fteye Republi-que paßiren lasten/ nennen sie dahero nur t-a(communis äl lkaguta. Dieses widersechtensaber ungeachtet/ist sie allerdings vor einen frex- SomMjen und souveramen Staat zu achtet?» Weilsie sich wider die gewalt ihrer mächtigen Nach-barn nicht schützen kan/hat sie in zeiten den kunst-grifferfunden / und sich in deren schütz begeben/welche ihre feinde werden/und sie übern Haussenwerffen können. Denn ehe sie einige Provintzin Europa erobert/hat siedieTürckische prom-65ion gesuchet/und anfangs jahrlich 12000 ze-N?,Alitzchins/ solche jedes jähr durch zween Ambassa-ner^Wdeurs im monat Julio nacherConstantinopel zu ^schicken/und diese als geiftl ein gantz jahr/biß zurankunfft neuer Abgeordneten/allda bleiben zulasten verwilliget. Nachdem aber der Türckengeitz überhandgenommen / hat sie ihregeld-mit-tel auch mehr angreiffen müssen/und darzu fin-det man bald einen vorwand. Als ihr denn Li.1678 unterm scheine/ daß sie im vorigen kriegeden Türckischen unterthanen zu kurtz gethanhatte/l46OOO Reichs - thaler angefordert wur-den/und da sie sich mit der Zahlung etwas auf-hielte/und ihre Unschuld äemonäl-iren wolte/hatman die summa aufi8oOO0 krönen erhöhet/undihre Gesandten in arrest genotnmen. Sie ließdarüufalle kauffmanns - guter areestiren/ undbey hoher straffe niemand aus der stadt zu gehenverordnen/auch anstatt zur clefcnllon und fechtenmachen; suchte hülste beym Pabste/dem Spa-nischen Vice- ke zu Napöli / wie auch zu Vene-dig / wurde aber mit complimenten abgespeiset/und ermahnet/sich mit der Pforte/so gut sie kön-te/in güte zu setzen. Der herrfchafft Vene-dig thut sie auch jahrlich ein gewisses erkantniß/als denen Herren des (Zolfo Ui Veneria. So offteine Venetianische Haupt-flotte/ unter dem tituläl Lelics, vor Ragusa vorbey fahret/ muß dieseRepublique denVenetianern/ok. Uominnim ma-riz^riatiei, lOOO realen geben / welches A. 1684dem (mj?iMine-(Zener2l ^4orolini widerfahren.Deßgleichen hat sie dem Rönigi.Stndtha!-ter oder Vice-k e zu Napoli einen kleinen tribut/nemlich 12 falckcn und etwas von gelde/ zu ent-richten. Nicht weniger der Cron Zrnnckreich/den Malthesex-^ittem/ und andern Ztalia-

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