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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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611
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ausgebracht/ es ist aber selbiges nur ein perso-na l-werck gewesen / worauff der Bischoff von

(Zeneve,sesn 60 Lavage, sein recht in temporsll-buz dem Herzoge von Savopen/Carln Iii,abtrat / und dieser A. rs:8 sich öffentlich un-terstund/ die gantzliche herrschafft über Gene-ve zu behaupten ; dahero schickten zoo derHertzhafftesten bürger ihre Abgeordneten nachFreyburg in die Schweitz / und machten mitdiesem Canton einen bund/ welcher sie in seinenschütz nahm/ und ihnen das bürger-rechr ver-stattete. Mein diejenigen von des Hertzogsparthey / deren sich eine große anzahl in derstadt befand/ wollen sothanen bund keineswe-ges eingehen/ also daß sich die einwohner inZwey fs<IionLs theileten/ deren die eine die Li-Knots/ die andere aber die >.iammelu5gencnnetwurden. Das erste war ein gebrochenesDeutsches wort/ und hieß soviel/ als Eydge-noffen / welchen nahmen die drey Cantons/Ury/ Schweitz/ und Umerwalden/ nicht langevorher zu beschützung ihrer fteyheit angenom-men hatten. Dargegen wurde die Hertzogü-6)e parthey von der andern zum schnnpf^m-meluz genennet/ anzudeuten/daß sich dieselbenzu sclaven des Hertzogs von Savoyen machenwolten/ wie die Manunelucken gegen die Sul-tanen in Egypten gethan. Als nun HertzogCarl von Savoyen die stadt Geneve mit ge-waffneter Hand überfiel/ kamen ihr die troup-pen des Cantons Freyburg zu hülste/ und be-mächtigten sich der landsihafft Vaux/ weichedem Hertzog zugehörete. Dazumah! wurdeZwischen dem Hertzog und den gegenseitigenBundsgenosten ein vergleich beliebet/des inmHalts/ daß der Hertzog nichts weiter wider disGenffer unternehmen wolte/ biß man über ih-re irrungen in einer genera! - Versammlung derEydgenosten einen ausspruch gethan hatte.Wenige jähre hernach schlössen die Imnatsein neues verbündniß mit denen Cantons Frey-burg und Bern / und jagten die ^mmeiusA.1526 aus der stadt/ und hierauf folgte die Ver-änderung der religion/ daher sich der Bischoffnach ^nec^- l-etiriren muste. Und von dieserzeit an/ hat sich die stadt zu einer sreyenRepubligue gemacht/ ungeachtet sie das al-tt in5igne, nemlich den halben Reichs - adler/noch führet.

Die läge der stadt Geneve anreichend/welche von den Lateinischen scribenten sanub^,<Zenabum, ^2N0b3,senvd2, (lenava, sonsten abevmsgemein (Zivit28 LenLvenliuin oder Lenevagenennet wird/ so ist dieselbe überaus lustigund wohl beschaffen / in den! schönsten winckeldes ländleins <le Qex, an den Frantzöischen ^und Savoyischen grantzen/ denn sie ist lltuiretan dem so genannten üacu i^emano , welchergvgen Norden ihr an statt der zuverläßigstenWassergräben dienet/und sich in die länge gegenSchweitzerland auffi6 meilen/gegenSavoy-en aber auffi2/ und nach der breite auff vierweilen erstreckt; und zum wenigsten i6häftnhat. Unerachtet aber seiner große hat sichsM1572 zugetragen / daß er gantz zugesrohren.Durch diesen see läufst der fiuß Rhodan oderdie Rhone/ welcher die stadt in drep unglei-che t^eile/ als 6r. (ZervLi?, die ^fnsul und laVille genannt/ absondert / im übrigen aber seinDritte Haupt - Handlung.

blaues waffer nicht mit dem sie-wasser ver-mischet. Zu ende der stadt fället die Arve indie Rhone / welches zu des ms desto besserersicherheit dienet:worbey noch zu mercken/daßLalvmuz und N-2Z allhier todes verfahren sind/und ist das grab des ersten auf dem kirchhof<Ze ohne gvabstein und ejzitgpUic?»

Es ist eine gemeine rede im lande/sulius Lselarhabe auf seiner flucht vor den Schweitzern/seine bey sich gehabte schätze in diesem see ver-senckr/ die man auch zeicher öffters aber iedes-mahl umsonst gesuchet hat.

Diese stadr hat vielmcchls verlanget/ naherin den Eydgenoßischen bund zu kommen / sol-ches ckber noch nie erhalten können/ sondernsich vergnügen müssen/ daß sie umer die zu-gewandten örter gehöret. Sie hat untersich die landschafft 8. ViAor und da-

hin sie einen (-bstlslzin setzet.

Die gcgeud lun Geueve ist/wie schon obengedacht worden/ sehr anmuthig wegen der um-liegenden gebirge/ schönen gärten / felder/ auenund wiesen/ unter welchen das so genanntep!.im N5, und die mail oder die bahn/ da manmit schlageln spielet/ ihrer allsen und andererlustbarkeit halber sich recomm2n6iren ; um diestadt aber wüchset eine große menge wein. Inder stadt lassen sich vor andern wohl sehen dasmagnifiqve stadthauß/ die mit vielen alten co-ölcibuz erfüllte bibliolheck/ das prachtige Hospi-tal/und der grosse platz vor dem rathhauß.

Es besitzt der Staat in der nachbarschafft aucheinige ämter/ und feine haltbare schlösset'.

Wie die lufft in und um diese stadtgar rein Frucktbar-und gesund/ auch das land und waffer sehr ^fruchrbar sind/ und vor andern landernwohl-geschinackte capauncn und grosse herrliche fi-sche/ darunter öffters lachsforen von 8v biß10Opf-mden gefangen werden/giedet: Alsoist alles in einem raisonabten preiße zu haben/und viel wohlfeiler als in Franckreich zu zeh-ren. Weil nun auch die ttuäia und exercitiavor junge standes-personen und den Adel btß-her allda sehr ömret haben / ist die frequentzfremder Cavalliers desto stärcker hieftlbst ge-wesen. Worzu auch der innwohner höfligkeit/und gute art zu leben/ nicht wenig comnbui-ret.

Das Mapen bestehet aus einem die lange Wapen.herab in zweene gleiche theile gesonderten schil-de/in dessen vorderm gold-gelben felde erschei-net die rechte helffte des Reichs - adlers / in derhintern rochen feldung stehet ein silberner schlüs-sel empor.

Dw souverainitat dieser siadt und zu-Souverängehörigen örter anreichend/ so ist aus vorher ge-AA vtMthaner anzeige erinnerlich/ welcher gestakt sie St«M.selbst aus ihren ^.rckivs-vocumenten sich einefrepe ftadr des heil. Rom. Reichs zu seyngerühniet habe; allermaffen auch l^axserCarl'iv in dem R.elcnpw, darinn dem Grafen zuSavoyen des Vichts müßig zu gehen aufer-legt worden/die stadt nc>8ils lm^erü membrumgenannt. Rayser Carl V allsrirte dem Rei-che die Hoheit über dieselbe gleicher gestalt/undermahnete den Rath daselbst A. iszv und 4c?/daß sie auf die reitzungen des Hertzogs zu Sa-voyen genaue acht haben/und deren keines/wel-ches dem Bischoffe daselbst oder gemeiner -Hhh h s stM