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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

vorzug zu suchen/ und ihren unterthänvgen respece auf eine solche art zu bezeu-gen / daß es der ganyen weit klarlich indie äugen fallen möge; wie denn dieselbeunter allen unglücks-fällen/so ihr jemahlszugestoßen/ diesen vor den allerschwer-sten und allerkläglichsten halt/daß es ihrniüglich gewesen/Ew. Majesi. wahrhaff-tigzu beleidigen»

Ich kan dannenherd Nicht gnugsamausdrücken/wie hefftig deren bctrubnißgewesen / daß sie Ew. Majest.in einigerfache/esseyauch/ worinnen es wolle/ hatmißfallen können / und wiewohl sie da-mit noch sich selbsien schmeichelt/daß siees vor eine blosse würckung ihres Un-glücks halt; so wünschte sie dennoch/daßalles/was bißher vorgangen/und womitEw. Majesi. übel zu frieden gewesen /nicht nur aus ihrem / sondern auch allermenschen gedachtniß mochte ausgetilgetwerden/ solte sie es gleich mit dem/ wassie vor das kostbarste halt/zuwege brin-gen Müssen; indem siebet einer so grossenbekümmerniß nicht eher fähig ist/einigentrost anzunehmen / als biß sie die hoheWohlgewogenheit Eurer Majesi. wieder-um erlanget.

Damit sie ihres orts nichts unterlassenmöge / sich derselben würdig zu machen/so versichert sie Ew. Maj. daß sie inskünfftige alle ihre sorgen und bemühun-gen dahin richten/ und allen ersinnlichenflejß anwenden werde/nicht nur unauff-hörlich selbige zu erhalten/sondern auchsich fähig zu machen/damit sie deren Ver-mehrung verdienen möge. In dieser ab-sieht isi es geschehen/ daß sie mit den ge-schicktesten und ehrerbietigsten expiellw-tten nicht zufrieden sinn wollen/sondernvor nöthig befunden / einer gaNtz unge-wöhnlichen und sonderbaren art sich zubedienen/und ihren Hergog/nebst vierenvon dcro 5enatotiliu8 an Ew. Maj. abzu-fertigen/ der Hoffnung lebend/ daß nachdergleichen bezeugungen Ew.Maj.völltgwerden versichert seyn/wie ungemein hochmeine Republigue dero königliche wohl-gewogenheit schätzet.

Mas mich anlanget/ 8ire ,so schätze ichvor ein besonderes glücke / daß ich die eh-re gehabt/Eurer Majesi. den aufrichti-gen und demüthigsten respeet dieser mei-ner RepubliqUe geziemend vorzutragen/und halte vor einen gany ungemeinenrühm/daß ich gelegenheit bekommen/ voreinem so grossen Monarchen zu erscheinen/welchen feine tapfferkeit unüberwindlich/seine grösse verehrungs-würdig/und seinegroßmuth unvergleichlich machet! Jawelcher nicht nur alle Könige/ die vorihm gelebt/weit übertrifft/ sondern auchauff alle seine königliche nachkommeneinen gleichmaßigen vortheil fortpflan-yet. Nach einer so glücklichen Vorbe-deutung lebe ich der gewissen Zuversicht/es werden Ew. Maj. damit sie der gan--tzen welt die sonderbare grösse ihres ho-hen gemüths mehr und mehr zu exkem

nen geben/gnadigst geruhen / diese eben sodemüthigen als schuldigen bezeugungen/als ein unbetrügliches kennzeichen anzuse,hen / sowot von meiner eignen und dieserHerren 8engtoren/als auch von meines gan-tzen Vaterlandes aufrichtigkeit / da wirinsgesammt mit der grösten ungedult undsehnsucht erwarten/daß uns Ew. Majesi.die gnadige Versicherung gebe / wie derohohe wohlgewogenheit uns von neuemsolle geschenckt seyn.

Dieses beantwortete der König und be-schloß zuletzt: daß/ sofern sie ihrem verspre-chen nicht genau nachkommen / und sichwieder an ihm vergreisten würden/ eralsdentt schon mitte! zu finden wissenwürde / sie auffs neue zu züchtigen.

Als der Hertzog einsmahls zu Versailles imgarten spatzieren gieng/ und ihn la Ozu^pkme fragte : was thm hier am seltsam-sten vorkäme ?gab erkaltsinnig zur antwort:dieses / daß sich ein Heryog von Genuaund vier Raths-Herren Hieselbst befan-den»

Das gebiete desHtaats/so viel aufdem se-D««?sten lande lieget/ist ein stück von Liguria/ der be- dMey-rühmten Ztalianischen landschafft/ welchevorN«^alters ein Königreich gewesen; wird sonstlaKiviera äi (Zenoua genanntUnd hat ZU gtän-tzen gegen morgen das Groß - Hertzog-thum Florentz und Fürstenthum Maßa;gegen Mittag das mittelländische meer;gegen abend die Graffschafft Nizza/ und ge-gen Norden die Hertzogthümer Parma/Mey-land und Montferrat» Die lange ist mehr als16s welsche meilen/ die breite aber nicht 25000schritte. Diese gantze rivier wird in demOst-lichen theil/oder la Kiviera 6i Levante, und indem Mestlichen thej! oder^Kivieraclikonea.te unterschieden»

In jenem ist die Hauptstadt das ansehn-Serbam,liche und schöne GENUA/ von wegender prachtigen palatien fast allen übrigen Jta-liänischen städren vorzuziehen / und daher bä8üperba genannt. Sie liegt wie ein/^mpkicke-strum gegen das meer in der ebene/ landwertsaber auff Hügeln staffelweise höher und höhergebauet/ und erstrecket sich dero umgriff auffsechs Jtaliänische meilen/ mit der neuen lom-kcation, die in 18 Monaten verfertiget worden.Hat einen wichtigen Handel/und sind verschie-dene schöne gaffen daselbst/sonderlich ^ Ltraäai^uvva, welche in gantz Europa ihres gleichennicht hat/ und sowohl gebauet ist/daß auf der-selben fast keinhauß zu finden/ dar mn nicht einKönig reüclirett könne» Daß aber insgemeingeschrieben wird/ ob seyen die meisten Häuservon marmor-stein/ solches ist ein falsches vor-geben/indem nur etliche wenige mit marmor/welcher in dieser gegenv von sehr schöner art ge-funden wird / bekleidet sind. Die^ berühmte-sten geistlichen und weltlichen gebäude find -t

8ignc>ri^ la Lssa ^Imperial-, das

Arsenal/ die Dom-kirche zu 8. !.2uren?o,!' ^nnonLiata, die Jesuiter - kirche zu 8./^m-brvüo, die kirche der Ibeatmer zu li/r,u-a.m»

Ihr Hafen war vorzeiten sehr ungelegen/also daßviel schiffe/ nachdemsiedie seeglücküch

MM

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