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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
571
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von dcm Frcy-StMe der vereinigten Niederlande. ^ 57»

wesen ftyn/ wann Frankreich oder Engel-land meister von Holland worden waren.Hergegm verband eben diese raison die Hol-länder auch dahin / daß sie mit aller machtwehren musten/ daß die Spanische Niederlan-de nicht vollends verschlungen wurden / aller-dings dann der Lon^crant derselben destoleichter werck gehabt hätte / den Staat her-nach zu boden zu werften. Nachdem aber dieSpanische Monarchie eine so groste revolmlonerlidten/und sich dieSpanische undFrantzöischesnt-patbiE (auffwie lange/ist ungewiß) gäntz-lich verlohren zu haben scheinet/ so müssen dieHolländer/ so lange solche combmation wah-ret/ gantz andere mcliüres fassen / und sich mitandern Potentaten in Europa auffs genauesteve:binden/damit sie von diesen bcyden nachbarnoder dem hauße Bourbon nicht verschlungenwerden; wie sie denn auchden 8Maj.?l.i702.den krieg wider den Königin Franckeich undHertzog von Akjou würcklich äeclmiret/ und diecontrsvention sowohl des Nyswickischen ftie-dens und commercien /als auch des wegen derSpanischen lucccuion auffgerichteten thei«lungs-tractats zu den vornehmen motivensolcher kriegs-ciecl^ZNon angefuhret. Auchseither nebst der Englischen macht und Wir-ten armee nicht einen geringen ansang zu gros-sen conczueKen gemacht.

Wen Frankreich aber ist dem Staat zu lan«

AtMich.de/und Engelland zu wajscr der allerge-fährlichste feind. Wiewohl sich vor jenemmehr als vor diesem gefürchtet wird. Dievekigia derbeyden vorigen kriege und darinnerlidtener grausamen iosolemien und schädenschrecken annoch/und geben anlaß bey itzigenconjuncturen und derFrantzcischen prsepotentz/einen grössern respect und observaotz gegen die-st Cron zu tragen/ als sie in diesem leculo kei-nem Souverain erzeiget haben. Welches son-derlich bey annehmung des Armiftitz-tractatsA. i684 handgreiftlich zu erkennen war.Also wird sich ohne sonderbare Veränderungder politischen aspeeten oder revolmion mitFranckreich/ der vereinigte Staat in keine c>5-Knllv ° alliantz wider diese Cron eintasten/ auchsonst keinen anlaß zur okcnla geben. Zur äe-tl-nlion aber haben nicht nur die bißhero mitdem Japser/ der Cron Spanien/ Schwe-den und Engelland unterhaltene Alliantzenund Moclatlones gezielet/ sondern es erheischetauch ferner das Staats-interesse/ sich aufderlandseiten/ besonders im Gclderlande/ wohlzu bedecken/ mit den benachbarten Teut-schen Chur - und Fürsten / zumahl Chur-Brandenburg und pfalg-Neuburg/ ingutem vernehmen zu stehen / daß diese denenFrantzosen nicht den paß öffnen; weniger garmit ihme zugleich anspannen. Daran hatHolland eine große ombmxe bekommen/ daßdie Cron Franckreich zur see so mächtig worden/welches zum wenigsten diesen unstatten brin-get/ daß man fleißiger auss die crhaltung derOst-Indianischen commercien / und starckerecvnvoyrung der retour - schiffe bedacht seynmuß. Und weil Franckreich mit seinen ma-nufacluren die schätze von Europa an sich ziehet/muß Holland sich dergleichen feiner stoffe undEmen befleißigen/ und andere Natisnes dar?

Dritte Haupt- Handlung»

mit versorgen; wie denn auch / seit dem sich vie-le Frantzöische flüchtlinge in Holland nieder-gelassen / bißhero ziemlicher Massen zu der CronFranckreich grossen schaden geschehen.

Engeüand hat jederzeit mehr prXtenlion Gegen EPund jalousieauff Holland gehabt/als ande-^^re Potentzen. Nicht nur wegen der Ober-Herrschafft zursee/und des flaggenstrei-chens/ welches zwar nun so weit beygelegt/daß Holland sich lübmittirethat/ fondern auchwegen der commercien/darmit die Hollandermehr als die Englischen thun/ auch wohlfeilemkauffs geben können.

Weil nun dieser Nation see-macht derHolländischen wo nicht überlegen/ doch sehrgleich ist/so hat der Staat hohe Ursache gutenwillen zu erhalten/ und die freundschafft nichtzu cbc^uiren/ sondern allenthalben gute Wortezugeben/ damit nicht etwa Engelland entwe-der allein / oder samt Franckreich/ die Staa-ten zur see angreifst/ das commercium zerstöre/oder gar an sich ziehe/ oder zum wenigsten diesee unsicher/ und die fischerey unfruchtbar ma-che. Wiewohl es hiernechst auch dieser behut-samkeit braucht/ daß sich der Staat aus furcht/Engelland zu osseuäiren und krieg daher zu be-kommen/nicht verführen lasse/ von seinemwahren interesse abzugehen/ und en kaveur desKönigl. Hauses die macht der Stadthalter-schafft und Generalats weiter zu erstrecken/als die Union und Verfassung, der lande zu-giebt. Denn da sott das Holländische hmbo-lum gelten t I-iiber I.eo vinciri perneAZt. Cssind Viele kluge leute in denen gedancken/ daßalle bündnisse^ mit Engelland/ sie gehen auffgemeine beschützung/ oder auch gemeine Über-windung / dem Staat schädlich sind. Alleindieerfahrung hat das gegenspiel gezeiget/undgeben die nochwährenden alliantzen so viel zuvermercken/ daß zumahl der Handlung wegen/der Staat der Englischen Vereinigung ohneschaden nicht entbehren möge. Darzu mußsich nun Holland dieEnglischeformiäable machtzur see dienen lassen/ daß es stets gute flotten inbereitschafft hat / und auffallen fall fertig sey/das weisse im auge sehen zu lassen.

Mit dem Rapser in alliantz zu stehen/hat die-Gegen dense letztere jähre her dem Staat sehr gefruchtet. ^ Nord^Nicht weniger haben auch die verbindniste mit sehe-,den Nordische»? Cremen/ Schweden und"^'Vanemarck / demselben grossen vortheil ge-bracht : Denn dadurch haben sie nicht nur soviel gewonnen/daß der Sund zwischen beydeitztgemeldte Cronen gecheilet/ und die Osten-fahrt erleichtert und versichert worden; sondernes ist ihnen auch das arbitrags der NordischenHände! dadurch zugewachsen. Und hat derStaat den vorthei!/durch intromillion in diesefachen / beyderley kräffte in gleicher balaneezuHalten/und zu verhindern/daß die eine nicht zumächtig werde/und etwa die Handlung aufderOst-see altsnre/oder sonst schaden thue.

Portugal! lasset den Staat gern in ruhe/Gegenweil es zur see nicht groste wunder thut / auch^^'mehr auf die freyheit der commercien stehet /und dißfalls mit Holland gleiches interesse hat»

Aufder Mittelländischen see hat der Staat Gegen diemit denVarbarn gute corresson^entz zu halten/deßgleichen auch mit Venedig/Genua/ Sici-meer. 'c 2 !ien/