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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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566
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Des EuropaischenHerolds dritte Haupt-Handlung

Gerittge c^mercien - wefin auch der geringe zinß von^nt' geldern. Denn da kan man ein capi-ynnHiuns. tal gegen drittchalb-zum höchsten drey von hun-dert jahrlich/ohne einiges Unterpfand/ aufneh-men/und darmit gewinn treiben /dahergegen inTeutschland und anderswo ein weit mehrersgegeben werden muß. Deßwegen könnenauch die Hollander allenthalben mit baaremgelde kauffen/undzu borge gar nutzbarlich ver-kauffen/ welches keine andere Nation thun kan/dahero fliestet nun viel reichthum und die grosseausnähme der handelschafft. Mir wurde vorverschiedenen jähren zu Amsterdam eine sichereperson gezeiget/welche bey 600000 ffum z procent aufgenommen/und um 6 proLent an einengrossen Herrn wieder ausgeliehen/daher ohneweitere mühe und kosten jahrlich 18000 ff zu ge-winnen waren.

Gute anstal- Die gute Ordnungen und fleißige obsicht/!uchMM.welche in den vereinigten Niederlanden einge-' führet worden / thun auch ein großes zu fort-pflantz-und erhaltung des Handels. Man kanden fleiß der Nation auch dißfalls nicht gnug-ffm loben/noch die förderung/ welche dem ge-meinen wesen dadurch wiederfähret / zur gnügebeschreiben; und findet sich/daß mehr als zoplucute nur wegen des Herings-fangs / auswei-den/einmachen/ Atzen und einpacken in druckAusgängen. Worzu auch dieses zu reimen/daß/ob sie wol meister sind von dem Persi'ani-schen seiden-handel/auch innerhalb landes viel .seidene stoffewircken/sie sich dennoch meistensin lacken kleiden. Ja sie verkauffen ihre feinetücher anderwertS/ und lasten gröbere aus En-gelland zu ihrer kleidung herkommen. Mitder butter machen sie es auch also / verkauffendie beste / und lassen geringere aus Nord-En-gell-undJrrland kommen.

Adt itt Hol' Hleher ist auch ferner zu ziehen die gewohn-land hat ihre heit/daß fasttedestadt ihre besondere Sta-iwel. pel-gerechtigkeit und jgewisse Handlung vonwaaren habe. Da hat vortrecht die Sta-pel des Rheinischen weins/und aller waa-ren/ die auffder Waalund Maase herab kom-men ; Mittelburg des Frantz-weins; Vli-ßiugen ist der marckt der West-Indianischencompagnie; ter Tieer hat den Schottlän-dischen/und Roeerdam den Englischen Han-del und bierbrauerey/ so wohl auch Spani-schen wein vor andern. Heyden hat die ma.nukaekuren von der Vrapperie / oder den tü-chern und stoffen von golde/ silber/ finden undhaaren/so wohl auch der strumpfe und anderermanukÄuren mehr; Hartem den leinwand-handel; Velsst handelt mitbier und Hollandi-schem Porzellan. Sardam mit Zimmerung derfihiffe.Enckhupsen undMaßlandschluxß micdem Herings-fang. Edam mit käsen. Frwß-land hat die Handlung nach Grönland / undAmsterdam nach Ost-Indien/ Spanien unddie Straße.

-sst - Jndia- Dieser Ost - Indianische Handel ist derA^^^glückfiligste vor den Staat/ und hat nicht nurreichste und fast von allen specereyen und Indianischennötigste, waaren das monopolium in Holland gezo-gen/ sondern auch zu wegen gebracht/ daß dieNation von Latora an dem einfluß der Tigris indem Persischen meer - bufin biß ans ausserfteJapan die so reiche und weite küste mit ihren

Handlungen begreiffet / und durch glücklichewaffen so fürtreffliche machtige conquesten/de-ren oben bey der materialischen beschreibung er-wehnung geschehen / nach einander gemacht/auch die innwohner und Könige derselben Rei-che und Jnsulen zu solchen tractaten gezwungen/welche der compagnie überaus vortraglich sind/und andere Nationen Engelländer/ Spanier/Portugiesen und Frantzofin von solchem Kallegantz ausgeschlossen haben.

Die veranlassung zu dieser gesellschasst AW zi,,.war folgende: Nachdem der Oron Spanienvon denen vereinigten Provintzien die herr-pqM.^schafft und reipeNlve gehorsam aufgekündigetworden/ vermeinte sich Spanien am allermei-sten durch verbot der commercien zur sie undlande zu revengiren. Jnmasten auch die Hol-lander den schaden am meisten bey abgange derspecerey-waaren fü hleten/welche bißher von denPortugiesin erhandelt worden/numehro aber/da Spanien auch meister von Portugal!war/zum verbot kamen. Welches monopolium de-sto unerträglicher fiel/dieweil der Spanischeda^her fließende reichthum zum ruin dieser lande/und gründung der Spanischen Univerfal-Mo-narchie angewendet werden solte. Damitnun der Mangel erfitzet würde/ versuchten dieHollander selbst auf einrathen eines ihrerlands-leute Peter Hautmanns / welcher aushaß gegen die Portugiesen (die ihn statt seinertreuen dienste ins gefangniß geworffen/und ehernicht.als nach einer fast unerschwinglichen ran-tzion loßgelasten hatten) alle arcana, vorthei!und arten der schiffahrten und gewerbe in In-dien entdeckte/und zeigte eine fahrt dahin/ nach-dem sie zuvor durch das eyß-meer bey Nova^em-bla einen weg vergebens gefuchet. Es schlu-gen sich einige pcmiculier-leme zu solchem endezusammen/ hatten zwar bey der ersten reise we-nigglück; bey der andern aber und folgendenso viel avaMZZeidaß sie mit zehn gülden hun-dert prosit machten. Welcher reiche iuccelseinigen Staats-lemen/ darunter Olden Bar-nefeld mit'war/ den weg zu einer compagnie er-öffnete / und mittel an Hand gäbe/ A. 1602 daswerckin bessere coulltlentz und ordnung zu brin-gen. Der fond / welchen die compagnons zuerst legten/war sechs und sechyig tonnen gol-des/ welchen sie binnen fichs jähren/ nach abzugder Unkosten/ und austheilung an dieparticipan.ten/auf dreihundert tonnen goldes ver-Reichsmehret; und es an macht zur sie und reich-thum des capitals/dzirch erober-und befcsiigunggewaltiger stadre/passe und 5ortrelIen/ja einneh-mung gantzer Reiche / dahin mit der zeit ge-bracht haben/daß sie mehr vor eine Repubiique/als kauffmannschasstXlkim'.rct/und vor capa-b!e gehalten worden/gantz Indien zu conguelli-ren. .

Der Staat/ so in Indien auffgerichtet/A^lesund auff der grossen und wohlverwahrten In- comaMsul Iava befestiget worden/ wird regieret^durch anordnung und befehl dieser compagnie/welche gleich einem souverainen Staat mitden mächtigsten Königen krieg und frieden;»führen und zu schließen/auch alle übrige Maje-stats-rechte zu üben befugt/ und zu Handhabungihrer souverainitat machtig genug ist/ viertzigbiß fünfzig kriegs-schiffe in see / und eine ar-

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