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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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538
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Oes Europäischen Herolds dritte Haupt-Handlung

De« Dm de neuen anwuchs der Spanischen macht sehrParma pro- ombragiret/und bemüheten sich dannenhero/ diewAmt Staaten mit rath und that zu stärcken. UndFrattckreich MVoht keine von beydendie ihnen angebotenesouverainitat/gestaltenconjunlAurennach/ an-nehmen mochte/ machten sie doch genauere alli-antzenmit ihnen/ und nahm sonderlich die Ro-nigin Elisabeth sich der fache nachdrücklicherGraf von an/ sandte GrafRoberten Dlld!ey von Ly-köm in die cefker als Generalen mit einem corpo von soocolond«. zu fuß/und ic>oc> zu pferd / gegen Versicherungaufdiesee-städte Vllpingen und Brie!/ wieauch die festung Ramekens/ins Niederland.Er kam den 19 Decemb. vorgemeldten Lahresin Seeland an/ und wurde ihme das General-Wird Gou G^bernementder vereinigten ^iederlan-NM"/ ^ de mit grösserem gewalt/als seine Königl.Prin-cipalin gerne sähe/aufgetragen. Jedoch wardie Hoffnung von dieser neuen regierung grösserals der erfolg: Denn als der Graf eine sblo-Iure gewalt haben/und keine inttmöttoa leiden/die schatzungen und comributiones feines gefal-lens einhebcn/ die commercien mit demfeind/welche doch den Staaten sehr vortraglich/ver-bieten/ denen Englischen capers zur seegegen dieNiederlanderallen muthwillen verstatten/unddie amrernach belieben vergeben wolte; dar-neben in seinen expecUrioneu nicht gar glücklichwar/von dem feinde Grave und Venlo weg-nehmen / und sich von der belagerung vor Zut-phen abtreiben ließe/entstünde zwischen ihm unddenen Staaten grosser Widerwillen und miß-trauen/welches sich dadurch noch vergrösstrte/nachdem Wilhelm Stanley/ Gouverneurzu Oeventer / des Grafen ereatmv die ihme an-vertraute stadt/ undderCapitain Iorkon dieschantze vor Zutphen dem feinde liederlich in dieHände lieferte. So war auch zwischen demGrafen von Lycester und dem Grafen von Ho-henloh ein schwerer mißverstand ausgebrochen.Demnach führten die Staaten bey der Köni-gin in Engelland hesstige klagen wider densel-ben/und erlangten so viel/daß sie dessen thun undlassen mißbilligte/und als sich die zwistigkeitenzu exci-emitäten anließen/die Staaten auch im-mittelst Printz Moritzen den höchsten gewalt derregierung zu übergeben entschlossen waren/undnoch ein unglücklicher schlag vor den von Lyce-ster erfolgete/ indem er die entsctzung der festungSlnyß in Flandern vergeblich / nicht ohnegrossen schaden/lcnnrte/denselben wieder nacherhaust zu kehren/und das Gouvernement med' r-zulegen befehlichte. Die verpfändeten see - Ha-fen aber blieben in der Cron Engelland gewalt/biß sie im folgenden leculo wieder eingelösteworden.

Das folgende acht und achtzigste jähr Zeig-te bessere aspcccen vor den vereinigtentzpr Hottand.'Stcmzv und waren die canjuuÄuren also be-schaffen. In Frankreich war alles vollerunrube zwischen denen ^.igistischen oder derGuijtschen parthey und denen Aonigli-chen. Diests ftuer hatte Spanien am aller-meisten mit ausschlafen belssen/ und suchte nunzu verhindern/ daß Rönig Henrich m Na-varra/ der nächste Cron-Erbe/ auffbegeben-den todes-fal! Ronig Henrichs Hl nicht soltezur lucceMun in Franckreich kommen. Die-se unterhalt-und starckung der heiligen Liga

Wied ver-klagt undzurück inEnqcllaudberrtffen.

Hesserunqdes 'Micks

kostete der Cron Spanien viel geld und volck.

Nicht lveniger war bißher der geheime an-schlag. zwischen dem Päbstl. und SpanischenHofe dahin gegangen / wie man das König-reich Engelland wieder möchte zur Catholischenreligio« bringen. So meyme Spanien da-bey viel zu gewinnen: denn würde Engellandin seinen Händen styn/ so könte man die Nie-derländer von daraus leichrlich zu paaren brin-gen/ wiber welche nun in die zwantzig jährevergeblich krieg geführet worden. Solches zu ^eFcÄuirm / hatte der König eine vormahls nie rüstet c.neerhörte florre und macht Zur See auff-AA^gebracht / die er unter dem prachtigen nahmen l«m. ^invjncibiliz, oder die unüberWindliche in seelausten ließ. Der pi-Xrexr Engclland anzu-greiffen/ war desto eher zu finden/ nachdembeyde Cronen schon in Indien mit einanderzerfallen waren. Wie unglücklich aber die- N »Msegrosse flotte gewesen/ davon ist oben bey En-gclland erwehnung geschehen. Allhier ist ge-nug mit einem wone anzuzeigen/ daß der Her-tzog von Parma bemühet gewesen/ mit seinenschiffen sich mit der flotte zu conjutigPen/ seyeaber von denen Holl-und Seeländern daranverhindert/ und den Spaniern eine erschreck-liche conkuiion zugezogen worden. Darge-gen wurden die Staaten desto muthiger; ab-sonderlich weil das glücke des l)uca cieim Niedergänge/ die forma aber des jungenPrintzen Moritzens in der ssce^tz war:denn jener unterstunde sich die JnsulTholeneinzunehmen / darnach Vergen op Foom zubelagern/ aber beydes umsonst. Aus denenSpanischen städten in Brabant und Flandernzogen die Reformirten/ und aus Antwerpender beste Adel und die fürnehmste kaussleute inHoll-und Seeland/ vermehreten die städtedie-ser Provintzien gewaltiglich/ und wurde auKder grosse Handel von besagtem Antwerpen nachAmsterdam r^mf-met/ welches unsäglichenreichthum und macht nach sich gezogen; Undso viel die Union zu - sosehr hat Spanien hier-durch abgenommen.

Als nun im Mysten jähr Röm'g HenrichZV in Frankreich auffdcn thron gekommen/und die Ligisteu bey Spanien jüccurs gesuchet/

König PhNipp auch den !)uc» m ? r- s mitseiner armee gegen Rouen und Paris/ selbigezu entsetzen/ beordert' gerieche das wesen desStaats zu einer gewaltigen Verbesserung. Eshatte zwar dieser kmge General solches vor un-rathsam geachtet/und dargegen vorgeschlagen/man solle sich nicht einmischen/ noch die machtaus dem lande führen/ und dem ftmd den vor-thei! sich fester zu setzen überlassen; allein derHof wolte darausf nicht reNLÄ-rcu/ denn der-König/ als das Haupt der Liga/ wolte die ehrehaben/vor die Ligistischen rath und volck zu ver-schaffen. Gestalt auch der Hertzog grosse eh-re vor seine vortreffliche Vorsorge erlanget; dochliessen die expcckNonez unglücklich ab/ und wur-den auch die jacherem den Spanischen Nie-derlanden sehrgekränckt/ das kriegs-volck übelbezahlt und zur meutem'rung bewogen. Herge-Ayme^gen relpjrirten die vereinigten )75leder!andcdesvettl^ziemlicher Massen/ setzten ihrepoltceyim re-tenligtons-regterungs-schayungsmnd kriegs-wesen in besseres geschicke/nndchxemnche

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