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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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531
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von dem Frey-Staate der vereinigten Niederlande.

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lande um ihre eigene kunstler und Hand-wercks-leute kamen. Denn es zogen dieAamänder häuffig in Engeliand/ richteten all-da viel verfallene städte wieder auf/ und brach-ten die kunst von bayen / sayen/ casianten /morcaden / trippen / grobgreen und anderenmanufacturen dahin/ dadurch Engelland ei-nen unbeschreiblichen vorthcil empfunden.^ Ab-sonderlich aber wurden ihm die Niederlandersehr aufsatzig / als er eine neue schatzung auf-bracht/vermöge welcher sie von verkaufen mo-bilien den Zehnden/ von verkaufen un bewegli-chen gutem aber den zwantzigftcn/ und vonallem vermögen den hundertsten Pfennig gebensolten.

Indem 1571 jähr begaben sich etliche flüchti-ge Niederlander auf das meer/ und kreutztenMwMdMit 24 schiffen gegen die Spanier/daher sie dieMk Geus-Wasser-Geussen genennet wurden; gleichwiesin. man die in waldern und einöden sich enthalten-de die wilden/den Überrest aber die schlechtenGeusten benahmet hat. Diese hatten unterdem commands des Grasen von derMar<L den 1 April die stadt Briel in Hollandeingenommen/ und verursacht/ daß in dieserProvintz alle stadte/ ausgenommen Amster-dam und Schönhoven/revokirten/und durch-aus nicht zugeben wolten /den 10/ 20 und 100Pfennig zu einer perperuirlichen conrridmion zuDesMg machen. Hierbey entdeckte man einen grossen?A^d!r ' polirischen fehler an dem Hertzoge von Alba/sii-mcht. daß er in so langer zeit/ nemlich binnen vier jäh-ren seiner regierung/nicht gelernet/was grosservortheil aufversicherungder see-küste be-stünde. Und daher kam es auch / daß dieserunvermuthete streich/nemlich durch Verlust einereinigen see-stadt/ hazard mit gantz Holl - undSeeland zu lauffen / ihme das Hertz dermassenrührte/ daß er bey seiner korrun einen grossen ab-schlug zu befürchten anfienge. Hielte demnachvor rathsamer/ gelindere chiten auszuziehen/die schatzungen und in Brabant sehr weit avan-c-irtezwangs-mittel fahren / hergegen seine mi-litz auf einen neuen ?lace ä' ^rmes in Hollandmarchiren zu lassen. Ob die Unwissenheit oderwissenschafft der kräffte dieser Nation zur seeden verdacht bey dem Hertzog vermehret odervermindert/ist dahin zu stellen. Dieses abervor gewiß zu achten/daß er sich gleichwol mehraufdieUnterdrückung dieser neuen feinde/ alsauf fortsetzung des trauer-spiels in Brabantsppüciren müssen.

DieWasser-Geussen hatten/der Isage nach/bißher auf des Prmtzen von Oranien 6ireÄ»onund angeben ihre freybeutereyen/unterm com-mando des vorerwehnten Grafen von derMarek/wider die aus Spanien nach Antwer-pen segelnde schiffe tapffer getrieben: Weil sienun nach eroberung dieses berühmten see-Ha-sens Briel/ auch den beyfall nicht nur von dennächst - anbenachbarten stadten / sondern auchWtttzvvn fast von gantz Holl-und Seeland erlanget/ nah-oranien men sie hochgedachten prittyen von Ora-"ien zu ihrem Sradrhalrer dergestalt an/daßHoll-und imnahmen'desKönigs derselbe nach dem lan-pes-berkommen die sämimüranon haben solte.Dazumahl wurde eine müntze geschlagen mitder Überschrifft : ?rin2 van Oranien cist ?ä?lDritte Haupt-

K!vtb,befcon5 voerclen ic>?ennj^ bebot. In-dessen setzten sie nicht so wol vom Könige Phi-lipps/ als von dessen unmenschlichem Ministro/dem Hertzoge von Alba/ ab. Der Printz warauch auf guter wacht/ rückte mit seinem ausTeutschland mitgebrachtem volck/ worzu sichviel bedrängte brave Niederländer gesammlethatten/ ins Hertz der Spanischen lande/ nemlich Bekömmgegen Mecheln und Brüssel zu; hatte auch bevU Wssedem volck ein groß jauchzen und zulauff/und be- 'kamenoch darzuanfthnliche summen geldcszufournirung der kriegs-cassa/ und von Ettgellandund Franckreich Vertröstung auflüb^ci-en vonvolck und gelde; allermassen auch Frießlandvon denSpanzern abfiele. Franckreich trat des Staatsmitdem prmyen m alliany/ darbey unter "üt. Maycksandern mit verabredet worden / Franckreich"solte die Niederländischen Provintzien jenseit-und der Printz die disseit gelegene/ als Holl-See-nnd Frießland/ wie auch Utrecht behalten/und des Königs jüngster Herr bruder / vuc ä'

^len2vn, mit dem Admiral selbst in Niederlandziehen. Damit auch von fremden Potentzendesto wenigere hinderniß und äivsrlian zu besor-gen / richtete Franckreich mit Engel - undTeutschland besondere alliantzen auf. Zur seesammletesich von Frantz- und Engelsmännerneine ziemlich grosse quantität capers/welche/ wie Wasser-sie mit den Wasser-Geussen bey Flißingen sich VK,^conjungirren/eine flotte anderthalb hundert se-grossen ftha-gelstarckmachten/ und mit gesammtem fleiße^"-den Spaniern grossen schaden thaten.

Hieraus eroberte Graf Ludwig von Nas-sau die stadt Möns oder Vergen in Henne-göw / eine der zuverläßigsten Plätze dieser lan- icHen.de/durch kriegs- list. Dergleichen eroberunggeschähe auch mit Valeucienne und andernmehr. Und der Graf von der Marek be-mächtigte sich vieler örter in Geldern undFrießland/ wie auch in Over-Ißel. DerPrintz paßirte bey Ruremond die Maase/ cm-porrirteLöven/Nivelle/Mecheln/ Oermon-de/Oudcna:de/und viel andere örter mehr.Alser aber hörte/ was mit der blut-hochzeit zu Pa-ris (imAugusto des lösten jahres)fürgegan-gen/mid er vermercken konte / daß das blutigespiel/ welches zu K-Z70Nne war concertiret wor-den/sich numehr eröffnen / und sein theacrumauch im Niederlande suchen mögte/ gerieth ergegen Franckreich und die daher habende suxi-liar-trouppes in starcken verdacht/ reloiv^rtedemnach seine armee zusammen und sich zurückin Holland zu ziehen/ allda den sitz des kriegeszu machen/und seine macht bester in die enge zufassen/ weil ja derfeind zu keinem treffen ge-bracht werden konte: Wodurch denn der com-paß sehr verrückt/ und dem Hertzoge von Albaund seinem äcttmirten Zuccetlom / dem HertzogvoiMeclina LeüchjePrintzischen conquesten wie- Werdender in Spanische äevvtivn zu bringen/das freye ^^ wjedev.feld eröffnet wurde. Weil nun eine veste nach^" ' ^der andern wieder erobert worden/ und derDon kreäericv 6e l'vleacz Oes Hertzogs von Albasöhn / als Oberster über das feldlager seinesHerrn Vaters/ auch imGelder-lande und Over-Jßel einen sieg nach dem andern hatte/geriethees mit Oranien in ein gar schlechtes ansehen:^, «..Denn das mordschrecken aus Franckreich hat-ck/« übe^'te die Printzischen fast aller course? beraubet