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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Des Europäischen Herolds Myte Haupt-Handlung

denburg vor die Römisch-Catholischendie religions-frepheit vollkömmlich begeh-ret/welches auch die Gesandten A. i6os ver-sprechen müssen/ darwider aber die landschafftsich gesetzet. Endlich hat man so viel nach-gegeben/ daß A. 1611 vor die Römisch-Tatho-lischen eine kirchezu Rönigsberg erbauet/und der neue calender eingeführet worden.Die wiederbesetzung aber derBistlhümer/wor-auff die landschafft inständigst gehalten/ hatdeßwegen nicht geschehen können/ dieweil dieeinkünffte meistentheils auffdie der pro-kellorenund prXceprores der/^ca6emie und p-e-äsZoßii zu Königsberg/so wohl auch die Kom-munität daselbst/ auff die orey Fürstl. land^schulen/als diezur Tilsit für die L.it-thauer/ die zu Lick für die Polen/ und diezu Saatfeld für die Teutschen/ desgleichenauff die LontiNorislez, gewendet worden.

Reto -Nechst denen Catholischen sind auch der Refor-mirten auf^ mitten unter der nachgefolgten Churfürstlich-mhme. Brandenburgischen regierung mehr und denenLutherischen fast gleich worden; inmassen auchdas Ober-Burggraffthum/ und Regiments-rathsstellen neben andern fürnehmen ämterndenen Herren Reformirten anvertrauet wor-den. Welches desto weniger zu verhinderngewesen/nachdem Thursürsi Johann Sig-mund A. 1614 sich selbst zur Reformirten reli-gion gewendet/ seine^religions-verwandtenzu den höchsten ehren-ämtern gezogen / und inder schloß-kirchen durch Reformirte l'Keoio-xv5 predigen und commuuiciren lassen. Da-her viel strittigkeiten erfolget. Nachdem A.166z Ihrer Chur-Fürstl.Durchl.Heryog Frie-drich ttlilhelmen die souverainität überPreußen übergeben ward/hat man wegen einesLynoäi zu erörter-und hinlegung der strittigkei-ten/wie nicht weniger wegen einer kirchen-viüca-tion gehandelt/es ist aber aus beeden nichts/her-gegen die Reformirte religion/welche in denenWelauischen und Brombergischen paÄis vor-her privilegiret/ immer weiter ausgebreitet/drey kirchen vor sie verwilliget/ in das Ober-ap-xellation-hof-und peinliche hals-gerichte/ in je-dem zwey tüchtige Reformirte iubjecla zu^sselsom von Preußischen innigem; zu setzen/auch vier Hauptmannschafften an ReformirteEdelleute zu übergeben eingeräumet wor-den.

Uber dieses/ so haben auch die Arianer sichin Königsberg eingenistelt/ welche aber so we-nig als die aus Polen flüchtige an den grän-tzen wohnende / ihre secte öffentlich treibendörffen.

Die ein-' Die einkünffte des landes hat man zurw!de? Ordens über achtmahl hundert

tausend Rheinische gülden gerechnet; undgleichwohl sind die extrsorclinar-incracien nichtdarunter begriffen gewesen. Ob nun wohldie zwischen der Cron Polen und HertzogAlbrechten vorgegangene Landestheilung demHertzogthume ein grosses entzogen ; so ist dochauch dargegen durch neue anlagen/Vermehrungdernahrungs-mittel/und Verbesserung der com-mercien / erbauung neuer städte /vestungen unddörffer/ absonderlich nach dem die aus Franck-reich geflüchtete Reformirte in diesen dem Kö-nige in Preuffen gehörigen landen gleichfalls

auffgenommenwurden/ wieder ein ansehnli-ches darzukommen/ und daher leicht zu ermes-sen / wie austrägliche einnähme die Königli-che kammer aus dieser Landschasst haben müs-se. Aus der ssammlung des Hornsteins hatman ein jähr ins andere 10000 gülden berech-net.

Ob nun aber dieses freyeHeryogthumObwU,preuffen/ nach erlangter souverainite undjnäepen6eliy/ von rechtswegen wieder an Pre!ßtn"j«die Oberbotmaßigkeit des heil. Röm.l«ch^tReichs Teutscher Kation Zurück gefallensey ? darüber haben sich einige die^köpffezerbrochen. Denn obwohl nicht zu läugnmist / als es denn die alten Kayserlichen v-plo-mara und geschichtschreiber gnugsam bezeu-gen/ daß der Ternsche Orden / welcher unterdes heil. Rom. Reichs gewalt und autoritärunzweiffelich stunde/ und wegen der übrigengüter noch ein Reichs-stand ist/ sich an desReichs Hoheit und jurii-u-Kion auch wegenPreuffen gehaben ; und insonderheit das vonden Land-Ständen gemachte bündniß A. C.145z durch Kayser Friedrichs hartes urtheilentkräffen und svoulUren lasten; wie sich dennauch die letztere Hochmeister/ Hertzog Frie-drich zu Sachsen und Marckgraff Albrechtzu Brandenburg/ so lange als es nur möglich/ans Reich gehalten : Nachdem aber das Reichsich dieses Mitgliedes nicht angenommen/ son-dern geschehen lassen / daß der letzte hochge-dachte Hochmeister mit der Cron Polen/ zuadwendung des landes gewissen ruin/ sich sogut/ als es die zelten und conjunÄuxen der-mahls gegeben/ gesetzet und verglichen/ auchseither ausser der in blossm Worten bestehendenacht weiter nichts gereget/ und sonderlich letzt-hin bey cvlMcmrung der louveramire an fei-ten des Reichs stille geschwiegen worden; seit-her aber unter der souverainen regierung IhrerKönigl. Maj. es dahin gediehen / daß IhreRom. Kayserl. Maj. A. 1696 die Hertzoglichesouveraine würde erkannt/und seither die ko^aure aufPreußen würcklich und mit lolenriitätaccorcj-ret/und Jhro darzu ohn einigen Vorbe-haltoder auszug ßt-Zmliret haben / und Reichswegen sich niemand dargegen gesetzet/des Teut-schen Ordens comrgUiAjvn und proceliäticiaaber beyseit geleget/ unddarauf nicht auencli-ret worden/inmassen oben schon angemercket ist;so ist wohl kein recht vor das Reich mehr übrig/undwewen sichJhr.Königl.Maj»hohe nachfah-ren/nechst GOtt/ bey Ihrer ko^sute zu l^smrs-riren wisten.

Was die alten Preußen vor langwierige^kriege mit denHergogen mMasuren/mit demOrden / mit den Ltttauern / mit den Palen/und in neuern zelten die itzigen Preußen mit denSchweden und Tojaken geführet/ davon ge-ben die Preußische chronicken gnugsame Nach-richten. Daher ist nun zu Wessen/ daß diePreußen eine mächtige und streitbareNation jederzeit gewesen. Die heutige artzukriegen erfordert geworbene leute/ wanneSaber an ein aufsitzen und zum aufgebot der land-militz kommet/ wird auch von Ritter-pferdenund dem landes-ausschuß eine ansehnliche ar-mes zusammen geführet werden können.

Vormahls sind die Schweden / denen das

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