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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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war aber dieses suchen vergebens. DaraufistA.i6i8den8 Augustimehr hochbesagter Her-«M der gog AlbrechtFriedrichmit6s jähren verstor-Är-Bran-biN/ und hat mit dieser reichen erbschafft denMwg. Churfürsten zu Brandenburg befället/nachdemer mit seinem Herrn vater dem lande Preußenüber hundert jähr vorgestanden.

Auch ist jahres hernach der Churfürst todesverfahren/ und hat seinen Herrn sohn/Chur-fürst Georg Wilhelinen zu Branden-burg/ auch zum Lucceüorn im HertzogthumPreuffen gehabt. Welches ihme A1621/ alt-hergebrachtem gebrauche nach/ durch Überge-bung einer sahnen unter fteyem Himmel zu lehngereichet worden» Als die Schweden in ih-rem mit Polen habenden kriege denen Preustfischen unterthanen viel überlast thaten/hater A.1627 von abwendung dieser lasten unddes landessicherheitauffeinem Land-tagemitden Standen rath gepflogen/ und endlich durchseine kluge ^eck-mon die beede Cronen zu ei-nem zehenjährigen stillstände 6l!pc>niret. Da-her ihme zum unsterblichen nachrühme gedei-het/daß/ da zu derzeit die Martialische wuthfast in gantz Europa getobet/ das land zuPreußen eines gewünschten ruhcstandes gemes-sen können / ausgenommen / daß die Schwe-den/als sie ihren marsch nach dem KöniglichenPreuffen gerichtet hatten / unterweges im Her-tzogl. den Hafen pillau/wie auch die veftungMeme! einnahmen/welche auch nicht eher alsA. i6zs rellituiret worden.

Als er einsmahls zu Neuenhauß in Preuffenwar/und eine nicht allzuangenehme zeitung- aus Königsberg wegen des Königs in Polenerhielt / nahm er voller unmuths einen apfelaus der schüffel/und sagte: So wahr als ichdiesen apfet zum fenster hinaus Werste/sowahr will ich auch die louveraimtat überpreustm erhalren.Allein er traffan dem of-fenstehenden fenster den mittelsten rahmen/undder apfel kam nicht hinaus/ welches man da-mals vor ein omen Wte/ ob seye die zeit zu er-langung der louvirsmilät noch nicht vorhanden.Er starb A. 1640 den 21 Nov. mit fünffundvierhig jähren/ und befallet^ nebensi der Churund andern landen auch mit dem HertzogthumPteusscn seinen eintzigenHerrn sohnC'hurfürstFriedrich UAlhelmcn/ von deffnChurfürstl.Durch!, in deschreibung des heil. Rom. Reichskurtze anzeige geschehen. Seiner Chursürstl.Durchüerste Verrichtung/nach angettetener re-gierung/war/daß sie sich in person auffdenPol-nischen Reichs-tag nach Warschau begaben/und den 17 Ott. 1641 die lehn über das Her-yogthum preuffen mit gewöhnlicher solenni-tät unter fteyem Himmel erhielten/darauffsiesich wieder in Preuffen gewendet/ und derLand-Stände und unterthanen gemüther ver-sichert. Als Aönig Carl Gustaffm Schwe-den/ gegen Rönig Johann Casimirn in Po-len/grosse armeen versammlet/ und den Gene-ral-Wittenberg mit einem stareken detache-ment inGwß>Polen voraus geschicket/und gros-se progreflen gehabt/ Graf^isgnu« 6e u (Zarclie«uchin Litthauen weit avanciret/ und der Kö-nig selbst in Preuffen gekommen/ und selbigesconczuettiret / zogen S. Chursürstl. Durchl.dero trouppen zusauuncn / und begaben sichswexte Haupt - Handlung.

Mit einer armee vsn^ 8ooo mann A. 165s dashin. Weil nun Rönig Johann (tastmir

aus dem Königreich entwichen/ und keine hülstfe mehr zu hoffen war/ über dieses dafür gehal-ten wurde/daß es bey solchen umstanden wohlerlaubet wäre/ zu rettung der lande die Schwe-dische parthey anzunehmen/ Mitten sie sich mitden vittorieulen Schweden/ und machten sichdurch dero tapfere col^uNe in gantz Europaconkciek-öbel. Nachdem A»i6s6 das glückden Polen sich günstiger erzeigt/und die Cosa-cken und Tartarn sich mit Polen conjunA»-ret/^uch die Moscowiter in Liefland eine cli"verkoa gemacht/ recollixirte sich der entwi-chene König/ setzte sich mit semer armee vonPolen und Mitten Cosaken und Tattarn zuizdOOO mann/wie manvorgiebt/ bey Pragan der Weichsel unweit Warschau / und. lieferte denen Schweden und Brandenbur-gern/ die etwa 30000 starck gewesen/ eine blu-tige schlacht/darinnen dennoch die Polen ausinftlde gejagt/ und deren viele erschlagen wor-den. So groß aber diese vittorle vor Schwe-den und Brandenburg war/ sowenig vortheilwar davon zu gewarten: denn der König inSchweden konte Crakau dennoch nicht entse-tzen/ muste der xraskrenden comszion halberherab in Preuffen gehen/ und kriegte durchdes Königs in Ungarn beytrittzu den Polni-schen waffen / durch die Ragotzische Niederla-ge/ und durch den neu-angehenden Dänischenkrieg das Schwedische kriegs-wesen eine gantzandere 6Zur, welches auch Chur-Branden-burg veranlastete von der Schwedischen par-thcy abzugehen/ und sich mit Polen zu setzen.

Hierauff erfolgte ein neuer vertrag zwischenPolen und Brandenburg/welcher zu Velnuangefangen/ A. 1657 aber zu Bidgoft odeeAromborg geendiget wurde/und krafft dessen MuMJhr.Churfl.Durchl die lttuveraimtätüberdas wird emHeryogthum preuffen/ nicht weniger auch A^og"über die bißher zur König!, botmäßigkeit gehö-thum.rige ämterundstadte/ L^auenburg/Buttauund^.ebe überlasten/und hernachA.i66z durcheine lolenne vom Könige und der Cron Polenzu solchem Ende abgeordnete Tesandschafftwürcklich übergeben: dabey auch zugleich ver-abhandelt worden / daß wenn die Chur-q^M^linienach GOTTes willen ganylich aus.sterben solte/ so dann das land an die EronPolen zurückfallen/ iedoch denen Fürst-lich-Brandenburgischen hausern zu Bay-reuth und Onoldsbach/ als rechtes mann-und fahnen-lehn/ bekennet und gereichet/und ihnen immittelst der Herzoglichetitul und wapen zu führen zugelassenwerden solte. Die stadt Elbmg aber solteChur Brandenburg so lange m besiy neh-;ncn/ blß ihn: von der Eron Polen 400000Reichs-thaler ausgezahlet worden/wel-chem letztem punct ader Polen nachmahls kei-ne genüge gele stet/ sondern es mitSchwe-denalso gekartet/daß die ausziehendeSchwe-dische garnison den platz denPolen übergeben.

Wider die Cron Schweden/ welche durchdiesen vergleich nicht wenig c^^ret wäre/Schwedehaben ihre Chursürstl. Durckl. sich durch diemit dem Aonig in Ungarn und Böhmen/wie auch Oanemarck geschlossene MantzenNun > ver-