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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
463
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xaÄomm desto weniger zu erlangen war / Legrössere Hoffnung er sich zu der TauschenReichs - Fürsten hülste gemacht hatte. Alleindas Römische Reich vergnügte sich mit schrifft-lichen Vorstellungen/ cUirte den König in Po-len vor das Neichs-regiment/ und als er sichdaselbst nicht hauptsächlich einlassen/sondernbeyden Lom^Haten schützen wolte/ fieng dasReich an / das recht selbsten in zw'eifel zu ziehen/besage Reichs-Abschiedes zu Trier undCölln A.1512. §. den, Hochmeister :c .und such-te dannenhero anstand.

Endlich nachdem alle gütliche mittel verge-bens angewandt worden / und der Hochmei-ster lieber die exn-ema erwarten/ als sich derCron Polen unterwürffig machen wolte/ kames zum kriege/ welcher durch kein ander mittelwider zu stillen war/ als durch einen vierjähri-gen stillstand vonA. isaibiß 152s. Denn derMarckgraff machte sich noch immer Hoffnung/von dem Rom. Reiche succurs zu erhalten/tba-te auch bey dem Kayser und dcnReichs-Stän-den inn-und ausserhalb denen Reichs-Ver-sammlungen/ was ihm menschlich und möglichwar/ Preußen bey dem Cörper des Reichszu erhalten. Weil aber der Kayser mit denFrantzöischen und Hungarischen kriegen/ dieStande hingegen mit dem bauern-kriege ge-nug zu lhun hatten/ und keine hülste mehr zu ge-warten war/machte der Hochmeister aus dernoch eine tugend/ und verglich sich mit demKönige und der Cron Polen folgender maßen/daß der bisherige Hochmeister Marck-graffAlbrecht das tand zu preussen/ soweit es der Orden bißher besessen/ alseinlehn in gusbtat eines Hertzogthums/ vonder Cron Polen empfangen / selbiges un-ter sonderbarem schuy der Cron erblichbesigen/ und derhalber die lehns- pflichtleisten/ dargegen Dangig/ Thorn/ Ma-rienburg/ Culm/ Graudeny/ Ekbing/ undandere örter mehr mit ihren sppercmemjen derCron verbleiben/ und der Staat des Teut-schen Ordens aus preussen gany ausge-tilget und dessen nicht mehr gedacht wer-den soltcn. Es wurde auch zugleich vergli-chen/ daß bey der beleihung des Marckgra-ftn Herr bruder/MarckgrafsGeorg/ vorsich und wegen seiner Herren gebrüdere/Marckgrafs Casimir» und MarckgraffenIohannßen / mit an die sahne greiffcn/und die gesamnitc Hand und anwartungan das neue Hergogthun, mit empfahensolten/ und wenn endlich von diesen Her-ren gebrüdern keine nachkommen mehrwürden vorhanden sepn/so solte das Her-yogthum preussen wieder an die CronPolen fallen. Im übrigen solte derHertzog die nächste stelle und teMan bey^and-tagen und Versammlungen nachdem Rönige haben; der polnischen Na-tion gerechtsame und fteyheiten gemes-sen'. bey landes-nöthen mit hundert wohl-gcrüsteten pftrden den, Rönige zuziehen/vom lande nichts veräußern / öderes dochein jähr vorher dein Rönige anbieten/sich aller von Rapsern/ pabsten/ Köni-gen und Fürsten dem Orden hiebevor ge-gebenen Privilegien/ die diesem friede zu-

gegen/ sich begeben/die übrigen aber sol-ten dein lande zum besten vom Aömgeconkrmiret werden. Rein thet! solte neuezolle und auffingen/ oder andere denencommerciett beschwerliche Verordnungenauffrichten/ noch sonst neurungen snachen.Oas wapen des neuen Hergogthums solteein schwarger gekrönter adler seyn/ wel-cher den buchstaben 8, den nahmen Rönigs8iZ,8mun6i andeutende/aufderbrustführensolte. Alles nach mehrern inühalt der A. 1525den 9 April zu Rrakau/ auf UnterhandlungMarggraf Georgens zu Brandenburg/ undHeryog Friedrichs zurF.igniy / verglichenenfriedens-conämonem Jndemeyde/ weichenHertzog Albrecht des folgenden tags bey der lo-lennen lehns-invettirur würckM geleistet / sindunter andern diese koi -msl-en enthalten / daß er Notul dermit allen Unterfassen/geistlichen und welt^^^^^^lichen/ Rönig Sigmunden / und seinen 'nachkommen/ und der gangen Cron Polen/als einem gehuldeten und friedsamenFürsien gebühre/getreu/unterehanig/ ge-huldigt und gehorsam sexn wolle. "Manrichtete auch das wapen nach solchem vertrageein/ daß der König im silbernen felde einen ein-köpfigten schwachen adler/ aus dessen brüst eingeharnischter arm mit gezücktem schwerdt Her-für gehet/ der Hertzog aber eben diesen adler miteiner güldenen cron am halse/und aufder brüstden buchstaben 8 zum ewigen zeichen / daß dielehn desHertzogthumsvon König Sigismun-den herrühre/führen solte.

Diese ist die grosse veranderung/welche derStaat m Preußen biß dahin gelitten. Undhat der Hertzog daraufdas Ordens-kleid undwapengantz abgeleget/vom Könige ein neuesmüxne angenommen / und die regierung desweltlichen Hergogthums angetreten / auchnach der Hand die Römgliche princeßin inDänemarck Dorotheen/ Rönig Friedrichs lFr. eochter / geheyrathet.

Ob nun wohl die Ordens-brüder inTeutsch-land und unter denselben Heryog Erich zu ahndet vcrVraunschweig/ als Lowmenclsror zu Memel/^vkN'l'ingleichen derTeutsche ^.andmeister/N)al-ther von Rronberg/ welchen Rapser CarlVA. 1527 zum /zämmMrstorndes Hochmeister-thums in Preussen bestätiget/ mit dieser Ver-änderung übel zufrieden waren ; der Kayserauch selbst sich der fache annähme / und auffdem Reichs -tag Zu Augspurg mit denenallda versammleten Ständen schlösse/ man hät-te die zwischen dem König in Polen und Marck-graff Albrechten fürgegangene Pacta/weil sieder religion/ des Reichs kunclamemLl gesetzen/dem Teutschen Orden und der gesummten Rit-ttrschafft entgegen wären/ zu^nnuMren/ diesesfürtreffliche Land-und Reichs-lehn dem Rei-che zurück zu ziehen/und ermeldtem neuen Hoch-meister/als einem getreuen Reichs-stand/widerden Marckgraffen die lande zu gewähren»Jnmassen der Kayser demselben mit sonderli-chen ceremonien die beleihung wiederfahren/auff dessenanruffen procellvor dem kammer-gerichteerkennen ließe/und endlich den Marek- Darübergrasten A. 1552 den 19 Jun.in die acht erklär-ee/ auch A.15Z6 die Preussen von allem gehör-tzog in dsiesam gegen denfelben'loßsprach; so ließe sich doch

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