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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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von dem Königreiche Böyeim.

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seinen unterthanen ausserhalb dieser auflag be-schweren / bey Vermeidung ernstlicher hohenstraffe/weil solch kriegs-volck zu roß und fuß/allein zu beschützung dieses Königreichs und derjacorporirten lander gerichtet ist.

Würde aber diesem Königreich und incor-xorirten landen nichtvonnöthen seyn/ etwa ei-ner grossen noch sich zu befahren / und es würdesolch kriegs-volck zu roß und fuß/von derselbengrantzen ohne gefahr weiter rücken können / aus

her mit einander zugleich entschlossen und ver-einigt/daß/wann die stadt Wien oder die ve-stung Vywar/NeuhaUsel/(wie solches die Kapserl.Maj. gnädigst begehren thut/) ja auch überbiß zu sonderbaren der Kayserl. Maj. gefallenund beliebung / wann nemlichen die vestungCommorn vom feinde solte belagert werden /daß solch volck zu roß und fuß diestr dreyen ör-Lern einen/ welcher belagert würde/zu retten undzu entsetzen rücken soll / doch ausserhalb dieserdreyen orten sonsten nirgends wo anders hin/Welches dann auch dem verordneten Obriftenüber dieses kriegs-volck/auch dessen Rittmeisterflnd Hauptleuten/ zu ihrer fleißigen erwegunghingestellt wird. Jedoch und wenn also vondenMährischen oderSchlesifchen grantzen/so!chkriegs-volck ingesämt/zu rettungderitztgcdach-ten drey vestungefl einer gebraucht werden solt/baß solches die über solch volckverordnete Ober-sten schleunig und ohtt allen Verzug der Kays.Maß Und den obersten Land - Officirern zuwissen mächen / über welche dann zu Oberstengewehlet seyn sollen diese drey Personen/ als Hr.Peterwack von Nesenbergk/ Christoph von Lo-ckewitz/ AdämvonSternbergk/ ausweichendreyen oie Kays. Mäj. derselben gefallen/nocheinen zu diesem zug zu gebrauchen / gnädigst ge-

Es sollen äuch zu diesem zug die obristenLanV-Officiter sich wegen einer maßigen sum-ma geldes/als so viel etwa hierzu dienothdurffttrfodern würde/ bewerben und alsbald ohn ei-nigen Verzug/von äam an biß zur angestelltenMusterung als aufMittwoch nach Lorentz/flechstkünfftig in diesünffmahl hundert tausendgülden um gewöhnliche Verzinsung tt. aufneh-men/ auch dieselbe summa zur Verwahrung beyder Land-tafe! niederlegen / die auch von denenzu keiner andern ausgäbe oder nöthdukfft/ essey in wäser gestalt und weist solches erdachtwerden möchte / nicht aufgehoben werden soll.Wie aber hernach solche summa auf bestimmtetermin wiederum abgelegt und bezahlet werdensoll / hiervon soll bey nechst künfftigem Land-tage unter den Ständen gewisse maß und Ord-nung geschehen. .

Wann ttutt also bis kriegs'volck/ wie obge-meldt/ ins ftld rücken würde/ aufsolchen fall solldie bewilligte hauß-steuer in der Stände Ver-wahrung bleiben/als zum unterhalt des ^stenMannes; wie dann/und da es die nothdurfft er-fodem würde/ bemeldt kriegs - volck/ auf z mo-natnach einander / von den Ständen im feldsoll gehalten werden/welches die Kayserl. Maj.mit geschütz und munirion gebührlichen zu ver-sorgen/gnädigst geruhen werden / zu welchendenn die ftey-höfe/vorwerge und andere erbseße-Frvexre Haupt - Handlung.

ne/wie die imKönigreich styn/angeordnet wer-den sollen.

^voch bitten und begehren hierneben dieStände / daß die Kays Maj. wegen derglei-chen tielenkon. ordnung mit den Ständen inMähren/Schlesien/Ober-ündNieder-Laußitz/nichts weniger auch Mit den Egerischen/ derognadigstem erbieten nach / aufs eheste wollehandlen lasten.

OeßgleichM und daß auch ferner mit denChmfm'sten/Fürsten und Grafen/auch Herrenund stadten/ welche Böhmische lehn halten/ dieKays Maj. durch dero Abgesandten / wie denflnichts wenigers mit den Vasallen/ welche un-ter deMHauptmann derTeutschenlehen begrif-fen sind/entweder zu Eger oder an welchem ortes det Kays. Maj. belieben würde/ gnädig wolliträrtiren lassen / Und solches flicht allein wegeflitziger/besonders auch künffliger gefahr:, denfldaß bemeldteiehens-leuttvon ihren vornehmen/grossen / und zur Cron Böheim gehörigen Su-tern einige hülffe neben den Weichs-Stän-den leisten solten/ darvsn ist kettte wisten-fchaffc/öerwegen vor billich eracht wird/daß sie neben uns gleichheit tragen.

Sdlte aber auf dis Königreich und mwr-porirte lander einegtofse gefahr und noch kom-men / (welches GOtt verhüte) als bitten wirdemüthig/ die Kays. Maj. wolle befl Chür - undRciä>s-Fürsten/welche mit der Kayserfl Maj»und. dem Königreich Böheim erb-einiguflghabefl / solches beyzeiten gnädigst zu wisseflmachen/ aufdaß sie sich vermöge derselben aufbegebenden flothfall zu erzeigen und darnach zflrichten haben mögem . . -

Äeschließlichen bitten wir unterthänigst /weil die so grosse tontribmiones bewilligt/daßwir vethosst aller küttfftiger gefahr dadurch le-dig zu werden/itzt aber dis aufgebot nicht Mitgeringer beschwer angeordnet/ daß die Kayserl»Maj. dieselbe ifl gnadenzudänck auf-Und an-nehmen/auch unser attergnädigster König undHerr seyn und bleiben wollen w., ,

Durch defl hernach gefotgtett krieg unter Kö-nig Ferdinanden n und ül ist zwar Böhmen aflreichthum und kriegs - Macht/ besonders auchdurch das kriegs - wesen und die coMagion anmannschafft fast geschwächet worden ; dochhat sich das tand also wieder erholet/ daß nichtzu zweiffeln / es könte einr armee von 100000fuß-knechten/ und 20000 Reisigen aus Böh-men/Mahrefl und Schlesien leichtlich aus denfuß geMet Und zum landes-schütz gebrauchetwerden. In jüngern jähren hat Man befun-den/daß/wenn der zehenve mann m Böhmenaufgeboten werden solte/ matt gar wohl ein cor-po von 200006 köpffen zusammen zu bringenvermöchte: Die reutet stynd wohl zu gebrau-chen ; die fuß-knechte aber / ob sie gleich alsbaurefl von ihrett Erb-Herren wie leibeigenegehalten werden/ sollen das ihrige doch wohlthun/wann sie ifl unverdrossenen jähren zu denWaffen angeleitet und exere-ret werden. Sie kntertha-ächzen und stuffzen unter der last ihres stchs/^^rund suchen jezuweilen gelegenlM solches abzu-'werffen.Vor einigen jähren meynten sie/die zeitihrer freyheik wäre herbey kommen / und wür-den sie gleich denen Ungarn guten luccek ha-ben. Mein sie wurden in ihrem aufrührischenMmm vor-