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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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441
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von dem Königreiche Böheim.

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und haben die von der Sittau das lob der Höf-lichkeit/ und besonders gute policey/ thun auchindem leinwad-Handel mehr fleiß und kunst/als andere. Die Böhmen haben ihre besonde-re/ nemlich dle Sclavomsche oder Wendi-sche spräche/ welche man auch an theils or-tern in Ober-und Nieder-Laußitz redet: Dennes ist um Löbau und Bautzen ein schmalerstrich landes/ welcher von den Wenden be-wohnet wird/und erstrecket sich derselbe biß indie Marek Brandenburg.

Mde des Die Stande des Königreichs BöhmenKönigreichs waren vor dem dreyßlgjährigen kriege nurNhntttl. nemlich die Herren/ der Ade!/ und dieStädte.DieReichs-am ter/welche demHer-ren-stande allein verliehen wewen/sind die zwölfStadthalterschafften/welche den König allent-halben reprsejenriren/das oberste Burggrass.8>whm thumzuprug/ dessen Auit ist dee obcr-wmte desuWcht über die lundes-justig zuführen.^^.Diesem folgen das oberste Land-Hostüuei-fier-amt/ der oberste Land-Murjcha!!/der oberste Lmld-Aammcrer/dcr ober-ste Land-Richter/ der oberste Host-Lehu-Richtep/ den Groß- krior des 8. svnZnmter-Ordens zu Jerusalein /der oberste ^ppclla-t!onz-?rXlicie!u bcp dein Präger schlösse/ derOber-Rnn:mer - Präsident/ der obersteLand-schreiber/ der Land-Unter-?^an;-merer/und der Bueggrasfdcs Königs-grayer- Rrepßes. Vermöge des zu Luxem-burg A.i69i am8 Maji datirten Kayser-undKöniglichen viplomaus sind noch sechs andereStadthalter verordnet / darunter der obersteJagermeister/ und also ranket worden/ daßsie vor denen drey letztern gehen/ weil sie auchaus demGraffen-und Herren-diese aber ausdem Adel - staube gebürtig seyn müssen. DasMüny -Meister-amt mag der König einemaus den drey Ständen verleihen/ wem er wi!/«nd brachte die alte Land-tags-ordnung mitsich/daß keiner aus der Herr - oder Ritter-schafft zwey amter des landes haben solle.Heut zu tage rechnet man auch zu den Stän-den die Geistugkelt/deren Haupt der Erg-Bischoff Zu Prag ist/ und die qualität desvierdten oder vielmehr ersten standes (der wür-de nach) erlanget hat. Dergleichen sie auchvorhin genossen / wie aus Kayser FriedrichsU von Kayser Carln lv mZrczlllrtem gnaden-briefe zu ersehen/ beym Laibivo vec. i. b. 8. f. 4».Wiewol das rebsrens mehr erzehlet/als dasre.

Istum.

Die vornehmsten noch öorirenöen geschlech-ter/ die in diesemKönigreiche und incorpomtenlanden entsprssien/oder in die alten familien ge-heymthet/und zu hohen ämtem gebrauchet wer-den/ sind: Die Fürsten von Lichtenstein / ihoIhre Fürst!. Gnaden Herr Johann AdamAndreas/des hell. Rom. Reichs Fürst undRegirer zu Lichtenstein/in Mcolsburg/Heryog zu Troppatt und IägcrndorsfmSchlesien / mit dero Gemahlin Fr. Erd-muth Theresien Sophlen/ ihrer mume/ ha-ben sie erzeugt H. Carl Josephen /g. 1684/fr.Marien Amhonieng. 1687/undH.Frantz i)o-wlllicum geb. 1689. Die Grusen von Al-thann/ Whinsl'g/ Czernln /Oohna/ Gut-tenstein/Herberstein/Ronow aus dem uhr-Swe^te Huupt-Handlttttg.

Vsrttehttt?

alten Hause Howora/ aus welchem hauß dieGrafen von Berka/von Oube und Lippa her-kommen/Iarotschm/Rauniy/Rolorvrath/welches in drey linien vertheilet wird / nemlichLiebsteinskp / Novohradskp und T>ra-Lowskp/ 8la^aw,Neuhauß/Hrzan/tiziav VON k^urc>vvi?,^Ui3l-^7, L2sbell^/,^r2s-

5ovv»^. Usmbczy, Harrach / Aokorzowa/

Hpßcle / Schlikk/ Grasen zu paßau undWeißenkwchen/Walderode/ Thurm nunauch Fürsten von i'slbx,Trczko/ Lobkowiy/Heißenstcin/Clarpvon Airringen / GrafenvonLcipoldsheim / Gtanibach/ Chodau/^hun von Luchtenberg / ?2rsci>8, (llariVonparwersbach/Stubik/ Bredau/ Op-persdorfs/ Haliewei!/ Trautmansdorff/Schüben und Leopoidsheim/ Nubna/ u. a.m. Ferner die Grasen von Wuldstem/ La-schanskp/Malyan - Coüalto/ Schlege-nu/Bablas/Gaschin/ Rosenberg/ Marti-utg/Dlostt^/pronutty/ Pruskow/Schast-gorsch / Sporck/ Sternbcrg/ Wrtbp/

Mrbi?a nnd Freudenthal / zu welchen auchdie Freyhencn Swichowsky: aus Königli-chem stamme entsprossen / Herren von Riesen-berg/zu rechnen sind. Ferner sind berühmtdie Herren von Talmberg/ Brandstein/lDiezm?, / Enge! von Engelsiüß/ Rönig-stem/EkLersdorsis Harant/Waggi/Blum/Gö^en/G arsteln/Vl!!ani/Chusti!zan/Fei-ler von Rosenthal/^apaun/Woraschizkpvon Pa bimty/Pernstein/Raczin/Rziczan/

Wunsch weg / Teurzowskp von Einsiedel/Clarßeyn / pißnig zu Hartenberg/ Airch-berg/Lllgenau und Haltaus/P! enkon/Fran-kenbcrg/Fxrorvskp/ Hohenhauß/ Rechen-bcrg/peste!wig/Plimpsch/u. a. m.

Laut der Königlichen L- nMmrion haben J.NeuerK. Maj. Ferdinand li A. 1629 verordnet/ daßAdel?staÄein jeder/so in Herrn-stand von einem regieren-den König in Böhmen erhoben wird/ sich we-gen der l'ellio n beym Herrn - stände des König-reichs anmelden/ und anders nicht zugelassenwerden soll/er habe denn seine vier schilde undahnen bewiesen / und der jenige/so in Ritter-stand angenommen zu werden begehret / vonehrlichen eltern biß ins dritte glied ehrlich ge-bohren/auch guten nahmens und Wandels sey/sich über andere geschlechter nicht erheben/ undwenn er sich wieder zum bürger - stand begebenwolte/ ohne sonderbaren Königlichen conlenznicht wieder zum Adel-stande treten solle/ auchjeder die nvbilitstion besondersaus der König!.Böhmischen hsf-cantze!ley erhalten muß.hat mehr angezogener v. n^b-nus in seiner 8rem- PolenracetkMÄtoßr3pbisLobLm.ausgesühret/daß alle Kö-^ Europanige und Fürsten in Europa von dem geblüteHertzsg Borzttvogs und der heiligen buclo.miüen herstammen/als welche msgna macer Ke-^um Sc vucum sey / und daß die alten Böhmi-schen Herren-standes- familien von denen Her-zogen und Fürsten ihren Ursprung genommen;der Slavische Ade! aber sey der beste/ als wel-cher von helden-tharen aufkommen. Unter dievon neuem in Böhmen aufgenommenen hohenHäuser sind zu rechnen / Marggr^sLudwigvonBadett/Badeu/Fürsteu von Snlm/vonOitrichstem / von Lobkowig / von Auers-berg/und andere mehr.

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