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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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Dcs Europäischen Herolds zweyte Haupt- Handlung

M-Ocllig-kciten der

senden erschrecklichen Niederlagen/ und vertustso vieler grantz-vestungen/ zusamt dem unü-berwindlichen unheil/ welche so viel seither sol-cher zeit vorgefallene Türcken-kriege bißheronach sich gezogen/ rühren aus keiner andern Ur-sache her/ als aus den mjßheliigkeiten/ wel-

Stände eme che die Hungarn und Siebcnbürger ent-Äscher co!u nieder unter sich selbst/ oder mit ihren Rö-

queßm.

ni^en gefuhret und unterhalten / und dieTürcken zu ihrem schuy nngeruffen / unddem ehr-und herrschung-begierigen erb-feinde thor und angel auffgerhan/ die Chri-stenheit so grausamlich zu bedrängen/ so vielMillionen christen zu mstlacriren/ und in diejämmerliche dienstbarkeit wegzuführen . Jaihr eigen Vaterland / welches an sruchtbarkeitkeinem weichet/ in rum, und einen grossen theildem Türcken in die Hände unter das grausam-Iranck-^ ^ stürtzen. Ob die Franyosen einenmir'-msache atttheil an dem letztern Türcken - kriege«m lAtem gehabt /ist keines weges zu zweiffeln. Die ge-" naue corl-elponäLlztz des Frantzöischen Gesand-

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ten an denlTürckischen Hofe mit dem

ches niemand anders/als denen Frangoftnzu dauckenz sintemahl wenn es ohne die äi-vei tiori, welche Aönig Frany ! Larolo V ge-machet/ gewesen/ wäre es so ferne/ inUngarn conguetken gethan zu haben / alssie vielmehr vor dem Rapser Carln inLonstanrmope! nicht sicher würden gewe-sen seyn. Mit welcher die Fran-tzöischen sriedhaßigen bezeigungen und nur ge-dachter ftiedensbruch ja gautz deutlich überein-kommen / obwohl denen Türcken ihre untreuzur grossen straffe und schwächung des Otto-mannischen Reichs ausgeschlagen. Manversicherte von hoher Hand/daß Franckreichdem Groß -Vezier Kars Kwtta^bsiOOOOOdu-caten verehren lassen/ damit er vor cndigung

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des^rmittltz-rpÄÄsts den krieg be schleiniget/und

Vezier/ mit dem Fürsten Äbaffi in Siebenbür-gen/und mit demTöckely/hat viel schädliches ge-gen das Ertz-Hauß Oesterreich in diesen quar-tieren zum zweck gehabt. Man ist A. 1675 / 76und solgends darmit umgegangen den klar-qui-glle kerbunezum Könige in Hungarn/undPrintz Condezum Könige in Sizilien zu ma-chen/und also zwey Königreiche durch Fran-tzöischePrintzenzu beherrschen; gleich wie manPolen und Portugal! durch Frantzöische Ge-mahlinnen in die ergebenheit gezogen hatte/wiewohl auch einige Hungarn von einem Kö-niglich - Polnischen Printzen redeten. Denfrühzeitigen vorbruch der Ottomannischenmacht in Hungarn/ und die belagerung Wien/zuwider des Viva05, und sonderlich auch desMuffti stattlichen/ zur abwartung des zwan-tzigjährigen stilistandes/geführten ccinillus hatman niemand anders als denen Frantzöischenmacbinattonen zu zuschreiben. Denn diejeni-ge schreiben / welche in des Groß - Vezierszelte nach der Türcken flucht und entsetzungder Kaviert, resident)-stadt gefunden worden/haben den argwöhn zur warheit gemacht.9?achhcro hat man weitere reai.ciocumenra vondieser untreu ausgefunden. Dannenhcro lies-sen Ihre Kayserl. Maj. als bey dem unmensch-lichen friedens-bruch und barbareyder CronFranckreich gegen das friedliebende Teutsch-land von dem Reichs-kriege gegen die Frantzo-sen gehandelt wurde / sonderlich mit anfüh-ren / daß der König in Franckreich viel jähreher die rebellion inHungarn komemiret/und denerbfeind angereitzet / ja auch noch ein ickllus ok-fsnbvmn gegen die Christenheit angetragen/dannenhero er auch billig nach dem Reichs-abschiede cie A. i)44 denl Türcken gleich zu se-tzen wäre. Im vorigen lecuw hat der damah-lige GesimdtsÄesallerchristlichsten Königs/Vizne, dem damahligen Groß-Vezier kutta-no ausdrücklich vorgehalten: N)as sich dieCürckm wo! einbildeten/ ob sie meinten/daß sie Ofen / Gran/ Stuhlwcissenburg/und andere stadte in Ungarn mit chrenwasfen erobert? Sie irrsten weit/ wannsie dieses glaubten/ dann sie hätten sol-

A.168Z mir seiner macht in Hungarn eingebro-chen. Und was vor eine starckc anzahl christ-licher Ossicirer haben sich im Türckischen Haupt-quartier bey gedachtem Groß-Vezier eingefun-den/ und demselben mit rath und that sillMret!Man wird diese mmguLL noch genauer erken-nen/wann man das in die welt ausgestreucteklanikeli des Fürsten Abaffi in Siebenbürgen/darinnen die urftchen/ warum die mißvergnüg-ten Hungarn bey der Ottomanmscheu Pfor-ten das/!alm2ms oder schuy-brlef zu suchen/und zu ihrer llefenllon die waffen zu ergreissengenöthiget worden wären / zu befinden find/genau erwegen und / aus welchen prmcipuz sel-biges verfass't worden/bedencken will.

Zillen und jeden Christlichen Römgen/.Fürsten/ Republiquen/und des H.Röm. wesen desReichs Chur-Fürsten und Standen/TüMwwie auch de»?en unter dem beschwert A,chen joch der Verfolgung hartleidendendes Römgreichs Hungarn samtlichenStanden/fügen rvirbaic^äLl.kl, von GOTTes gnaden Fürst in Sie-benbürgen/ Herr der theile m Hungarn/undGrafderSikuler/zc.Unserefrcund-schaff5/ dicnste und gruß/und darnebenzu wissen / bezeugen auch mit gründeder warheit / und bep aufrichtiger treuund glauben.

^'Emnach durch göttliche verhangniß/ und'auf veranlassung der zwischen den Hun-garlschen^Magnaten obschwebenden irrungenund hinlaßigkeit/ die Königliche Hoheit vonden Fürsten Hungarischen geblüts auf dashauß Oesterreich (von welchem Hernachmahlsalle beschwerden und zerrüttungen hergeflossensind)gebracht worden; hat sich dasselbe in al-len seinen rathschlüssen jedesmal)! eintzig undallein dahin beflissen/wie die alte und durch soviel lecula unverletzt erhaltene landes-freyheitzernichtiget und zu boden gelegt / dargegen abererwehntem Ertz-Fürstl. Hause in Hungarn eineerbliche und eigenwillige Herrschafft ausgerich-tet und befestiget würde. Und obwol die Her-ren Oesterreicher in diesem freyen Wahl-Kö-nigreiche / worauf von dem Ursprünge desReichs die fundamental-gesetze gerichtet gewe-sen/sich vermittelst eydes dem herkommen nachverbunden gemacht/daß sie wider des König-reichs gesetze und Privilegien nichts beginnennoch fürnehmen wollen : ^>s hat man doch

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