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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
380
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Des Europaischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

mann/davon sind binnen 6 Wochen über isvoo Funjffktrchen mit stürm und haustte jammer-geblieben. DieCommendanten/ Graf Foc- lich/und ohne iemands verschonen/ weil sie beygatsch/ und l.ocsrej!i wurden auf annäl)e:ung der christlichen armee weiße sahnenKayserl. ordre deßhalber in arrest genommen / zum zeugen der Übergabe ausgestecket/ hernachsie entschuldigten sich aber/ daß das magazin aber eine starckel'atve unter sie gegeben/ undabgebrandt/und mangelan pulver/ auch die dadurch viel brave soldaten ruiniret hatten,garnison zu fechten unwillig worden. Was Hier gab es reiche beute / nach deren wegfuh-dieser Verlust allenthalben vor schrecken und rung dieser grosse ort in die asche gelegetbesorgniß/sonderlich auch zu Wien/verursacht/ wurde. ,und durch was mittel man sich wider die »crs- Solcher empfindliche abbruch/ welchen die

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entgegen geschickt haben / wann sie Graf unterlassen/ was zu derer Grafen Untergang

5tro--i nicht auf bessere gedancken gebracht dienete. Diewei! sich aber diese tapfere hel-

hätte. den vorsichtig und allenthalben allart erwiesen/

Der Grafen Graf Zerini ckarg .'rte mit seinem kleinen cor- machten sie alle feindliche anschlage zu Wasser.

Serini tapf-po Croaten die Türcken immerzu / und hatte Auffihren anrath wurde Cnnlsch»? belagert/

' mehrentheils glück. Sein Herr bruder aber / und weil es Mangel an leben 6 - Mitteln hatte/

Graf Peter / schlug den ebengi kslla am Ge- sehr beängstiget: Nachdem aber der Kayserl.

orgen-berge mit grösserer kurie und relolucion, kriegs - Nach verzögerte/ und hernach an statt

Preßburg und N)ien wegzunehinen/ welches felis von Hohenloh/ nicht fechten wollen/ aucher auch bey Verfolgung seines ^cilciuz, nach dienothwendigstenprovitiol^-mittel/sonderlichdem damaligen zustande/ unter GOttes ver- die arttllerie/ schüppen und spaten zu rechterhangniß thun könnest / er weiter nichts sonder- zeit nicht zur Hand waren/dieTeutschen/ welchebares verrichtet. Nleitra bekam er zwar hernach zwar ankamen / allerhand beschwerdedurch verrätherey / und das unüberwindliche fühmcn/ und dargegen die belagerten sich eherschloß/ Ntovigrad/ war das complec dieser selbst zu fressen/ als zu ergeben geschworencampagne / weil die darinn gelegene sieben hatten; über dieses alles die Generalität sich

nicht wol zusammen verstünde/ und umerdeßderGroß-Vezierzum emsatz mit 60000 Tür-cken anmarchirte / muste man die belagerung

compagnien kein Hertz zu fechten hatten/ esmusten aber die Türcken vor Gchinm / allwodie meiste Kayserl. artillerie war/abziehen.Hergegen wurden die zur Verheerung gegen

unverrichteter dinge/ zum grossen mißvergnü-

Steiermarck von dem Vezier ausgesandten gen der tapfersten Helden/auffheben30000 pferde vonGrafNiclas von Serini/der Dem feinde eröffnete man hiewura) den weg Mu«-doch über 48c>o mann nicht starck war/bey der m die Serinische lande/und zu der vestung A^Mur dermassen zurück getrieben/ daß der Tür- Neu-Serinwar; welche dann desto leichter zucken mehr als 1000 ersoffen und Niedergehau- gewinnen und zu clemol -ren war/ nachdem sichen/ und an die 2000 pferde eingebracht wur- zwischen demGrasen 8erin, und Kionrecucuij ir-den. ^ - rungen erhoben/und jener sich als mißvergnügtIn folgendem i664igsten jähre bestätigte von der armee hinweg und nach dem Kayserl.sich Abafft in seinem Fürstenthum / und ver- Hofe zu mündlicher abstattung seines rapportsleitete die Siebenbürger dahin / daß sie sich begeben/ und hiermit bey den Kayserl.der Kayserl. garnison zu entübrigen suchten. Mi5 wenig -Mckwn verdienet hatte.

Daher revoltirte Aekelheid/ eine von den be- Graff8ouLke5 hatte hergegen mehr luccess Neim M

sten vestungen dieser lande/ und ergab sich in sei- indem er ^eitra wieder eroberte/ den lüccurs

ne Hände. Desgleichen bald hernach Clan- oer Türcken bey Leveny mit ziemlichem ver-ervi>m-

senburg. ^ lust derselben zurücke schlug/diesen mit mehlund

Und weil man erfuhr / daß derGroß-Ve- artillerie wohlversehenen ort/ und gleichsam

EiÄerM-'ö^ kinenanschlag machte/durchSteiermarck den mittelpunct von Hungarn gewann / und

<ke. ' den weg gegen Venedig zu suchen; kam ihm stattliche beute machte. So bald derGroß-

der Graf 8erim zuvor/ verbrannte mitten im Vezier hievon uachricht erhalten/ brach er mit

Winter die berühmte brücke bey Effect/ wo- der armee auff/ der Meinung des Grafen ku-

ran die Türcken sechs jähre gebauet/ und mehr ckam land zu verheeren / dann bey Gran über

dann drey tonnen goldes darauffgewandt hat- die Donau zu gehen / Leventz wieder weg zu

ten / und schnidte mithin die communicstion nehmen/ sich mit den jenseit der Donau übri-

von Qfen und Hungarn mit der grossen Insul/ gen trouppen zu conjunZiren/ und mit gesam-

welche die Orab und Sau machen/ ab / ver- ter macht gegen Presburg oder Wien fortzu-

hecrete auch die lande weit und breit/ damit rücken.

die Türcken weder proviand noch andere un- Dieses zu verhindern/marchirteGraff ^loa-

terhattungs mittel finden solten ; dadurch recucuU ihnen stets zur feite/zog bey besagter

denn auch Cnmscha der lebens-mittel zu er- von den Türcken belegten stadt Leveny des

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ein / und belagete Aigech. Serini eroberte

ge zeit zweifelhafftig stmte/und endlich mit gros-sem ruin der feindlichen armee/ und mehr als

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